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Müller lehnt Habeck-Vorstoß zu griechischen Flüchtlingslagern ab

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) lehnt die Forderung von Grünen-Chef Robert Habeck ab, die Kinder aus den überfüllten griechischen Flüchtlingslagern nach Deutschland zu bringen. "Den Kindern kann und muss am schnellsten und wirksamsten vor Ort geholfen werden. Ich verstehe hier die Hilflosigkeit der griechischen und europäischen Behörden nicht", sagte Müller der "Passauer Neuen Presse" (Montagsausgabe).

In afrikanischen Flüchtlingscamps werde gemeinsam mit den Flüchtlings- und Kinderhilfswerken der Vereinten Nationen, UNHCR und UNICEF, schneller und effektiver geholfen. Der Minister kritisierte die Verhältnisse in den griechischen Aufnahmelagern und die mangelnde Hilfe der EU. "Das sind unhaltbare, inhumane Zustände mitten in Europa", sagte er. "Dort herrschen katastrophale Zustände, die sich in den vergangenen Monaten weiter zugespitzt haben. Leider hat die Europäische Union nicht reagiert", so Müller. "Wir dürfen Griechenland nicht im Stich lassen. Europa muss sofort und entschlossen helfen, die Flüchtlingslage zu bewältigen", forderte er. "Wir dürfen nicht abwarten, bis es zur Katastrophe kommt." Europa müsse sich an seine Werte erinnern. Und die EU sollte sich, was den humanitären Aspekt betreffe, viel schneller und wirksamer in den Flüchtlings- und Konfliktgebieten engagieren, so der Minister. Kritik übte der CSU-Politiker auch an Russland und China, die im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Verlängerung eines Hilfsprogramms für die Zivilbevölkerung in Syrien blockieren. Damit werde das "humanitäre Völkerrecht auf das Gröbste missachtet", so Müller. Die Weltvölkergemeinschaft könne dies nicht akzeptieren: "Die Vetomächte Russland und China dürfen humanitäre Hilfe nicht weiter blockieren."

Foto: Robert Habeck, über dts Nachrichtenagentur

 

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