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Irans Außenminister Sarif setzt EU unter Druck

Irans Außenminister Mohammad Dschawad Sarif hat Europa aufgefordert, Iran ungeachtet der US-Sanktionen den Verkauf von Öl und den Zugriff auf die Erlöse daraus zu ermöglichen. „Wir wollen nur in der Lage sein, Öl zu verkaufen und unser Geld zu bekommen“, sagte Sarif der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstagsausgabe) am Sonntag in Teheran. Dann werde Iran „binnen Stunden“ das Atomabkommen wieder vollständig umsetzen.

Andernfalls werde Iran vom 6. September an weitere Verpflichtungen aus der Vereinbarung nicht mehr erfüllen. Sarif begrüßte die Vermittlungsbemühungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Zugleich sagte er aber: „Unser Problem ist nicht mit den USA, sondern zwischen Iran und den verbleibenden Parteien des Atomabkommens.“ Europa habe Verpflichtungen bereits vor dem Rückzug der USA gehabt, und diese seien „unabhängig von den USA, das ist auch im Abkommen getrennt aufgelistet“. Die Europäer hätten mit Blick auf die Sanktionen der Vereinigten Staaten auch „nicht erst gestern von der Bedeutung der US-Wirtschaft oder des Dollars erfahren.“ Sarif war am Sonntag auf Einladung Macrons überraschend nach Biarritz gereist, um sich am Rande des G-7-Gipfels mit dem französischen Außenminister Jean-Yves Le Drian zu treffen und auch kurz mit Präsident Macron. Von den USA verlangte Sarif, andere Parteien des Atomabkommens nicht daran zu hindern, ihren Verpflichtungen nachzukommen, vor allem der Normalisierung der Wirtschaftsbeziehungen, die unter der Drittwirkung der US-Finanz- und Ölsanktionen massiven Schaden genommen haben.

Foto: Europaflagge, über dts Nachrichtenagentur

 

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