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Immer mehr Jugendliche tragen Messer bei sich

Immer mehr junge Menschen in Deutschland tragen ein Messer bei sich. Jeder fünfte Jugendliche habe 2017 angegeben, gelegentlich eine Klinge dabeizuhaben, sagte die Soziologin Marie Christine Bergmann vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen dem "Spiegel". "Wir sehen einen starken Anstieg bei Messern", so Bergmann. Jungen würden deutlich häufiger als Mädchen über mitgeführte Messer berichten und "deutsche etwas mehr als ausländische Schüler". Ihr Team befragt seit 2013 jedes Jahr 10.000 niedersächsische Neuntklässler nach mitgeführten Waffen. Als Gegenmaßnahme plädiert Bergmann für Prävention. Da ein Risikofaktor für die Bewaffnung sei, wenn Jugendliche zu Hause Gewalt erlebten, sollte in den Elternhäusern angesetzt werden. Auch über daheim erlebte Prügel berichteten mehr Schüler als zuvor.

Verbände kritisieren Messerverbote

"Die Gesetzesinitiative will das Tragen von ganz normalen Gegenständen wie Werkzeugen verbieten: Es werden ausdrücklich genannt", erklärt Ingo Meinhard, Geschäftsführer des VDB. Sie sollen bald in großen Teilen des Stadtgebiets nicht mehr mit sich geführt werden dürfen: Fußgängerzonen, öffentlichen Verkehrsmitteln und allen Orten, wo viele Menschen zusammenkommen. "Damit werden dann normale Bürger wegen harmlosen Taschenmessern in der Hosentasche oder im Rucksack kriminalisiert", sagt Hans Joachim Wieland, Chefredakteur von Messer Magazin. "Die Ursache für Kriminalität liegt definitiv nicht bei Taschenmesser & Co.", betont Wieland. "Das weltweit beliebte und nützliche Schweizer Taschenmesser wird seit rund 130 Jahren alltäglich verwendet. In all dieser Zeit war es nie ein Problem, solch ein Werkzeug in der Hosentasche zu tragen."Foto: Junge Männer, über dts Nachrichtenagentur  
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