ISO statt ICO: Läuft IOTA Ethereum den Rang ab?

ISO statt ICO: Läuft IOTA Ethereum den Rang ab?

Gemeinhin wird IOTAs Tangle als Blockchain 3.0 bezeichnet. Tatsächlich ist der Tangle gleichwohl keine Blockchain: Anders als die Blockchain, die nur in eine Richtung wachsen kann, ermöglicht der Directed Acyclic Graph (DAG) dem Tangle das gleichzeitige Wachstum an unzähligen Stellen. Gemessen an ihm haben Bitcoin und Ethereum, die ersten zwei Blockchaingenerationen, das Nachsehen. Erst jüngst hat sich der Tangle fürs Crowdfunding qualifiziert, Stichwort ISO. Mit dem Initial Service Offering (ISO) kündigt sich die Wachablöse des Initial Coin Offerings (ICO) an.

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Mischung aus ICO und Kickstarter

Am 3. Oktober 2018 hat die Welthandelsorganisation (WTO) in ihrem Report auf die Bedeutung der Digitalisierung hingewiesen. Ihrem Erachten nach hat die Distributed-Ledger-Technologie (DLT), also die Blockchain – nicht anders als der Tangle – das Zeug, eine neue Ära des globalen Handels einzuläuten. So hat Ethereum durch Messaging- und Social-Networking-Anwendungen, Micropayments und Smart Contracts Bitcoin bereits in den Schatten gestellt. Die Flut der auf Ethereum basierenden ICOs 2017 stieß gleichwohl beileibe nicht auf ungeteiltes Wohlgefallen. Das von IOTA ins Rennen geschickte Initial Service Offering soll Abhilfe schaffen. Durch diese Mischung aus ICO und Kickstarter gehören Probleme mit Regulierungsbehörden der Vergangenheit an, nachdem der IOTA-Token bloß als eine Art Treibstoff fungiert. Seine Aufgabe beschränkt sich auf die eines Utility-Tokens. Die Rolle des Security-Tokens ist ihm hingegen fremd, weshalb er nicht als spekulative Wertpapier-Alternative betrachtet wird. Mit Regulierungen hat der IOTA-Token damit faktisch nichts am Hut. Ebendiese haben bei den ICOs nicht selten für negative Schlagzeilen gesorgt.

Meilensteinzahlungen neben Quittungstoken

In Misskredit gerieten die ICOs namentlich durch die unzähligen Scams. Erst zogen die Initiatoren den Investoren das Geld aus der Tasche, dann machten sie sich damit ungeniert aus dem Staub. Nicht von ungefähr wird darum Sicherheit bei der IOTA-Foundation großgeschrieben. Das Zauberwort lautet Meilensteinsystem. Hiezu richten Projektträger und Geldgeber IOTA-Wallets ein. Dabei verwaltet die IOTA-Foundation die Wallets der Projektträger, um sicherzustellen, dass die Meilensteinzahlungen vereinbarungsgemäß erfolgen. Falls die Projektmeilensteine nicht erreicht werden, haben die Geldgeber Anspruch auf Rückerstattung der Restsumme. Die Funktion ihrer Wallets beschränkt sich mithin auf den Versand und den Empfang von nativen IOTA-Token. Anstelle der Auszahlung in Token ist die Inanspruchnahme von Dienstleistungen oder Produkten des Projekts eine Option. Die Rechte der Geldgeber am Projekt sind jedenfalls in der Quittungswallet verbrieft, die mit Quittungstoken gefüllt ist.

Sollte ein Geldgeber nicht länger am Projekt interessiert sein, geht mit einem simplen Transfer der Quittungstoken in eine andere Nutzer-Wallet die Übertragung der Projektrechte einher. Für eine ordnungsgemäße Transaktion bürgt die Smart-Contract-Technologie. Ohne vorherige Einzahlung der entsprechenden IOTA-Token verlassen die Quittungstoken nicht die Quittungswallet. Beteiligt ist IOTA an solchen Transaktionen mithin nicht. Dafür erhebt das Berliner Start-up eine geringfügige Gebühr für die Nutzung seiner Technologie. Gebrauch machen können von ihr Unternehmen und Hedgefonds, aber auch Privatpersonen.

Nur eine von vielen Tangle-Verwertungen

Ein Minus von 88,2 % im Laufe des letzten Jahres und ein aktueller IOTA Kurs von 0,4327 EUR, der gerade mal 0,59 % über dem Wert des Vortags liegt, geben zu denken (Stand 19. 10. 2018 10:07:00). Doch der Schein trügt. Das Potenzial von IOTAs Tangle rückt das 52-Wochen-Hoch von 4,3806 EUR (19. 12. 2017) unstreitig in greifbare Nähe. Schon bald wird der Tangle im Identitätsmanagement den Ton angeben. Bis dato ist an eine zuverlässige Verifizierung nicht zu denken. Das ändert sich mit dem biometrischen Authentifizierungssystem IAMPASS, das ein digitales Abbild der Venenstruktur der Hand eines Nutzers sicher auf dem Tangle verwahrt. Damit ist es möglich, den Zugang zu Rechenzentren, Regierungsstellen oder sensiblen Unternehmensbereichen zuverlässig wie gleichermaßen kostengünstig zu regeln.

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Einfacher ist die Kontrolle des Zugangs freilich mit dem digitalen Schlüssel, der auf den Tangle zur Lösung des Sicherheitsproblems zurückgreift. Dabei ist der Befehl zum Öffnen der Tür auf dem Tangle der DoorOpener-App abgelegt. Wird der Befehl auf dem Smartphone aktiviert, schickt die App eine verschlüsselte Botschaft ans Smart-Home-System. Die unzweideutige Authentifizierung der Anfrage bedarf dabei keiner Internetverbindung. Es reicht vollkommen, dass der heimische Server für den IOTA-Feed erreichbar ist.

Auch wenn der smarte Türöffner nur ein kleines Rad im Getriebe des Internets der Dinge ist, hat IOTA als Aushängeschild der IoT-Zukunft allen Grund zur Freude. 8,4 Milliarden Geräte sind zur Stunde miteinander verbunden, gut 30 % mehr als 2016. Bis 2020 werden es vermutlich 20 Milliarden sein. Insofern bräuchte es das Initial Service Offering gar nicht, um den IOTA Kurs zu befeuern.

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