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Messegeschäft läuft langsam an

Die deutschen Messestandorte stehen nach einer Zwangspause von rund 15 Monaten aufgrund der Corona-Pandemie vor dem Neustart. Auch die gastgebenden Städte von Frankfurt bis Husum profitieren davon. 2019 trugen die 180 nationalen und internationalen Messen rund 28 Milliarden Euro oder 0,08 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zur deutschen Wirtschaftsleistung bei.

Der physische Messebetrieb ist gestartet

In Magdeburg fiel mit der Landes-Bauausstellung vom 25. bis 27. Juni 2021 der Startschuss für die physischen Messebetriebe. Bis zum Jahresende sind in Deutschland weitere 150 Messen geplant. Die Messewirtschaft hat lange darauf gewartet, dass es wieder losgeht, da die Lockdowns seit März 2020 die Präsenzmessen nahezu unmöglich machten. Für die Branche war es ein herber Schlag, denn Deutschland ist mit zehn Prozent einer der größten Standorte für Messen. Hinzu kommt, dass die ausländischen Besucher ausblieben, selbst wenn hier und da kleinere Veranstaltungen stattfanden und das vor allem in den Sommermonaten, wo vor allem der eingeschränkte Flugverkehr für Ernüchterung sorgte.

Der wirtschaftliche Effekt der Messen fiel 2020 um 75 Prozent auf gut nur noch sechs Milliarden Euro. Das Ausland stellt normalerweise 60 Prozent der Messeaussteller und 30 Prozent an Besucher. Zu ausgelasteten Hotels sorgen die vielen Fernreisenden und guten Geschäften in den Top-Messestandorten wie Leipzig, Köln, Hannover oder Frankfurt.

Tausende Arbeitsplätze hängen an den Messen

Messen erfordern erhebliche Investitionen in die Infrastruktur. Beispielsweise wird in Frankfurt gerade eine neue Messehalle für über eine Milliarde Euro gebaut. Messen sind vor allem beschäftigungsintensiv. Für Frankfurt wurde bspw. in einer Untersuchung für das Jahr 2017 eine Beschäftigungswirkung von 18.500 Arbeitsplätzen bei Ausgaben der Aussteller und Besucher in Höhe von über 2,8 Milliarden Euro ermittelt. Damit ist die Wiederaufnahme des Messebetriebes auch für den Arbeitsmarkt der inländischen Standorte immens wichtig.

Auch die Messebauer hatte es schwer erwischt, denn von jetzt auf gleich war den Firmen das Geschäft praktisch komplett weggebrochen. Weltweit wurden über 2000 Messen und Ausstellungen weltweit verschoben oder abgesagt, davon 337 in Deutschland. Eine aktuelle Auswertung des Branchenportals „Expodatabase“ aus März/April 2020 zeigt dieses auf.

Die erste Messe nach Corona – das beste herausholen

Auch wenn Messebetreiber strenge Auflagen wie Abstand- und Hygieneregeln beachten müssen, um so für die Sicherheit der Gäste zu sorgen, ist die Lockerung für Aussteller und Messebauer eine wertvolle Möglichkeit wieder Fuß zu fassen und neue Kunden zu gewinnen. Eine Messe ist die optimale Plattform, wenn es darum geht Produktneuheiten zu präsentieren, neue Kunden zu gewinnen und potenzielle Geschäftspartner kennenzulernen. Allerdings bedarf es einiger Vorbereitungen, um sich und sein Unternehmen überzeugend als einzigartige Marke zu präsentieren. Genau dafür bedarf es einer guten Vorbereitung.

Wichtig dafür ist es, den Messeauftritt gezielt vorzubereiten und dabei werden die Messeziele definiert. Erst dann, wenn die Ziele vorliegen, wird der Erfolg des Messeauftritts messbar. Auch das Design- und Standkonzept wird nach den Messezielen ausgerichtet. Bei Design sollte darauf geachtet werden, dass dieses zum Unternehmen passt und die Messebesucher anspricht. Hilfreich sind dafür bspw. große Kunstpflanzen als Dekoration für Messen und Indoor-Events. Diese sorgen für einen angenehmen Aufenthalt und zugleich dienen sie als optischer Hingucker und werten den Stand auf. Bei dem Standpersonal sollte auf geschulte Mitarbeiter rechnen, von denen das Unternehmen optimal repräsentiert werden.

Zumeist sind Präsenzmessen nicht zu ersetzen

Online-Messen habe in der Zeit des Lockdowns einen deutlichen Schub erfahren. So konnten Veranstaltungen wie bspw. die Kölner Videospielmesse Gamescom aufgrund der digitalen Produkte und der online Affinität der Besucher problemlos ins Internet verlagert werden. Auch in diesem Jahr Ende August wird die Messe wie in 2020 rein online stattfinden.

Allerdings leben die Messen für nicht-virtuelle Güter, wie Fahrzeuge, Maschinen und Lebensmittel weiterhin von der Begegnung, bei der Aussteller und potenzielle Käufer sich über die Produkte austauschen. Zukünftig dürften Hyprid-Konzepte, die standortgebundene Veranstaltungen mit einem erweiterten online Angebot kombinieren, häufiger stattfinden. Jedoch können diese die klassischen Messen nicht ersetzen.

Was liegt in der Zukunft an – die IAA mit neuem Konzept

Die  nächste große Messe, die stattfinden wird ist die EQUITANA Open Air Mannheim vom 06. August bis zum 08. August. Ein hybrides Angebot mit digitalen Ergänzungen ist der CARAVAN Salon Düsseldorf 2021. Erstmalig wird die IAA in München stattfinden und will mit einem neuen Konzept überzeugen. Die Messe wird vom 07. September bis zum 12. September 2021 stattfinden und sie ermöglicht es den Besuchern erstmalig, auch Autos selbst zu testen.

Möglich wird dies auf einer speziellen Umweltspur, die das Stadtzentrum mit der Messe verbindet. Der Geschäftsführer des Automobilverbandes VDA Jürgen Mindel erklärt, dass es darum geht, das gesamte Spektrum der „Mobilität von morgen aufzuzeigen“. Auf der Mobilitätsmesse, die vom VDA ausgerichtet wird, sind über 500 Hersteller aus knapp 30 Ländern vertreten, darunter auch Audi, BMW, Daimler, Ford, Porsche, Renault, Volkswagen und Hyundai. Die wichtigen Branchengrößen wie Toyota oder der Stellantis-Konzern fehlen aktuell noch. Zu Letzteren zählen unter anderem Fiat, Peugeot und Opel. Die Veranstalter konnten stattdessen Techkonzerne wie IBM und Huawei gewinnen. Zudem hat sich die IAA zu einer der größten Fahrradmessen Europas entwickelt.

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