Wien – Im ersten Halbjahr 2013 ging der Umsatz beim österreichischen Möbeleinzelhandel im Vergleich zum Vorjahr nominal um 1 Prozent und real um 3,9 Prozent zurück. Die durchschnittliche Kundenzahl sank um 2,2 Prozent. Quartalsbezogen zeigten sich die Zahlen im zweiten Jahresviertel schlechter als im ersten. Allein im Monat Juni war der Umsatz nominal um 2,2 Prozent und real um 4,9 Prozent rückläufig.
Mit neuen Strategien gegen die Krise
Durch das Ausschöpfen möglichst vieler gemeinsamer Synergien und Ressourcen sollen die einzelnen Betriebe gestärkt werden. Service & More ist ein Handelsdienstleister, dem 237 Möbelhändler und Raumausstatter der Kooperationen Garant-Möbel Austria und der Wohnunion sowie 340 Lieferanten angehören. Die Garant-Möbel-Gruppe ist ein Einkaufsverband für den mittelständischen Möbelfachhandel. Über 120 Betriebe aus allen Bundesländern sind in der Gruppe zusammengefasst. Der Wohnunion gehören über 100 Raumausstatter an. Christian Wimmer, Geschäftsführer von Service & More sieht in der Bündelung der einzelnen Kräfte eine Chance gegen die Krise. Gemeinsam soll verstärkt das Vertrauen der Kunden gewonnen werden: „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist das Vertrauen wichtig. Die Konsumenten haben gerne eine Person, an die sie sich wenden können, wenn sie Beratung und Unterstützung brauchen, auch noch nach dem Kauf.“ Der Kunde solle wieder mehr zum sprichwörtlichen König werden.
Marketingoffensive
Service & More hat heuer bereits 325.000 Euro in eine Marketingoffensive investiert, der Schwerpunkt liegt in den Bereichen Neue Medien und in speziellen Kampagnen. Wimmer setzt dabei auf Veranstaltungen in den Möbelhäusern, durch die Kunden angesprochen werden sollen. Kabarettprogramme stehen dabei ebenso am Veranstaltungskalender wie Konzerte, Weinverkostungen und Diskussionen. Sein Ziel ist es auch, Mitglieder aus dem benachbarten Ausland zu akquirieren, denn auch über die Grenzen hinaus soll die Branche gestärkt werden. Zehn Partner aus Italien sind bereits gefunden, weitere sollen aus Slowenien und Kroatien folgen. Der gemeinsame Umsatz aller Mitglieder betrug im Vorjahr 418 Millionen Euro, das entspricht 10 Prozent des Gesamtumsatzes der Möbelbranche. Der Marktanteil der Einzelhändler liegt in Österreich bei 24 Prozent. Wimmer sieht auch in der Übernahme der Leiner/Kika-Gruppe durch die südafrikanische Steinhoff-Gruppe Chancen. Er ist überzeugt, dass sich die Marktsituation durch die Anpassung der Leiner/Kika-Produkte an das Preisniveau der Steinhoff-Gruppe in Österreich zugunsten der mittelständischen Betriebe verändern wird. Das Familienunternehmen Kika/Leiner ging im Juni 2013 an die südafrikanische Gruppe. Kika/Leiner war bis 2000 österreichischer Marktführer, wurde jedoch 2001 von Lutz überholt. Die beiden Möbelhäuser sowie XXXLutz, Mömax und Möbelix nehmen in Österreich 55 Prozent des Marktes ein. Ikea, mit 14 Prozent, spielt eine untergeordnete Rolle.
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