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IMK-Prognose: 4,9 Prozent Wirtschaftswachstum für 2022

Im laufenden Jahr 2021 ist bereits eine kräftige Erholung der deutschen Wirtschaft feststellbar. Das Bruttoinlandsprodukt legt im Jahresdurchschnitt gesehen um 4,5 Prozent zu. Für das Jahr 2022 prognostiziert das IMK 4,9 Prozent. Als treibende Kräfte für das Wirtschaftswachstum gelten sowohl der wieder zunehmende private Konsum als auch der dynamische Außenhandel. Gleichfalls sorgen die vermehrten Investitionen für positive Impulse.

Steigende Zahlen bei den Konsumausgaben

Die Corona-Pandemie führte im Jahr 2020 zu einem tiefen Einbruch im Bereich der realen privaten Konsumausgaben. Im Jahresdurchschnitt 2021 nehmen diese um 2,0 Prozent zu. So haben beispielsweise die deutschen Einzelhandelsunternehmen im August 1,1 Prozent mehr umgesetzt als im Vormonat. Die Prognose des IMK für das nächste Jahr liegt bei einem noch stärkeren Wachstum – möglicherweise sogar um real 7,0 Prozent. 2021 ergibt sich mit 1,5 Prozentpunkten ein spürbar positiver Wachstumsbeitrag, 2022 stehen 3,8 Prozentpunkte im Raum.

In Deutschland wurden während der Pandemie aufgrund mangelnder Konsummöglichkeiten etwa 150 Milliarden Euro eingespart. Allerdings gehen Ökonomen davon aus, dass nur eine verhältnismäßig geringe Summe davon im Laufe der nächsten Zeit ausgegeben wird. Grund dafür ist, dass ein bedeutender Teil auf wohlhabende Haushalte entfällt und vermutlich in deren Vermögen fließt.

Einzelhandel

Unter anderem der Einzelhandel in Deutschland kann gemäß der Prognose des IMK mit einer weiteren Umsatzsteigerung im kommenden Jahr rechnen. Um diese in die Realität umzusetzen, ist vor allem Konkurrenzfähigkeit gefragt. Dabei spielt ein großer, qualitätsvoller Warenbestand ebenso eine Rolle wie die geschickte Vermarktung. Das Augenmerk sollte darüber hinaus auf den Kundenbewertungen liegen, die mittlerweile im Geschäftsleben einen großen Einfluss auf den Umsatz haben. Gestützt auf Studien geht das Portal https://fivestar-marketing.net davon aus, dass bereits eine positive Rezension zu einer zehnprozentigen Absatzsteigerung führen kann.

Außenhandel

Eine positive Prognose bezüglich wirtschaftlicher Erholung gibt es auch für die meisten bedeutenden Handelspartner. Im Jahr 2020 brach die Weltwirtschaft insgesamt im Jahresmittel um 3,3 Prozent ein. 2021 wächst sie um 5,7, 2022 voraussichtlich um 4,3 Prozent an. Antriebskraft für diese Erholung sind unter anderem das massive fiskalische Hilfsprogramm der USA sowie das robuste Wachstum in China. Ersteres trägt dazu bei, dass – wie seit dem 1984 nicht mehr – das US-BIP im laufenden Jahr um 7,1, 2022 um 3,7 Prozent zulegen könnte. Im gleichen Atemzug geht es mit der wirtschaftlichen Erholung in einem Großteil der EU-Länder voran. Prognostiziert wird ein Wirtschaftswachstum im EU-Raum von durchschnittlich 4,3 Prozent im nächsten Jahr.

Die weltwirtschaftliche Erholung trägt deutlich zu einer Beflügelung von deutschen Ausfuhren bei, obwohl Engpässe bei Rohstoffen, Vorprodukten wie beispielsweise Halbleitern sowie Transportkapazitäten bestehen. Das IMK rechnet mit folgenden Zahlen im Jahresdurchschnitt:

  • 2021: Wachstum der Exporte um 10,9 Prozent
  • 2021: Zunahme der Importe um 9,9 Prozent
  • 2022: Wachstum der Exporte um 7,4 Prozent
  • 2022: Zunahme der Importe um 8,6 Prozent

Investitionssteigerung

Gleichfalls von der Corona-Krise erholen sich die Ausrüstungsinvestitionen deutscher Unternehmen. Hauptgrund ist die gute Kapazitätsauslastung der Industrie. Im Jahresmittel nehmen diese daher vermutlich 2022 um 9,7 Prozent zu. Obwohl der außergewöhnliche Kälteeinbruch im Februar für Behinderungen im Bausektor sorgte, bleiben Bauinvestitionen robust. Der Wohnungsbau ist in diesem Fall die treibende Kraft, er findet Unterstützung durch die solide Bautätigkeit von staatlicher Seite. Sowohl 2021 als auch 2022 ist eine Zunahme um 5,5 Prozent im Bereich der Bauinvestitionen möglich.

Aussage des wissenschaftlichen Direktors des IMK zum Wirtschaftswachstum

Professor Dr. Sebastian Dullien erklärte Folgendes: „Im Gegensatz zu vielen anderen Instituten haben wir unsere Prognose im Frühjahr nicht zurückgenommen, weil wir von einer starken Erholung mit fortschreitenden Impfzahlen überzeugt waren. Allerdings waren die coronabedingten Einschränkungen doch länger nötig als wir gehofft hatten. Der Aufschwung hat sich daher zeitlich etwas verschoben und daran passen wir unsere Prognose an. Das Gesamtbild bleibt unverändert positiv: Die deutsche Wirtschaft kommt mit Schwung aus der Corona-Krise. Die gegenwärtigen Engpässe bei einigen Rohstoffen und Vorprodukten wie Halbleitern bremsen, aber wir rechnen damit, dass die Probleme im Jahresverlauf geringer werden. Bund, Länder, EZB und EU haben sehr viel Geld eingesetzt, um die Krise zu mildern und irreparable Schäden zu verhindern. Aber das ist gut angelegtes Geld. Ohne einzelne Fehler leugnen zu wollen, über die man reden muss, hat die Wirtschaftspolitik bewiesen, dass sie mit schwierigen Krisen und Umbruchphasen umgehen kann. Daran sollten wir uns erinnern, wenn es um die anstehenden Herausforderungen geht, insbesondere durch den Klimawandel.“

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