Mietpreise in Österreich explodieren

Zwischen 2008 und 2014 sind die privaten Mieten um 28 Prozent gestiegen. Im Vergleich dazu: Die allgemeine Teuerung hat im selben Zeitraum ‚nur‘ 12 Prozent betragen. Löhne und Gehälter sind sogar um nur 13 Prozent gestiegen. Und diese Entwicklung setzt sich fort: Auch im Monat Mai sind die Mieten mit einem Plus von 2,9 Prozent fast fünfmal so stark angestiegen wie die Gesamt-Inflation. Es muss jetzt gehandelt werden“, betont Dr. Harald Glatz, Konsumentenschutzsprecher des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ). Der PVÖ fordert daher die sofortige Umsetzung eines ‚Wohn-Pakets für alle Generationen‘, in dem auch klare, gesetzliche Miet-Obergrenzen enthalten sein müssen“, stellt Dr. Glatz klar und appelliert an die ÖVP ihre Blockade bei dieser wichtigen Maßnahme endlich zu beenden.

„Die Forderung nach einer gesetzlichen Obergrenze für Mieten hat nichts mit fehlendem ‚Realitätssinn‘ zu tun, wie ÖVP-Justizminister Brandstetter kürzlich meinte. Diese gesetzliche Grenze ist eine Notwendigkeit. Nur so können wir dem Mietpreis-Wucher endlich einen gesetzlichen Riegel vorschieben und Wohnen in Österreich wieder leistbarer machen“, betont Dr. Glatz. „Wir dürfen hier – im Sinne der Menschen in unserem Land und besonders der sozial Schwächeren – keine weitere Zeit mehr verlieren. Die Menschen leiden unter den hohen Mieten. Wir im Pensionistenverband erleben dies Tag für Tag wenn sich zahlreiche hilfesuchende PensionistInnen an uns wenden, weil sie nicht mehr wissen ob sie sich die Miete im nächsten Monat noch leisten können oder der Umzug in eine kleinere, seniorengerechtere Wohnung an überzogenen Maklergebühren scheitert. Viele SeniorInnen machen sich aber auch Sorgen um die Jungen und berichten, dass sich ihre Enkelkinder die erste eigene Wohnung kaum oder gar nicht leisten können. Dass sozial Schwächere besonders unter den steigenden Mietpreisen leiden, zeigen auch Statistiken schwarz auf weiß. Laut einer aktuellen Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo) ist die Abgabenbelastung für die ärmsten zehn Prozent der ÖsterreicherInnen – unter ihnen besonders viele SeniorInnen und junge Familien – seit 2007 trotz Steuerreform um 1,5 Prozentpunkte gestiegen. Hauptverantwortlich dafür: Die enormen Preissteigerungen bei Mieten und Lebensmitteln“, kritisiert Glatz.

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