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Immer mehr gesprengte Ticketautomaten

Die Zahl gesprengter Ticketautomaten der Bahn ist im ersten Halbjahr 2020 stark gestiegen. Laut eines Berichts der „Welt“ (Samstagausgabe) wurden bundesweit 54 Fälle registriert. Damit ist bereits jetzt der Wert des Gesamtjahres 2019 mit 55 Fällen fast erreicht.

„Konkrete Erklärungsansätze zum Anstieg der Angriffe unter Verwendung von Explosivmitteln können zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht benannt werden“, teilte das Bundespolizeipräsidium auf Anfrage mit. Jahrelang waren die Zahlen gesunken, von 185 Fällen in 2016 auf zunächst 93 Fälle in 2017 und dann auf 78 Fälle in 2018. Auch die Zahl der aufgebrochenen Ticketautomaten stieg von 330 im Jahr 2018 auf 420 Fälle in 2019. Im ersten Halbjahr dieses Jahres waren es 183. Die Bahn beziffert den Gesamtschaden für 2019 auf zwei Millionen Euro. Der Sachschaden übersteigt die Beute um ein Vielfaches. Allein der komplette Ersatz eines Automaten kostet bis zu 30.000 Euro. Die Bahn hat die Sicherheitsmaßnahmen seit 2015 verschärft. Nach ihren Angaben verfügt die Mehrheit der 6.000 Ticketautomaten inzwischen über Farbpatronen, die die Geldscheine bei Erschütterung mit Tinte einfärben und unbrauchbar machen. „In einigen Fällen konnten die Täter überführt werden, weil sie die Markierungsfarbe an Händen und Kleidung hatten“, sagte eine Bahn-Sprecherin der „Welt“. Automaten werden meist dort aufgesprengt oder aufgebrochen, wo Videokameras fehlen. Derzeit gibt es rund 7.000 Videokameras auf 1.000 der bundesweit 5.400 Bahnhöfe. Die Videoüberwachung trägt dazu bei, dass die Zahl der registrierten Taschen- und Handgepäckdiebstähle seit 2016 stetig abnahm, von damals 21.128 auf 9.068 im vorigen Jahr. Die Bundespolizei stellte im ersten Halbjahr 2020 nur 2.844 solcher Diebstähle fest.

Foto: Reisender an einem Fahrkartenautomaten der Bahn, über dts Nachrichtenagentur

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