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Merck KGaA und Merck & Co

PharmaindustrieBerlin – Zwei Pharmariesen, einer spart sich gesund, der zweite baut Stellen ab. Beide Unternehmen sind voneinander völlig unabhängig. Während die Merck KGaA ihren Sitz in Darmstadt hat, sitzt Merck & Co in Nordamerika. Doch sie haben etwas gemeinsam, ein Stück Firmengeschichte. Beide Unternehmen wurden von der deutschen Industriellenfamilie Merck gegründet. Merck & Co wurde bis zum Ersten Weltkrieg als Tochtergesellschaft der Merck KGaA geführt. Im Krieg kam es schließlich zur Enteignung und aus Merck & Co entstand ein eigenständiges Unternehmen.

Merck & Co in der Krise

Merck & Co, einer der größten Pharmakonzerne der Welt bekommt nicht nur die US-Finanzkrise zu spüren, sondern es machen ihm auch die Hersteller von Generika zu schaffen. Nach Ablauf des Patentschutzes können von anderen Herstellern ähnliche Medikamente auf gleicher Wirkungsbasis wesentlich billiger hergestellt werden. Gegenwärtig beschäftigt Merck & Co rund 86.000 Mitarbeiter, rund ein Zehntel davon soll abgebaut werden. 8.500 Entlassungen stehen an und weitere 7.500 Jobs werden gestrichen. Jährlich erhofft sich der Pharmariese durch die Maßnahmen Einsparungen von 2,5 Milliarden US Dollar, das sind 1,85 Milliarden Euro. In Zukunft will das Unternehmen auf wachstumsstarke Bereiche, wie etwa die Alzheimer-Forschung setzen. Auch soll ein besonderer Fokus auf die wichtigsten Märkte gelegt werden. „Die Aktionen werden Merck zu einem wettbewerbsfähigeren Unternehmen machen“, erklärte Konzernchef Kenneth Frazier.

Merck KGaA kommt aus der Krise

Das Spar- und Umstrukturierungsprogramm mit allen Fit-für2018-Maßnahmen zeigt Wirkung. Mit dem Programm sollen ab 2018 jährlich 385 Millionen eingespart werden. Dazu ist es notwendig, bis 2015 rund 1.100 Stellen abzubauen, der Großteil davon noch 2013 und 2014. Im Vorjahr, als hohe Umbaukosten das Budget belasteten, musste Merck einen Verlust von 63,2 Millionen Euro hinnehmen. Nachdem in den ersten beiden Quartalen 2013 bereits Schwarze Zahlen geschrieben wurden, freute sich Konzernchef Karl-Ludwig Kley, die angehobenen Prognosen bestätigen zu können. Für heuer wird ein Konzernumsatz von 10,7 bis 10,9 Milliarden Euro erwartet. Der Umsatz liegt zwar bisher auf Vorjahresniveau, doch gab es keine Sonderbelastungen und die Einsparungen greifen. Etwa im Bereich Merck Serono sollen bis Jahresende allein 250 Millionen Euro eingespart werden. Die Sparte Merck Serono entstand durch die Übernahme des Biotechnologie-Unternehmens Serono in der Schweiz, das anschließend mit der haueigenen Sparte Merck Ethicals fusioniert wurde. Schwerpunkte von Merck Serono sind Onkologie, neurodegenerative Erkrankungen und Rheumatologie. Merck setzt jedoch nicht nur Pharmakologie, sondern auch auf Chemie. Im Flüssigkristallgeschäft konnte der operative Gewinn um 8,4 Prozent gesteigert werden. Merck ist noch vor den japanischen Konkurrenten weltweit Spitzenreiter bei Flüssigkristallen.

Foto: © Pawel Kryj

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