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KMU bringen Jobs und Wachstum – wenn man sie lässt

KMU WachstumsmotorWien – “Es sind die kleinen und mittleren Unternehmen, die Europa aus der wirtschaftlichen Flaute herausmanövrieren können. Hier entstehen seit Jahren 80 Prozent der neuen Arbeitsplätze und hier werden 60 Prozent des Umsatzes in der EU erwirtschaftet. Doch in dem Umfeld, das die Politik den 20 Millionen KMU in Europa momentan bietet, bleibt ein großer Teil des Potentials umausgeschöpft”, erklärt Ulrike Rabmer-Koller, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Oberösterreich sowie von UEAPME, dem Europäischen Handwerks- und KMU-Verband anlässlich der Verabschiedung des UEAPME-Forderungskatalogs an das neue EU Parlament und die künftige EU Kommission. “Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat einmal mehr gezeigt, dass KMU das Rückgrat unserer Wirtschaft sind. Sie sind ein stabilisierender Faktor auf dem Arbeitsmarkt und tragen wesentlich zur Ausbildung junger Leute bei. Wir brauchen jetzt eine Politik, die uns dabei unterstützt, den Wirtschaftsmotor wieder voll zum Laufen zu bringen”, so Rabmer-Koller weiter.

Bürokratieabbau und bessere Rechtssetzung

“KMU leiden am meisten unter allzu komplexen Rechtsvorschriften. Ein kleines Unternehmen kann es sich nicht leisten, viel Personal für rein administrative Aufgaben abzustellen. Unternehmer verlieren zu viel Zeit durch überbordende Bürokratie”, weiß die Unternehmerin Rabmer-Koller. Zwar gibt es zahlreiche EU Initiativen zur Reduzierung der Verwaltungslasten, diese haben allerdings noch nicht wirklich gefruchtet. Darum fordert Rabmer-Koller für jeden Gesetzesvorschlag eine neutrale Folgenabschätzung inklusive eines KMU-Tests, der mithilfe einer Konsultation von Betroffenen untersucht, ob der Vorschlag auch praxistauglich ist. Außerdem sollte mit der Praxis aufgeräumt werden, EU-Regelungen auf nationaler Ebene durch zusätzliche Vorschriften noch zu verschärfen. “Das sogenannte ‘Gold Plating’ ist eine der Hauptquellen von unnötiger Bürokratie und muss eingedämmt werden.”

Unternehmertum stärken und Rahmenbedingungen verbessern

Für einen wirtschaftlichen Aufschwung braucht Europa mehr Unternehmer und mehr Unternehmergeist. “Ein Kulturwandel ist nötig. Die Lust, selbst unternehmerisch aktiv zu werden muss schon Kindern näher gebracht werden und unternehmerische Grundkenntnisse sollten in jeden Lehrplan integriert werden.” Aber in weiterer Folge müssen auch die Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung stimmen.

“Barrierefreier Zugang zum gesamten Binnenmarkt und Zugang zu Drittmärkten, zu Finanzierungsmöglichkeiten, zu Technologie und zu qualifizierten Arbeitskräften sind weitere wichtige Bestandteile eines KMU-freundlichen Politikansatzes”, bekräftigt Rabmer-Koller. Abschließend ruft sie das neu gewählte EU Parlament und die Kommission auf, konkrete Maßnahmen vorzulegen, um KMU in ihrer Tätigkeit zu unterstützen und nicht zu behindern. “Wir werden uns,  gemeinsam mit UEAPME, dafür einsetzen, dass die Interessen der KMU auf europäischer Ebene ernst genommen werden.”

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