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Nahrungsergänzungsmittel: Vitamine & Co. werden immer beliebter

Den Herstellern von Vitaminen & Co. ist es möglich, mit dem Gesundheitsbewusstsein der Deutschen ein gutes Geschäft zum machen. Denn mittlerweile greift jeder dritte Deutsche zu Nahrungsergänzungsmitteln und gibt dafür bis zu 300 Euro jährlich aus. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage auf. Rund sechs Milliarden Euro setzt die Branche in Europa jährlich um und davon vier Milliarden allein in Deutschland.

Umfassende Gesundheitsversprechen und Warnungen vor Vitalstoff-Mangel

Geworben wird von den Herstellern der Nahrungsergänzungsmittel vor einem bedrohlichen Vitalstoff-Mangel und mit umfassenden Gesundheitsversprechen. Diese sind allerdings nicht wissenschaftlich belegt, denn Nahrungsergänzungsmittel zählen zu den Lebensmitteln und nicht zu den Medikamenten. Somit muss die Wirkung dieser „Lebensmittel“ nicht durch Studien bewiesen werden.

Viele Menschen schwören auf die gesundheitlichen Effekte der Powerpräparate und ganz besonders die Sportler fühlen sich mit den Energiekonzentraten auf der sicheren Seite. Doch viele Mediziner halten dagegen und erklären, dass Nahrungsergänzungsmittel überflüssig sind. Immer wieder wird sogar die Meinung laut, dass eine Überversorgung mit Vitalstoffen gefährliche Auswirkungen habe und sogar ein erhöhtes Krebsrisiko mit sich bringe. Aber die Zahlen zeigen ganz andere Ansichten auf, denn gut aussehen, gesund und fit zu sein, das zählt. Dazu gehört eben auch eine gesunde Ernährung und diese scheint mit den Nahrungsergänzungsmitteln sehr einfach zu sein.

Die ersten Umfragen stammen aus 2006

Aiipa (italienischer Verband der Lebensmittelindustrie) hat 2006 eine erste Statistik veröffentlicht. Aus dieser geht hervor, dass 30 % der befragen Personen bereits in den drei vorherigen Jahren mindestens einmal Ergänzungsmittel genutzt hat. Dieser Prozentsatz hatte sich 2010 bereits verdoppelt und 2015 zeigte eine Marktanalyse von Nielsen Deutschland auf, dass der Gesamtumsatz von Gesundheitsprodukten im Zeitraum April 2013 bis März 2014 knapp 50 Milliarden Euro betrug.

Das ist ein Wachstum von 5,4 % im Vergleich zum vorhergehenden Zeitraum 04/2012 bis 03/2013. Zu diesen Produkten zählen auch die verschreibungspflichtigen Arzneien (74 %) und die nicht verschreibungspflichtigen (OTC) Produkte inklusive der Nahrungsergänzungsmittel mit 26 %.

Wird nur der Bereich der Nahrungsergänzungsmittel betrachtet, so liegt der Umsatz bei 1,045 Milliarden Euro und das macht 2,1 % des Gesamtumsatzes von Gesundheitsprodukten aus oder 8 % des Umsatzes der OTC-Produkte. In Zeitraum 2013/2014 wurden laut der AK NEM 168 Millionen Packungen an Nahrungsergänzungsmitteln verkauft und das ist eine leichte Steigerung von 3,2 % gegenüber 2012/2013.

Der Markt boomt auch 2016

Rund 1,1 Milliarden Euro gaben die Bundesbürger 2015 für Nahrungsergänzungsmittel aus und das sind 9 % mehr als 2014. Um einen Vergleich zu haben: Für pflanzliche Arzneimittel gaben die Deutschen im gleichen Zeitraum knapp 1,6 Milliarden Euro (+5,9 %) aus. Damit boomt der Nahrungsergänzungsmittelmarkt.

