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Kupferbedarf steigt im Zuge der Energiewende

JG 10. wirtschaft.com - Verwendung von Kupfer Göppingen - Das erste Metall, auf das die Menschheit vor fast 10.000 Jahren stieß, war Kupfer. Seither wird der Werkstoff von den Menschen genutzt und ist mittlerweile sogar so omnipräsent wie nie zuvor. Immerhin finden Kupfer und seine Legierungen in sämtlichen Lebensbereichen Anwendung. Vom Energiesektor über Hightech-Produkte bis hin zu privaten Haushalten – das rote Metall ist nahezu überall anzutreffen.

Die Verarbeitung von Kupfer im Laufe der Zeit

Die ersten Kupferanwendungen gehen auf die ausgehende Steinzeit vor 10.000 Jahren zurück. Im Laufe der Zeit breitete sich die Verwendung von Kupfer immer weiter aus – in der Bronzezeit gab Kupfer als Legierung mit Zinn sogar einen ganzen Epoche einen Namen. Doch auch sämtliche frühe Hochkulturen verarbeiteten das rote, gut zu bearbeitende Metall: Der Koloss von Rhodos, die Axt der Gletschermumie Ötzi, römische Münzen und altägyptische Wasserleitungen sind allesamt aus Kupfer gefertigt. Allerdings wurde auch im Laufe der Geschichte niemals so viel Kupfer verarbeitet wie in der heutigen Zeit. Schuld daran sind die guten Leistungseigenschaften von Kupfer, die die Verwendung in zahlreichen Gebieten ermöglichen.

Kupfer für intelligente Stromnetze

Der massive Ausbau von Stromnetzen ist das zentrale Merkmal der Energiewende. Denn dieser garantiert eine hohe Versorgungssicherheit und flächendeckende Verteilung von Strom – auch wenn dieser dezentral aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird. Darüber hinaus sollen die Netze in Zukunft als sogenannte „Smart Grids“ neben Energie auch Informationen transportieren, sodass Haushaltsgeräte auf intelligente Weise so gesteuert werden können, dass es zu einer gleichmäßigen Auslastung des Netzes kommt. Kupfer ist beim Stromtransport das favorisierte Material. Aufgrund seiner hohen elektrischen Leitfähigkeit verursacht das Metall nämlich kaum Leitungsverluste und ist trotzdem verhältnismäßig günstig zu beziehen. Kupferkabel können zu einem großen Teil auch unterirdisch verlegt werden, was vor allem im Sinne betroffener Anwohner ist – immerhin entfällt bei einer solchen Erdverlegung die Errichtung von Hochspannungsleitungen, was der Verschandelung der Landschaft entgegenwirkt. Kupfer ist allerdings nicht nur beim Stromtransport von Bedeutung, sondern auch bei der Generierung elektrischer Energie. So sind die Absorber von Solaranlagen häufig aus Kupferblech gefertigt, das die aufgefangene Wärme optimal an das Wärmemedium innerhalb des Kollektors überträgt. Große Kupferdraht -Wicklungen kommen auch bei Generatoren zum Einsatz – beispielsweise in Wasserkraftwerken, Windrädern und konventionellen Kraftwerken. Der Kupferanteil in einem einzigen Generator kann dabei eine Tonne und mehr betragen.

Kupfereinsatz in Elektromotoren

Auch beim Ausbau der Elektromobilität sind Wicklungen aus Kupfer relevant. Es befindet sich in fast allen Elektromotoren und auch konventionelle benzin- oder dieselbetriebene Pkws enthalten etwa 25 Kilogramm Kupfer. Bei reinen Elektromobilen oder in Hybridfahrzeugen ist der Anteil sogar noch größer. Die Kommunikationstechnik ist ebenfalls ein Gebiet des Kupfereinsatzes. In Handys, Computern, der Unterhaltungselektronik sowie der Nachrichtentechnik wird fast immer Kupfer verarbeitet. Schließlich kann es zu feinen Schaltungen verarbeitet werden und garantiert eine sichere und schnelle Signalübertragung. Darüber hinaus sind Elektroinstallationen aus Kupfer auch in privaten und öffentlichen Gebäuden die Regel.

Klimatechnik setzt auf Kupfer

Kupfer ist aufgrund seiner hohen Hitze- und Kältebeständigkeit auch in der Klimatechnik unentbehrlich. Denn selbst bei Tiefsttemperaturen behält das Metall seine soliden Eigenschaften und versprödet nicht. Darüber hinaus werden die Materialeigenschaften auch durch starke und schnelle Temperaturwechsel nicht negativ beeinflusst. Diese Dauerhaftigkeit lässt Kupferrohre auch zum Klassiker im Bereich der Hausinstallation werden: Gas, Trinkwasser, Rohrleitungen für industrielle Anwendungen und Versorgungsleitungen für Sprinkleranlagen werden vorzugsweise aus Kupfer hergestellt .

Durch Kupferrecycling Knappheit vorbeugen

Trotz einer weltweit steigenden Nachfrage und immer neuer Einsatzbereiche gehört Kupfer nicht zu den endlich vorrätigen Ressourcen. Dies liegt in den exzellenten Recyclingfähigkeiten des Metalls begründet. So verbraucht sich Kupfer nicht und lässt sich zudem ohne Qualitätseinbußen unbeschränkt wiederwerten. Dabei kommt es im Gegensatz zum Recycling synthetischer Werkstoffe auch nicht zu absteigenden Rohstoffkaskaden – vielmehr bleibt die Qualität von der Erstgewinnung bis zur zigfachen Neuverwendung invariabel. Allerdings geht die Verwertung im Vergleich zur Erstgewinnung mit einem erheblich niedrigeren Energie- und Rohstoffaufwand einher. Der Recyclinganteil von Kupfer liegt in Deutschland aktuell bei fast 50 Prozent – mit nach oben weisender Tendenz. Foto: djd/Deutsches Kupferinstitut
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