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„Made in Germany“ – Bergbaumaschinen sind weiterhin gefragt

Für die deutschen Bergbaumaschinenhersteller spielt der Heimatmarkt nur noch eine untergeordnete Rolle. Die Branche rechnete im November 2018 mit einer Verringerung des Gesamtumsatzes des Jahres um 22% auf 90 Millionen Euro. Der Grund dafür sah der Vorsitzende des VDA Mining, Dr. Michael Schulte Strathaus in der wenig Rohstoff-, und damit auch wenig bergbauaffinen Politik.

In Polen wird die Steinkohleförderung ausgebaut

Das letzte Steinkohlebergwerk wurde in Deutschland bereits geschlossen, während in Polen die Steinkohlförderung ausgebaut wird, um sich so unabhängiger von Importen zu machen. Selbst in der Kali- und Salzindustrie sah der VDMA Mining Vorsitzende kaum große Impulse. Die Branche ging 2018 bereits davon aus, dass es auf dem Heimatmarkt zu weiter sinkenden, im günstigsten Fall zu stagnierenden Umsätzen kommt. Die VDMA-Prognose lautete, dass sich die Exporterlöse um 13% auf circa drei Milliarden Euro erhöhen, von denen 25% in der EU verbleiben. Zum Vergleich: 2017 Ware es noch 31%. Die größten Abnehmer sind neben Polen, auch Österreich, Frankreich und Belgien . Vor allem ist der Markt durch große Infrastrukturprojekte gekennzeichnet, die nach und nach auslaufen. Bisher gibt es laut Schulte Strathaus keinen vollständigen Ersatz und eben das ist der Grund, dass die VDMA in 2019 ebenfalls von stagnierenden, allenfalls leicht steigenden Exporten in die EU-Länder ausgeht. Nach den Berechnungen des VDMA erhöht sich der Anteil der USA am Gesamtexportvolumen um 2% auf 17%. Den Grund sieht der Vorsitzende der VDMA in der geänderten Energiepolitik der USA. Die Restriktionen seien durch US-Präsident Donald Trump gelockert worden und eben das hat zu einem vermehrten Einsatz von der im Inland gewonnenen Steinkohle geführt. Gefragt sind vor allem Maschinen, mit denen die Produktivität verbessert und somit die Gewinne gesteigert werden können. Eben das kommt den deutschen Herstellern und den Zulieferern zugute, bspw. denen von Schneckengetriebemotoren , die in vielen der Bergbaumaschinen verbaut sind. 2018 ging die Branche von einer moderaten Steigerung der Ausfuhren in die USA aus.

Deutscher Maschinenbau verzeichnet Rückgang – die Bergbaumaschinen sind im Aufwind

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres haben die deutschen Maschinenbauer ein deutliches Minus in ihren Auftragsbüchern verzeichnet. Dagegen legte die Bergbauzulieferindustrie um 40% zu. Die Maschinenbauer verbuchen im ersten Halbjahr 2019 einen Orderrückgang von 9% im Vergleich zu 2018. Hier wies das Minus im In- und Ausland dieselbe Höhe aus. Der VDMA Konjunkturexperte Olaf Wortmann erklärte den Rückgang mit einer schwächeren Weltkonjunktur, den zahlreichen zumeist politisch motivierten Verwerfungen sowie den tiefgreifenden Strukturwandel in der Automobilindustrie. Der deutsche Maschinenbau verfehlte im Juni 2019 sein Vorjahresniveau im Auftragseingang um real 5%. Im Berichtsmonat sanken die Inlandsbestellungen um 16%, während die Auslands-Aufträge ihr hohes Vorjahresniveau halten konnten. Was überraschend daran ist, ist der Fakt, dass die Zahl der Großaufträge aus den Nicht-Euro-Ländern recht hoch ist. Im Juni 2018 war diese bereits äußerst hoch und ist nun erneut angestiegen. Somit kam es zu einem Plus bei den Bestellungen aus den Nicht-Euro-Ländern von 2%. Wortmann erklärte, dass es recht selten vorkommt, dass ein schon ohnehin hohes Vorjahresniveau bei den Großanlagen gehalten werden, geschweige denn ansteigt. Die Maschinenbauer verbuchten aus dem Euro-Raum ein Bestellminus von 9%. Während der deutsche Maschinenbau sich weiterhin im Rückgang befindet, konnte die Bergbauzulieferindustrie im ersten Halbjahr 2019 ihren Umsatz um 40% über den Vorjahreszeitraum steigern. Dieser Aufwärtstrend setzt sich hingegen der Prognose aus 2018 weiter fort: Denn dieser legte gegenüber den Vorjahreswerten sowohl im Juni als auch im gesamten ersten Halbjahr 2019 weiter zweistellig zu. Die schwächelnde Maschinenbaukonjunktur zeigte sich ebenfalls im Drei-Monats-Zeitraum von April bis Juni 2019. In diesem Zeitraum sanken die Aufträge um 8% im Vergleich zu 2018. Im Inland gingen die Bestellungen um 12% zurück und die Auslandsorders um 6%. Die Aufträge aus den Euro-Ländern schrumpften um 7% und aus den Nicht-EU-Ländern sank das Bestellvolumen um 5%.

Gute Geschäfte gibt es auch in China

Die deutschen Bergbaumaschinenhersteller machen auch in China gute Geschäfte. 2018 erwarteten die Experten einen Exportanteil von knapp 10%. Der Grund dafür ist laut Schulte Strathaus, dass die politisch verantwortlichen erkannt haben, dass sich die Einrichtung der Hochleistungsbergwerke nicht allein mit der heimischen Technik umsetzen lässt. Von den deutschen Herstellern würden Techniken angeboten, die in China nur beschränkt oder gar nicht zur Verfügung stehen. Doch die Chinesen setzen alles daran, eben diese noch vorhandene Technologielücke zu schließen.

Die Betriebe sollen durch Roadmap unterstützt werden

In Zukunft werden sich die deutschen Bergbaumaschinenhersteller stärker mit den Anforderungen auseinandersetzen, die die Gesellschaft an die Gewinnung von Rohstoffen und damit an die Bergbaubetreiber als Kunden der Maschinenhersteller stellt. Schulte Strathaus nennt hier als Stichworte Nachhaltigkeit, Green Mining, gesunde und sichere Arbeitsplätze. Gemeinsam mit der VDMA erarbeitet die Branche eine Roadmap. Diese soll die Unternehmen unterstützen, die neuen Herausforderungen zu erkennen, um dann marktgerecht und erfolgreich darauf reagieren zu können. Das Ziel ist es, aus der Fülle der bereits gewonnenen Maschinendaten die entscheidenden Parameter herauszufiltern, und für die Steuerung der Maschinen und damit für den Gesamtprozess nutzbar zu machen.

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