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Kapitalanlage: Lohnt sich der Einstieg in Pflegeimmobilien?

Immobilien sind schon seit vielen Jahren eine beliebte Form der Kapitalanlage. Sie werden genutzt, um den Lebenswandel zu bestreiten oder um im Alter die Rente etwas aufzubessern. Neben gewöhnlichen Häusern oder Eigentumswohnungen gibt es seit ein paar Jahren eine neue Möglichkeit auf dem Immobilienmarkt. So haben Kapitalanleger die Chance in ein Pflegeappartement zu investieren beziehungsweise dieses zu erwerben. Im Gegensatz zu einer Eigentumswohnung, kann die Pflegeimmobilie dem Anleger verschiedene Vorteile bieten, es gibt jedoch auch Risiken, die vor dem Erwerb bekannt sein sollten.

Der Markt der Pflegeimmobilien


Es ist nicht zuletzt dem demografischen Wandel der Gesellschaft zu verdanken, dass sich auch der Markt der Pflegeimmobilien stark verändert hat. Während in den 1970er Jahren die Menschen noch mit ungefähr 65 Jahren in ein Pflegeappartement einzogen, bewegt sich das Durchschnittsalter heute 15 Jahre höher. Auch der medizinische Fortschritt hat den Markt der Pflegeimmobilien und somit auch die Renditechancen für den Anleger beeinflusst. Da es für verschiedene Erkrankungen bessere Heilungsmöglichkeiten gibt, erfreut sich die überalterte Gesellschaft auch länger besserer Gesundheit. Da die Gesellschaft immer älter wird, steigt auch der Bedarf der benötigten Pflegeplätze. Auch wenn der demografische Wandel in Deutschland absehbar war, ist es einigen Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen aus früheren Jahren nicht gelungen, ihre Behandlungs- und Pflegemöglichkeiten an diese modernen Standards anzupassen. So müssen moderne Seniorenheime über eine behindertengerechte Ausstattung verfügen und barrierefrei zugänglich sein. Ebenfalls haben die Anforderungen an Brand- und Personenschutz zugenommen, weshalb auch hier höhere Sicherheitsstandards geschaffen werden müssen. Zu guter Letzt muss natürlich noch die Wirtschaftlichkeit des Pflegebetriebs in der Einrichtung selbst sichergestellt werden. Der steigende Pflegebedarf und die zunehmende Knappheit der Pflegeeinrichtungen sowie das mitunter fehlende Know-how der örtlichen Träger haben dazu geführt, dass sich der Markt der Pflegeimmobilien überhaupt entwickeln konnte. Private Träger oder Bauunternehmen erschaffen in Gemeinschaft sogenannte Seniorenzentren, die mit modernen Pflegekonzepten zu überzeugen wissen. Bei der Errichtung dieser neuen Pflegeheime wird darauf geachtet, dass die Baukomplexe einer modernen Wohnanlage gleichen. Die einzelnen Appartements werden dann an private Teilhaber, also an Kapitalanleger veräußert. Jeder, der in diese Form der Kapitalanlage investiert, hat die Möglichkeit, langfristig davon finanziell zu profitieren. Nicht nur, weil der Pflegebedarf in Deutschland immer höher wird, sondern weil sich die Betreiber der Einrichtungen zumeist 20 Jahre vertraglich binden, sodass der Betrieb auf lange Sicht gewährleistet ist. Daher lohnt sich die Investition in eine Pflegeimmobilie natürlich auch für den privaten Kapitalanleger langfristig.

Was Anleger von Pflegeimmobilien erwarten dürfen


Ob sich die Investition in ein Pflegeappartement für einen Kapitalanleger überhaupt lohnt, hängt natürlich von verschiedenen Faktoren ab. So orientiert sich die zu erwartende Rendite zum Beispiel am Standort der Immobilie. Vor allem an guten Standorten, wird der Pflegebedarf zukünftig steigen. Die bereits bestehenden Pflegeeinrichtungen und Seniorenheime werden vermutlich nicht mehr in der Lage sein, den geforderten Bedarf entsprechend abzudecken. Daher sind durchaus gute Perspektiven für den Investierenden auszumachen. Nun fragt sich sicher der eine oder andere Anleger, warum der Erwerb einer Pflegeimmobilie nun ertragreicher sein könnte, als der Kauf einer gewöhnlichen Wohnung. Bei der Eigentumswohnung wird zumeist an einen Mieter vermietet. Dieser genießt zu seinem Schutz Vorzüge, des Mietrechts. Zudem hat der Eigentümer einen nicht zu unterschätzenden verwaltungsaufwand abzuarbeiten, etwa die Abnahme der Wohnung nach dem Auszug oder das regelmäßige Erstellen einer Betriebskostenabrechnung. Wer in eine Pflegeimmobilie investiert, vermietet hingegen an einen Betreiber einer Einrichtung. Dieser ist vertraglich durch das Gewerbemietrecht abgesichert. Dieses wird sich aber als vorteilhafter erweisen, da dem Vermieter hinsichtlich der Haftung und der Wahrnehmung von Pflichten mehr Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Da der Betreiber mit den Versorgern abrechnet, entfällt ein gewisser Verwaltungsaufwand, wie etwa die Betriebskostenabrechnung. Zudem bindet sich der Mieter langfristig, für einen Zeitraum von 20 Jahren an den Vermieter, weshalb auch keine Mietausfälle zu befürchten sind.

Risiken bei der Kapitalanlage Pflegeappartement


Auch wenn diese Perspektiven förmlich zur Investition in ein Pflegeappartement einladen, gibt es auch bei dieser Anlagemöglichkeit einige Risiken, die es zu beachten gilt. Ein besonders hohes Risiko geht mit der Wahl des Standorts einher. Das Pflegeappartement sollte nur in einem Einzugsgebiet von mindestens 25.000 Einwohnern erworben werden. Bei kleineren Einzugsgebieten, kann es passieren, dass der dauerhafte Betrieb einer Pflegeeinrichtung nicht mehr gesichert werden kann. Der Anleger sollte sich zudem immer auf eine genaue Standortüberprüfung verlassen. Es sollte also ein Gutachten vorliegen, was verschiedene Kriterien behandelt. Des Weiteren muss die Größe der gesamten Einrichtung zu den Anforderungen des Standorts passen. Man geht davon aus, dass eine Pflegeeinrichtung zwischen 80 und 120 Pflegeappartements aufweisen können sollte, um den wirtschaftlichen Betrieb langfristig zu sichern und auszulasten. Natürlich ist auch auf den Betreiber in besonderem Maße zu achten, damit das Risiko möglichst gering gehalten wird. Dieser sollte sich durch eine entsprechende Qualität im Pflegebereich auszeichnen könne, über die nötige Bonität verfügen und seriös sein.

Bevor also in eine Pflegeimmobilie als Geldanlage für die Altersvorsorge investiert wird, ist der Markt erst einmal genau zu sondieren. Auch kann es nicht schaden, sich vorab von einem unabhängigen Anlageberater kompetent beraten zu lassen. Eine gute Übersicht zum Thema Pflegeimmobilien findet sich auf Wohnung-Jetzt.

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