Insolvenz mal zwei: Wigo-Haus und Mona

Wien – Nicht nur der Kärntner Fertighaushersteller Wigo-Haus musste Insolvenz anmelden, sondern auch die Wiener Traditionsparfumerie Mona. Ist bei Wigo-Haus der Grund für die Pleite bei Bilanzierungs- und Buchhaltungsfehlern durch den früheren Geschäftsführer und dem Verfall des Fertighausmarktes zu suchen, sind es bei Mona der Ausbau des Filialnetzes und die Änderung im Kaufverhalten der Kunden, die letztendlich zur Insolvenz führten. Der Kreditschutzverband von 1870 gibt die Verschuldung von Wigo-Haus mit rund 18,9 Millionen Euro an, die der Parfumeriekette Mona mit 2,25 Millionen Euro.

Wigo – Haus, ein Name, der Qualität garantierte

Das Aus für Wigo-Haus bedeutet auch das Aus für die Roth GmbH, die zu 94 Prozent Eigentümer ist und die Konstruktionsteile für die Wigo-Häuser produzierte. Betroffen sind 104 Dienstnehmer, aber auch 37 private Bauherren. Der Antrag auf ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung wurde von beiden Unternehmen beim Landesgericht Klagenfurt gestellt. Wigi-Geschäftsführer Manfred Faustmann hofft, dass die Gläubiger das Entschuldungsverfahren annehmen, da er den Betrieb weiterführen und den Standort erhalten möchte. Für die betroffenen Bauherren erklärt er:  „Wigo-Kunden haben uns ihr Vertrauen geschenkt, ich will sie nicht enttäuschen und werde für eine Lösung kämpfen.“ Angeboten wird eine Quote von 20 Prozent binnen von 24 Monaten. Auch seien Gespräche mit möglichen Investoren bereits im Gange. Wigo-Haus wurde 2004 gegründet, die Firma Roth stellt bereits seit 80 Jahren Holzhäuser her. Wigo-Haus hatte seine stärksten Absatzmärkte in Norditalien und Südtirol.

Mona, ein Traditionsbetrieb

Das Wiener Traditionsunternehmen betreibt acht Filialen in Wien. Geschäftsführer Gerhard Halbetel betreibt als Einzelunternehmer drei der Filialen, in Wien-Landstraße, Floridsdorf und im Ersten Wiener Gemeindebezirk. Vier Mona-Parfumerien gehören zur Gregor Sator KG, deren persönlich haftender Gesellschafter ebenfalls Halbetel ist. Die Filiale im 18. Bezirk ist bereits verkauft, der Kaufpreis jedoch noch nicht zur Gänze bezahlt. Mit einer Verschuldung von 2,25 Millionen Euro bietet er den Gläubigern eine Quote von 20 Prozent binnen  24 Monaten. Die Filialen wird der 75jänhrige Unternehmer bis auf drei verkaufen, die er weiterführen möchte. 2012 erwirtschaftete die Traditionsparfumerie 4,4 Millionen Euro Umsatz, der Verlust belief sich dennoch auf 52.000 Euro. 2011 konnte das Geschäftsjahr noch mit einem operativen Gewinn von 25.000 Euro abgeschlossen werden. Das Aus der Parfumeriekette Mona stellt das Ende einer duftreichen Tradition dar, die in Wien eine Lücke hinterlassen wird.

Foto: © lusi

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