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Kardinal Marx: Waffenlieferungen an Kurden legitim

Berlin - Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, hat die deutschen Waffenlieferungen an kurdische Kämpfer im Nordirak gerechtfertigt. "Gewalt kann nie Frieden schaffen, Gewalt kann aber nötig sein, um unschuldige Leben zu schützen. Deshalb ist es vertretbar, dass Deutschland sehr durchdacht und kontrolliert denjenigen Waffen schickt, die das Leben unschuldiger Menschen verteidigen", sagte Marx der "Bild" (Dienstag).

"Langfristig brauchen wir aber ein Friedenskonzept für den gesamten Nahen und Mittleren Osten, damit sich dort kein Terror-Staat etabliert." Besonders die Christenverfolgung durch den Terror der ISIS-Milizen berühre ihn sehr, sagte der Kardinal: "Der Krieg im Nahen Osten zerreißt mir das Herz. Es ist eine unglaubliche Tragödie, wie Christen, aber auch andere Volksgruppen verfolgt werden und teilweise sogar von der Auslöschung bedroht sind. Bischöfe der Region sagen mir: Seit 1.800 Jahren hat es keine Christenverfolgung gegeben wie diese. Das dürfen wir nicht hinnehmen." Den Satz "Es gibt keinen gerechten Krieg" der evangelischen Theologin Margot Käßmann könne er unterschreiben, sagte Marx. "Der Satz stammt allerdings von Papst Johannes Paul II. aus dem Jahr 2003. Ein Krieg ist immer ein Unglück. Es gibt aber Fälle, in denen Gewaltanwendung als letztes Mittel notwendig ist und legitim ist, um Menschen zu schützen. Wir kämpfen für einen gerechten Frieden", betonte er.

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Ein Kommentar

  1. NEIN, NEIN, und nochmal NEIN!
    Es gibt keine wirkliche, befreiende und zukünftige Alternative zur Bekämpfung des Terrors. Alles ist erlaubt, was verteidigen hilft. Nichts ist in Gottes Gebot erkennbar, was den Angriff bevorzugt und die Aggression der anderen fördert.

    Unsere weltweite (westliche)Politik hat genügend Möglichkeiten und Wege,dem ISIS-Terror die Stirn zu bieten. Das fängt bei dem Aushungern der finanziellen Zuwendungen für die Terror-Gruppe an, und das bedeutet, das WIR endlich FEIND VON FREUND unterscheiden: wenn wir unsere „Werte“ verteidigen wollen, müssen wir nicht nur danach streben, das andere sie anerkennen, sondern dass wir sie selber leben. DA FÄNGT UNSER PROBLEM WIRKLICH AN.

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