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Konflikte kosten Geld: Als Vorgesetzter nicht mehr wegschauen

Es ist nervig, wenn es immer wieder zu Konflikten kommt innerhalb eines Unternehmens, einer Abteilung oder eines Teams. Das Problem, viele Vorgesetzte schauen weg bzw. nehmen es hin.

Konflikte sind ein Kostenfaktor …

…das ist eine eigenartige Aussage? Keineswegs! Denn kommt es immer wieder im Unternehmen zu Konflikten, dann stellen sie einen Kostenfaktor dar, der oft nicht erkannt oder aber als nicht berechenbar erscheint. Vor allem dann, wenn im Unternehmen das Konfliktmanagement nicht stimmig oder gar nicht vorhanden ist, dann drohen Verluste. Diese lassen sich zwar nur selten in Zahlen ausdrücken, doch in der Masse schlagen sie dann doch empfindlich zu Buche.

„Alles ist in bester Ordnung!“ – Konfliktmanagement ist nicht notwendig

„Die Meier ist so unzuverlässig! Ständig muss ich auf die Unterlagen warten und erst, wenn ich dreimal nachfrage, erhalte ich sie! Bereits gestern stand der Abteilungsleiter vor mir und fragte, wann er mit dem Report rechnen kann. Nun bin ich wieder der Dumme…!“ Das kommt sicherlich vielen bekannt vor.

In den besten Unternehmen kommt es immer wieder zu schwelenden Konflikten. In der Kaffeeküche wird hinter vorgehaltener Hand der neueste Streit zwischen den beiden Kontrahenten analysiert, der Flurfunk läuft auf Hochtouren und wenn dann der Abteilungsleiter oder Vorgesetzte eintritt, dann herrscht Totenstille. Das beste ist es, sich wie die drei berühmten Affen zu verhalten: Ich sehe nichts, ich höre nichts und ich sage nichts – das ist das beste.

Von vielen Führungskräften wird das so hingenommen und halten glücklich an ihrem Glauben fest, dass alles in bester Ordnung ist. Kommt dann doch einmal etwas zu Ohren, dann heißt es: „Das müssen die unter sich ausmachen, damit hab ich nichts zu tun.“ Doch es gibt einen Haken an der Sache: Durch eine solche Haltung verändert sich nichts. Außer das in der Abteilung immer mehr Kollegen zu Feinden werden und die Arbeit vernachlässigt wird.

Konfliktmanagement: Deutsche lieben es zu streiten

Splendid Research befragte im Rahmen einer Studie im Januar 2017 die Deutschen, mit wie vielen Menschen es regelmäßig zu einer Konfliktsituation kommt. Das Ergebnis der Studie: Streit im privaten bzw. persönlichen Umfeld ist eher der Regelfall. Rund zwei Drittel der Bevölkerung hat mit jemanden zu tun, mit dem es regelmäßig zu einem Konflikt bzw. einer Auseinandersetzung kommt. Durchschnittlich zählten die Befragten zwei Personen zu ihren Gegenspielern, doch besonders interessant ist in diesem Zusammenhang, dass rund 25 % der Deutschen sogar vier bis fuenf Gegenspieler in ihrem näheren Umfeld zählten und 6 % sogar im ständigen Konflikt mit sechs bis 20 Personen stehen.

Solche Konflikte kosten Nerven und in den Unternehmen zudem Geld. Aus diesem Grund sollte ein scheinbar harmloser Disput zwischen Frau Meier und ihrem Kollegen sofort als Chefsache erklärt werden. Hier sprechen die Zahlen für sich: Die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) und die Europa-University Viadrina in Frankfurt/Oder zeigen in einer Studie auf, dass die Kosten die durch Konflikte entstehen, pro Projekt mehr als 50.000 Euro betragen.

Ein Streit führt zu weniger Leistung im Team und die Arbeitsprozesse verzögern sich. Das Resultat daraus ist ein Rückgang der Aufträge und unzufriedene Kunden. Es kann ohnehin niemand mehr vernünftig arbeiten, wenn es ständig irgendwo zu einem Streit kommt. Laut Studien des Beratungsunternehmens KPMG gehen bis zu 15 % der Arbeitszeit für Streit zwischen Kollegen, Kunden und Zulieferern drauf.

Noch einmal zurück zu Frau Meier und ihrem Kollegen: Während die beiden sich für eine Stunde einem Schlagabtausch hingeben, aufgrund gegenseitiger Versäumnisse und einer vermeintlich schlechten Arbeitsmoral, tickt die Uhr. Dieser Konflikt kostet dem Arbeitgeber Geld: Beide tun während dieser Zeit nicht das, wofür sie bezahlt werden. Bei einem Stundenlohn von 35 Euro sind das dann schon 70 Euro und das wegen einer scheinbaren Lappalie. Da Frau Meier sehr nachtragend ist, erscheint sie am nächsten Tag absichtlich zu spät zur Besprechung und entsprechend steigen die Kosten.

Die Konflikte managen – das Konfliktmanagement

Denn für eine vernünftige und einen produktiven Umgang mit Konflikten ist nicht nur die Erkenntnis notwendig, dass diese als solche erkannt und offengelegt werden, sondern es bedarf auch einer Ansprechstelle im Unternehmen. Diese sollte im besten Fall der Vorgesetzte sein. Hier setzt die Coaching Ausbildung an, mit dem Ziel die Konfliktfähigkeit und das Konfliktmanagement zu verbessern. Des Weiteren geht es auch um die Stärkung der Teams.

Interessant ist, dass nur selten gute Führungskräfte auch gute Konfliktmanager sind. Oft fühlen sie sich selbst sogar angegriffen und schätzen das vorhandene Konfliktpotenzial komplett verkehrt ein.

Besser ist es, wenn es einen geschulten Mediator oder Coach gibt, der als „Sammelstelle“ für die unternehmensinternen Beschwerden und Anfragen fungiert. Bei ihm kann die Unzufriedenheit der einzelnen Mitarbeiter oder sogar der gesamten Belegschaft ein Ventil finden. Der interne Mediator oder Coach sammelt wie eine Schlichtungsstelle die Beschwerden und ermittelt daraus die Gründe. Schnell ergibt sich bei einem geschulten Coach ein Bild für wichtige Veränderungen in der Kommunikation. Schnell und nachhaltig lassen sich so viele Konfliktpotenziale beseitigen und werden nicht totgeschwiegen oder schwelen weiter untergründig im Unternehmen.

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