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Ich bin Handwerker – ich verrichte mein Tagwerk und keinen Job!

Der Wecker klingelt, und wenn der Handwerker morgens aufsteht, dann macht er sich nicht auf, um seinen Job zu erledigen, sondern es ist seine Berufung. Er stellt sich den Aufgaben im Betrieb oder beim Kunden. Wo wird er benötigt und wo packt er sein Können aus? Erst dann wenn er es sagt, ist der Job getan. Das ist sein „Heldenmoment“ und er hat keinen Job verrichtet, sondern er hat sein Tagwerk vollbracht. Wenn andere vor Erschöpfung nur noch den Feierabend genießen wollen, empfindet er Zufriedenheit – all das macht er für einen Lohn, um den der Bänker ihn sicherlich beneidet: Erfüllung.

Der deutsche Immobilienmarkt wächst und damit werden den Handwerksunternehmen prall gefüllte Auftragsbücher beschert.

Ein Ende des Baubooms ist nicht in Sicht

Die Bauwirtschaft konnte im vergangenen Jahr ihren Umsatz um 22 % steigern und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht. Damit hat sich der Umsatz 2017 so kräftig gesteigert, wie seit 2011 nicht mehr. Beinah alle Wirtschaftszweige des Bauhauptgewerbes erzielten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Umsatzzuwächse in zweistelliger Höhe. Im Bereich Dachdeckerei und Bauspenglerei, sowie der Metallverarbeitung wurde ein Umsatzplus von 37,6 % erreicht. In den Gewerken Ingenieurholzbau und Zimmerei konnte eine Umsatzsteigerung von 27,5 % verzeichnet werden. Den geringsten Umsatzzuwachs wurde mit 6 % beim Bau von Straßen und Bahnstrecken verzeichnet.

Der Bauboom wird durch niedrige Zinsen und ebenso durch den hohen Bedarf an neuen Wohnungen in den Großstädten und Ballungszentren weiter vorangetrieben. Dabei befindet sich der Aufschwung bereits im siebten Jahr. Damit die hohe Nachfrage gedeckt werden kann, stellen die Bauunternehmen mehr Mitarbeiter ein. Im Januar dieses Jahres beschäftigte das Bauhauptgewerbe 3,5 % mehr als im Vorjahresmonat.

Seit Jahren liegt die Zahl der Baugenehmigungen über der Zahl der tatsächlich gebauten Immobilien. Das Überangebot der genehmigten Immobilien beträgt mehr als einer halbe Millionen und ein Ende der positiven Entwicklung ist nicht abzusehen. Auch in der Preisentwicklung spiegelt sich die Preisentwicklung wider. In Hinsicht auf die Kosten für die konventionell gefertigten Wohn-Immobilien ist Preisanstieg zu verzeichnen, wie es ihn zuletzt vor der Finanzkrise gab. Bei dem aktuellen Anstieg handelt es sich laut dem Statistischen Bundesamt um den höchsten seit November 2007 mit 5,8 %.

Baumaterial, Maschinen und Personal – es herrscht Knappheit

Die Gründe für den Anstieg ist laut der Bauindustrie der starken Nachfrage, den höheren Materialkosten und den strengeren Bauvorschriften zuzuschreiben. Laut dem Bundesamt der deutschen Wohnungs- und Immobilienunternehmen hat sich die Zahl der Bauvorschriften seit 1990 auf mittlerweile 20.000 mehr als vervierfacht. Dabei sind unter anderem die Bereiche Lärm- und Brandschutz, die Energiesparverordnung und Barrierefreiheit betroffen.

Zudem kam es nicht nur zu einer Preissteigerung bei Wohnungen, sondern auch bei Bürogebäuden. So legten die Preise für einen Neubau um 4,1 % zu und der Straßenbau verteuerte sich um 5,3 %. In Bezug auf die Instandhaltungskosten für Wohngebäude gab es eine Preissteigerung von 3,9 % in Vergleich zu Februar 2017.

Zudem sorgt der Bauboom für einen Fachkräftemangel. Nach Schätzungen des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) können vier von 10 offenen Stellen nicht nachbesetzt werden. Was die Auftragslage angeht, so ist diese gleichzeitig anhaltend gut.

Wenn der Handwerker benötigt wird

Wird derzeit ein Handwerker benötigt, dann muss der Bauherr bzw. der Immobilieneigentümer nach Schätzungen der ZDH mit einer Wartezeit von rund 10 Wochen rechnen. Vor allem die kleineren Betriebe sind von den personellen Kapazitätsengpässen stärker betroffen als die Großen. Immobilienbesitzer die nicht so lange warten wollen, können sich auf Portale wie renosys.de registrieren und dort nach den passenden Handwerkern in ihrer Region suchen. Ein weiteres Problem, dem die Handwerksbetriebe gegenüberstehen, ist der Mangel an Auszubildenden.

Mit dem Umsatz stieg der Zahl der Beschäftigten deutlich. Von den Betrieben wurde der Personalbestand 2017 um 30.000 Arbeiter (4 %) auf 812.000 Arbeiter im Jahresdurchschnitt aufgestockt. Es gelang, mehr als 100.000 neue Stellen seit der Finanzkrise 2009 zu schaffen.

Das Handwerk wird nicht untergehen

Es ist sicherlich nicht einfach, einem Zukunftsforscher eine konkrete Aussage zu entlocken, wie es um die Zukunft des Handwerks bestellt ist. Aber denn ist es möglich. So glaubt der Trendforscher Mark Morrison nicht daran, dass das „menschlich geprägte Handwerk“ dem Untergang geweiht ist. Sein Ausblick in die Zukunft heißt: „Einzigartigkeit, regionale Werkstoffe und hohe Qualität“ – all das wird sich nach der Einschätzung von Morrison gegenüber dem „Ikea-Allerlei“ behaupten. Dafür setzt er jedoch eines voraus: durch neue Kompetenzen müsse das ursprüngliche Wesen des Handwerks verändert werden.

Allgemein heißt es, dass der Handwerker von morgen digital ist, denn das Internet bringt Veränderung. Es ist ein Umdenken erforderlich aufgrund von Smartphone, Tablet & Co. Auch in den Handwerksbetrieben wächst das Internet zusammen und die Interaktion findet heute in einem anderen Rahmen und Orten statt. Die Kunden von morgen stellen ganz andere Ansprüche an Service, Kommunikation und Qualität. Er möchte ganz genau wissen, wann sein Auftrag in die Tat umgesetzt wird und will sein Angebot schnell und unkompliziert per Email erhalten, ebenso wie die Rechnung. So kann der Kunde von morgen den Überblick über seine Liquidität behalten. Arbeiten Unternehmer und Mitarbeiter effizienter, dann würde auch mehr Zeit vorhanden sein. Man hat mehr Zeit für das wesentliche und es wäre möglich, mehr Kunden zu bedienen und damit mehr Aufträge umzusetzen – eben mehr Menschen glücklich zu machen.

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