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Lebensmittel werden immer häufiger online gekauft

Der Onlinehandel mit Lebensmitteln boomt und die Art, wie wir Lebensmittel kaufen, verändert sich drastisch. Inzwischen wächst auch in Deutschland der Onlineumsatz von Lebensmitteln schneller als das Nonfood-Segment das war lange Zeit anders. In England finden bereits rund 20 des Lebensmittelverkaufs online statt. Einblicke in aktuelle Zahlen und Prognosen.

Überholt der Onlinehandel mit Food-Produkten das Nonfood-Segment?


Der E-Commerce ist weiterhin der Wachstumsmotor des deutschen Einzelhandels: So stieg der Umsatz im Onlinehandel im Jahr 2016 von 39,9 Milliarden Euro auf 44,2 Milliarden Euro, wie aus dem Online-Monitor des Handelsverbands Deutschland (HDE) hervorgeht. Für das laufende Jahr 2017 wird ein weiterer Zuwachs von 10 Prozent erwartet. Zwar ist der Onlineanteil im Lebensmittelbereich in Deutschland noch verschwindend gering, doch für die Zukunft weist alles auf ein rasantes Wachstum hin: So wuchs der Onlineumsatz von Lebensmitteln inklusive Getränken (ausgenommen Tabakwaren) in den Jahren 2015 und 2016 mit 21,2 Prozent fast doppelt so schnell wie das Nonfood-Segment (10,4 Prozent) insgesamt liegt er aktuell bei 1 Prozent des Gesamtumsatzes.

Das ist im europäischen Vergleich noch wenig: In England sind bereits circa "20 Prozent des Lebensmittelverkaufs internetbasiert", erklärt Ernährungswissenschaftlerin Hannelore Daniel im Gespräch mit dem Deutschlandfunk. Den Angaben des HDE zufolge sind Wein und Sekt die beliebtesten online vertriebenen Lebensmittel: 2016 hatten sie einen Anteil von 4,8 Prozent an der Warengruppe FMCG (Fast Moving Consumer Goods), zu der außer Lebensmitteln auch Kosmetika, Drogerieartikel und Heimtierbedarf zählen. Ein Blick in das zu Coop gehörende Online-Sortiment von Mondovino lässt erahnen, warum: Dort kann man nicht nur Wein, Sekt oder Champagner bestellen, sondern auch Fachwissen nachschlagen und an Weinveranstaltungen teilnehmen. Diese Angebotsvielfalt hat das Weinregal im Supermarkt nicht zu bieten.

Überholen Onlinelebensmittel in Europa bald Elektroartikel?


Das Beispiel zeigt zugleich, dass sich digitale Innovation und die Vorzüge lokaler Shops bzw. in diesem Fall Weinevents nicht ausschließen müssen. Zu einer ähnlichen Erkenntnis kommen Forscher der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, die unterschiedliche Konzepte zur Vermarktung von E-Food untersucht haben. Gerade die Verquickung von Onlinehandel und lokalem Filialnetz könnte einer der Gründe und zugleich Zukunftspotenzial für das schnelle Wachstum sein: Denn bisher sind es hauptsächlich stationäre Einzelhändler, die einen großen Anteil des Onlineumsatzes mit Lebensmitteln generieren. Immer mehr Supermarktketten ermöglichen die Onlinebestellung, indem sie auf ihr örtliches Filialnetz zurückgreifen. Das beschleunigt und vereinfacht die Logistik immens: Die Waren sind ohnehin vor Ort und müssen einfach in der Filiale zusammengestellt werden.

Der Studie zufolge eignet sich diese Option allerdings vorwiegend zum Einstieg in den Onlinehandel, wie er sich aktuell in Deutschland vollzieht. Bei vermehrten Bestellungen könnte der Warenbestand einer Filiale schnell ausgeschöpft sein. Daher machen die Forscher zwei weitere Varianten für einen erfolgreichen Lebensmittelonlinehandel aus: Zum einen den Versand über separate Versandlager und die ausschließliche Lieferung der Ware nach Hause. Dieses Modell eignet sich aber nur bei einem hohen Onlinevolumen. Zum anderen sehen die Forscher gerade in Stadtlagen Chancen in einer Kombination aus Versand und Abholung in der Filiale: So kann man sofort benötigte Waren in der Filiale abholen und den Rest nach Hause liefern lassen. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse geben die Forscher eine optimistische Prognose ab: "Der Online-Lebensmittelhandel wächst merklich und wird europaweit ab 2018 voraussichtlich die Umsätze im Online-Elektronikhandel übersteigen. Es wird dabei zum zweitstärksten Online-Marktsegment nach Mode in Europa werden."
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