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MPU – zurück zum Führerschein nach Führerscheinentzug

Der Begriff medizinisch-psychologische Untersuchung – kurz MPU – stammt aus dem Verkehrsrecht. Demjenigen, der oftmals von der Polizei angehalten wird, da er im Straßenverkehr auffällig geworden ist, kann ein MPU Test drohen.

Bei dieser Untersuchung handelt es sich keinesfalls um eine Ausnahme, sondern es trifft mehr Führerscheinbesitzer als gedacht. Kam es in 2017 allein zu rund 88.000 medizinisch-psychologischen Untersuchungen – wobei die Zahl rückgängig ist. Denn 2003 waren es noch über 110.000.

Durch die MPU die Fahrerlaubnis zurückerhalten

Immer dann wenn ggf. ein Fahrverbot vorliegt und die Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeugs festgestellt werden soll, wird die Erstellung eines Gutachtens angeordnet. Bei den häufigsten Vergehen der Verkehrssünder, die den Entzug des Führerscheins zur Folge haben, ist unter anderem das Fahren unter Alkoholeinfluss aber auch Drogen- und Medikamentenmissbrauch.

Die MPU, die umgangssprachlich als „Idiotentest“ bezeichnet wird, hat keinen guten Ruf und viele der Betroffenen fürchten diese Untersuchung. Das Gutachten der MPU dient dem Zweck, dass die Fahrerlaubnisbehörde beurteilen kann, ob der betroffene wieder in der Lage ist, am Straßenverkehr teilzunehmen. Wichtig dabei ist, dass den Betroffenen ihr Fehlverhalten bewusst wird und sie in Zukunft nicht mehr auffällig werden.

4 wichtige Gründe für die Anordnung einer MPU

Durch die Fahrerlaubnisverordnung (FeV) werden der Führerscheinstelle die Gründe vorgegeben, die zum Entzug der Fahrerlaubnis führen können. Darunter befindet sich nicht nur der Konsum von Drogen (z.B. Cannabis) und/oder Alkohol, sondern es gibt sogar noch zahlreiche andere Gründe, die ein Fahrverbot mit sich führen und eine MPU notwendig machen:

  • Körperliche und/oder seelische Erkrankungen: bzw. Epilepsie, schwere Depressionen in akuter Phase, schwere Diabetes, mittlere bis schwere Demenz, Manien und Schizophrenie.
  • Körperliche Abhängigkeiten: Blutalkoholkonzentration von mind. 1,6 Promille, alternativ eine Atemalkoholkonzentration von 0,9 mg/l und das Fahren unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss.
  • Punkte in Flensburg: ab 8 Punkten, laut Bußgeldkatalog (seit Mai 2014 im Verkehrszentralregister)
  • Fehlverhalten beim Autofahren bzw. charakterliche Mängel: überhöhte Geschwindigkeit, Aggressivität etc.

Die Pflicht an der Teilnahme an einer medizinisch-psychologischen Untersuchung kann sowohl Fahranfänger betreffen als auch Fahrer, die bereits über längere Zeit im Besitz der Fahrerlaubnis sind und denen der Führerschein entzogen wurde. Für die Neuausstellung des Führerscheins ist ein positives MPU-Gutachten notwendig, das von einer frei wählbaren MPU-Begutachtungsstelle in Deutschland erstellt wird.

Zurück zur Fahrerlaubnis – was geschieht bei dieser Untersuchung?

Die Untersuchung besteht aus einem medizinischen und einem psychologischen Test. Im medizinischen wird der Betroffene durch einen Arzt untersucht. Dieser prüft die körperliche Verfassung, wofür ein Fragebogen ausgefüllt werden muss. Zudem kommt es zu körperlichen Untersuchungen, damit der Arzt sich ein umfassendes Bild machen kann. Je nach Grund des Führerscheinentzugs reicht unter Umständen eine körperliche Begutachtung bzw. ein fachärztliches Gutachten aus und die psychologische Untersuchung entfällt.

Fällt das Gutachten positiv aus, dann gibt es nichts mehr zu befürchten, denn das Ziel wurde erreicht: Nach Vorlage des Gutachtens bei der Führerscheinstelle wird die Fahrerlaubnis wieder neu erteilt bzw. es wird vom Führerscheinentzug abgesehen. Doch ein negatives sollte nicht eingereicht werden, denn ansonsten kann es zu einem Ablehnungsbescheid sowie einem Eintrag ins Fahreignungsregister kommen.

Die MPU sicher bestehen mit der richtigen Vorbereitung

Dienlich ist eine solche Vorbereitung ebenfalls in Hinsicht auf die Durchfallquote. Von vielen Befürwortern wird argumentiert, dass die Teilnehmer aufgrund einer MPU eine geringere Rückfallquote aufwiesen als ohne diese Maßnahme. Doch es gibt einige Evaluationsstudien und diese weisen eine Rückfallquote von 12 bis 18 % nach einer erfolgreich bestandenen MPU auf. Zwar variieren die Zahlen, doch von Seiten der Befürworter heißt es, dass ohne diese Untersuchung die Rückfallqoute bei 35 % liegen würde. Viele Verkehrssünder sind aufgrund der hohen Durchfallquote gewillt, sich mit ihren Fehlern intensiv auseinanderzusetzen.

Um ein negatives Gutachten zu vermeiden oder Nachschulungskursen zu entgehen, ist es ratsam einen sogenannten MPU Vorbereitungskurs zu besuchen. Diese finden im Vorfeld der eigentlichen MPU statt und in ihnen bereiten sich die Teilnehmer auf die Fragen und den Ablauf vor. Zwar erhöhen sich die Kosten für die Untersuchung, doch zugleich wird das Ergebnis in der Regel positiv beeinflusst.

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten sich für die MPU vorzubereiten. Eine davon ist „Schnell MPU – zurück zum Führerschein“. Bei dem MPU-Coaching handelt es sich um eine persönliche Vorbereitung durch eine qualifizierte und erfahrene Fachkraft. Das Coaching eignet sich für alle Ausgangslagen: von Alkohol und Drogen bis hin zu Punkten, Straftaten und anderen Dingen.

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