Bern – Vor einem Jahr wurde die Schweizer Botschaft in Myanmar, dem ehemaligem Burma, eröffnet. Das Land in Südostasien hat vieles zu bieten: Rohstoffe und billige Arbeitskräfte. Kein Wunder, dass Investoren überlegen. Myanmar ist bekannt als Lieferant für Kupfer, Edelsteine und Erdöl. Seit dem Ende der Militärdiktatur und der Öffnung des Landes haben bereits viele ausländische Firmen das Potenzial Myanmar genutzt. Nissan, The Coca-Cola-Company und Texaco sind nur einige Unternehmen, die sich im Land niedergelassen haben. Folgen nun auch Schweizer Firmen?
„Wer wartet, riskiert, zu spät zu kommen!“
Mit diesen Worten fordert Barbara Möckli-Schneider, Verantwortliche für Myanmar bei der Handelskammer Schweiz-Asien Investoren auf. „Es ist eines der reichsten Länder, was Rohstoffe angeht. Das Interesse ist enorm, und die gegenwärtige Regierung unternimmt alles, um eine positive Entwicklung zu fördern“, ergänzt sie. Doch viele hält noch die instabile politische Lage des Landes ab. Ein großes Problem in Myanmar stellt auch die Korruption dar. 2011 belegte der Staat den vorletzten Rang von 183 Staaten in der Korruptionsstatistik der Organisation Transparancy International. Viele der Bewohner sind sich auch ihrer Rechte nicht bewusst. Die Einladung für Investoren bedeutet aber auch Verantwortung. Aus diesem Grund wurde in der Schweizer Botschaft in Yangon ein Büro der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit eingerichtet. Es soll die Einhaltung der Menschenrechte und des Arbeitsrechts garantieren. „Die Botschaft nutzt jede Gelegenheit, um mit Geschäftspartnern über Themen wie Arbeitnehmer-Rechte, Nachhaltigkeit sowie soziale und Umwelt-Auswirkungen zu sprechen“, heißt es seitens der Botschaft.
Nestle geht nach Myanmar
Erst jüngst hat der Lebensmittelhersteller Nestle die Bewilligung erhalten, eine Filiale in Myanmar einzurichten. Doch der Großteil der Schweizer Unternehmen wartet ab und reagiert noch vorsichtig. Die Situation ist fragil, und in Bereichen wie dem Bankensystem fehlt noch die nötige Infrastruktur“, erklärt Rina Alluri von der Stiftung Swisspeace. Investoren aus Asien scheinen die Lage weniger skeptisch zu betrachten. So haben von April bis August 2013 ausländische Unternehmen, vornehmlich aus asiatischen Ländern, rund 730 Millionen Dollar investiert. „Myanmar erinnert an Thailand vor 25, 30 Jahren, ein Land mit einem hohen Wachstumspotenzial, besonders, was die Infrastruktur betrifft“, sagt Patrick Djizmedjian, Sprecher von Switzerland Global Enterprise dem Promotionsorgan für Außenhandel und den Schweizer Standort. „Für Schweizer Unternehmen handelt es sich um einen interessanten Markt. Sie können zur Entwicklung und zum Bau von Straßen, Häfen, Flughäfen sowie zur Energie-und Telekommunikations-Infrastruktur beitragen. Auch die Bereiche Tourismus, Gesundheit und Konsumgüter bieten zahlreiche Möglichkeiten.“
