Nachdem Gerüchte über den möglichen Rückzug des amtierenden US-Präsidenten aus der Kandidatur zur nächsten Wahl die Demokratische Partei in eine interne Krise gestürzt haben, fordern mittlerweile fünf demokratische Kongressabgeordnete offen den Rücktritt des Präsidenten. Angesichts dieser Entwicklungen steht die Vizepräsidentin Kamala Harris bereits in den Startlöchern für eine mögliche Kandidatur bei den nächsten Präsidentschaftswahlen.
Harris, die als erste Frau, Schwarze und Amerikanerin asiatischer Herkunft das Amt des Vizepräsidenten innehat, gilt in den Reihen der Demokraten als aussichtsreiche Kandidatin, sollte das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur tatsächlich eröffnet werden. Mit ihrer Erfahrung als Senatorin und Justizministerin von Kalifornien bringt sie wichtige politische Qualifikationen mit. Zudem konnte sie in den ersten beiden Jahren ihrer Amtszeit als Vizepräsidentin wichtige Akzente in der Innen- und Außenpolitik der Biden-Regierung setzen.
Dennoch ist die Lage innerhalb der Demokratischen Partei äußerst fragil. Neben den öffentlichen Rücktrittsforderungen gegenüber dem Präsidenten, gibt es hinter den Kulissen intensive Debatten über die zukünftige Ausrichtung und Führung der Partei. Harris muss in den kommenden Monaten beweisen, dass sie die nötige Unterstützung in den eigenen Reihen für eine erfolgreiche Kandidatur mobilisieren kann. Schließlich warten auf sie bei einer möglichen Kandidatur nicht nur die Herausforderungen des Wahlkampfs, sondern auch die enormen Aufgaben, die auf den nächsten Präsidenten warten – von der Bekämpfung der Inflation bis hin zur Bewältigung der außenpolitischen Krisen.
