Ist Norwegens Zuchtlachs unbedenklich?

Ist Norwegens Zuchtlachs unbedenklich?

In Norwegen wird angeblich das giftigste Lebensmittel der Welt erzeugt. Laut dem Bericht eines französischen Verbrauchermagazins ist der Zuchtlachs voller krebserregender Substanzen. Lachsproduzent Marine Harvest, der mehr als eine Million Tonnen Lachs pro Jahr produziert, möchte die Ängste gern zerstreuen. Randi Holdorsen von Marine Harvest: „Ich bin traurig, wenn ich das höre, denn es ist nicht der Fall. Die Schadstoffe liegen weit unter den Grenzwerten, die als sicher gelten.“

Mit 114 Betrieben ist Marine Harvest der größte Lachsproduzent in Norwegen. Die Netze in den Fjorden sind dreißig Meter tief und in ihnen leben jeweils 180.000 Fische. Wegen des beengten Lebensraums ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich Krankheiten und Parasiten ausbreiten – deshalb werden die Lachsforellen häufig mit Chemikalien behandelt. Gefüttert werden die Fische mit diesen Pellets, die laut Kritikern verseucht sind mit Industriechemikalien wie PCB und dem umstrittenen Antioxidans Ethoxyquin. Experten der Universität Bergen halten die Konzentration dieser Chemikalien für gering, französische Verbraucherschützer sind dagegen der Ansicht, dass Käufer nicht genug Informationen bekommen.

Patricia Chairopoulos ist Journalistin: „Uns stört, dass Ethoxyquin in bestimmten Dosen als gefährlich für Menschen eingestuft wurde, weil es als Pflanzenschutzmittel verwendet wurde. Bei Fischen wurde die Giftigkeit nicht untersucht. Wir haben Spuren von Ethoxyquin in gezüchteten Lachsen gefunden, aber wir wissen nicht, wie gesundheitsschädlich das für Menschen ist.“

In den vergangenen zwanzig Jahren ist die weltweite Lachsproduktion von 27.000 Tonnen auf eine Million Tonnen emporgeschnellt. Und trotz der Gesundheitsbedenken bleibt die Nachfrage nach Zuchtlachs ungebrochen hoch.

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