Die führenden Produktkategorien im Nahrungsergaenzungsmittelgeschäft sind laut dem Beratungsunternehmen IMS Health Magnesium mit einem Umsatz von 209,3 Mio. Euro, gefolgt von Kalzium- (103,4 Mio. Euro) und Eisenpräparaten (86,3 Mio. Euro). Doch die Vitamin-A und –D-Produkte sowie die B-Vitamine in Mono-Form verbuchten 2015 die stärksten Zuwächse mit Raten die teilweise über 20 % betrugen.

Nach den Angaben von IMS Health greifen die Frauen wesentlich häufiger zu den Nahrungsergänzungsmitteln als Männer. So nehmen 25 % der deutschen Frauen regelmäßig Vitamin- oder Mineralstoffpräparate ohne ärztliche Empfehlung ein. Bei den Männern beträgt der Anteil 18 %. Jedoch werden die NEM zudem auch in einem nennenswerten Umfang ärztlich empfohlen und verordnet. Laut IMS 2015 wurden 28 % der Apothekenumsätze mit den Zusatzpräparaten von Ärzten angestoßen.

Sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?

Nahrungsergänzungsmittel sind nicht dazu bestimmt den Körper zu heilen oder ihn zu beschützen und für die Sicherheit dieser Präparate sind allein die Hersteller verantwortlich.

Jeder Mensch benötigt Vitamine, denn dieser kann der Körper nicht allein herstellen. Doch wer weiß schon mit Sicherheit, ob er genügend Vitamine mit der Nahrung aufnimmt. Aus diesem Grund nutzen und auch vielen anderen Beweggründen greifen immer mehr Verbraucher zu den NEM. Doch grundsätzlich gilt, dass Nahrungsergänzungsmittel für eine gesunde Person, die sich normal ernährt überflüssig sind. Wer sich ausgewogen ernährt, der führt seinem Körper alle Nährstoffe zu, die dieser benötigt. Doch auf der anderen Seite kann eine einseitige, unausgewogene Ernährung nicht durch den Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden.

Aktuelle Studien aus den USA haben herausgefunden, dass die NEM auch keinen positiven Effekt auf das Krebsrisiko, Herz-Kreislauferkrankungen und die Sterblichkeit haben. Doch es gibt Personengruppen, für die die Einnahme dieser Präparate sinnvoll sein kann. Dazu gehören beispielsweise Schwangere, Vegetarier, Senioren oder Alkoholabhängige Menschen. Doch in diesen Fällen sollten die Nahrungsergänzungsmittel dann nach Möglichkeit von einem Arzt verschrieben werden.

Von der EFSA wurde eine sogenannte Tolerable Upper Intake Level (UL) erstellt, in der genau die tägliche Aufnahme für Vitamine und Mineralstoffe festgelegt ist. Mit diesem Referenzwert wird die maximale langfristige Gesamtzufuhr von einem Nährstoff angegeben, durch den mit keinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu rechnen ist.

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3 Kommentare

  1. Können Sie konkrete aktuelle Studien nennen, auf die Sie sich beziehen?
    („Aktuelle Studien aus den USA haben herausgefunden, dass die NEM auch keinen positiven Effekt auf das Krebsrisiko, Herz-Kreislauferkrankungen und die Sterblichkeit haben.“)

  2. Mit Nahrungsergänzungsmittel habe ich mich erst beschäftig, als ich Schwanger werden wollte. Zu Beginn war ich regelrecht überfordert, es gibt 100e Präparate für alle möglichen Zeiten der Schwangerschaft. Ich entschied mich dafür zwei Präparate (Clavella/Velnatal) nacheinander zu nehmen um auf den sich änderten Bedarf einzugehen. Ich fühle mich mit damit sehr wohl und auch meine Ärztin stellte eine positive Entwicklung fest. Allerdings ist es bei den Nahrungsergänzungsmittel wirklich wichtig hochwertige Produkte zu nehmen um eine gezielte Wirkung zu erhalten. Und in anderen Situationen hilft oft schone eine gesunde Ernährung. ;)

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