Monier Gruppe: Jahr der Jubiläen mit Sorgen

Oberursel – 2013 feierte Monier Braas Deutschland sein 60-jähriges Firmenjubiläum. Monier Italien durfte auf 50 Jahre Firmengeschichte zurückschauen und Monier China wurde 20 Jahre alt.  Doch Monier hat auch Sorgen, wirtschaftliche Sorgen, sitzt der weltweit führende Hersteller und Anbieter von Baustoffen für geneigte Dächer, Dach- und Schornsteinsystem sowie Lüftungsanlagen, doch auf einem großen Schuldenberg. Die Monier Gruppe, die zum größten Private Equity Fonds gehört hat 2012 einen Nettoverlust von 180 Millionen Euro erwirtschaftet. Der gesamte Schuldenberg weist eine Höhe von einer Milliarde Euro auf. Das Unternehmen verfügt über operativ tätige Gesellschaften in 40 Ländern und betreibt 122 Produktionsstätten in 33 Länder. Eine Tochter Moniers ist Bramac, doch auch das österreichische Unternehmen bereitet seiner Mutter Sorgen.

Bramac unter neuem CEO

Rudolf Braas und Hofman & Maculan gründeten 1966 im niederösterreichischen Pöchlarn das Unternehmen. 1969 übernahm Wienerberger nach dem Ausscheiden von Hofman & Maculan deren 50 Prozent Anteile. 2011 wird die Monier Gruppe 100 Prozent Eigner von Bramac. Doch seit der Übernahme durch Monier sinken die Umsätze. Die Wertberichtigung der Osttöchter hinterließ zusätzlich ein Minus von 70 Millionen Euro. Zwei CEO haben seit der Übernahme Pläne verfolgt, die jedoch scheiterten. Jetzt liegt das Geschick seit Mai 2013 von Bramac in den Händen des neuen CEO Michael Utvary. Er setzt sofortige Sparmaßnahmen, die nach dem Umsatzeinbruch 2012 um 1,6 Millionen Euro auch notwendig scheinen. Der Standort Mazedonien wurde aufgelassen und die Standorte in Osteuropa abgeschrieben. Das Resultat war ein Minus von 60,6 Millionen Euro. Utvarys Vorgänger, Josef Weinzierl, begann bereits den Rotstift anzusetzen, der neue CEO setzt  die Linie fort: „Die 2012 begonnenen Restrukturierungsmaßnahmen werden heuer fortgeführt und sind nun weitgehend abgeschlossen.“

Auch Stellen abgebaut

Zu den Sparmaßnahmen zählte auch ein Stellenabbau. Insgesamt wurden in der gesamten Bramac Gruppe 150 Arbeitsplätze eingespart. Auch das Management war davon betroffen. Um trotz des reduzierten Personalstands produktions- und leistungsfähig zu bleiben, mussten Prozesse vereinfacht werden. Die Bausaison in Österreich war kürzer als sonst, da der Winter lange anhielt. Besser zeigte sich die Situation in Ungarn, Rumänien und Bulgarien, wo sogar Zuwächse verzeichnet wurden. Utvary ist zuversichtlich: „Den entstandenen Rückstand konnten wir im recht guten zweiten Halbjahr nur teilweise abbauen und werden somit im Umsatz etwas unter dem Jahr 2012 abschließen. Das Ergebnis wird hingegen deutlich besser ausfallen, was uns in die Lage versetzen wird, entsprechende Gewinne als Dividende an unsere Konzernmutter Monier auszuschütten.“ Da nur durch Verlängerungen von Kreditlaufzeiten bei Monier in der Vorwoche eine Insolvenz verhindert werden konnte, dürften derartige Nachtrichten sehr positiv von der Gruppe aufgenommen werden.

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