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Ökostrom: Wettbewerb unter den grünen Anbietern

SonnenenergieWien – Wie können Verbraucher die Art der Stromerzeugung bestimmen, wenn doch der Strom ohne Kennmarke aus der Steckdose kommt? Einfach über den Vertrag. Wird Ökostrom bezogen, wird der Verbrauch mit dem Erzeuger verrechnet. Auf der Rechnung muss ausgewiesen sein, wer wie viel Strom eingespeist hat. Der Kunde kann ersehen, welche Anteile an welchem Strom er konsumiert.

Ökostrom im Angebot

Naturkraft heißt die Tochter der EnergieAllianz, die sich aus Wien Energie, EVN und Bewag zusammensetzt. Und sie bringt, neu im Wettbewerb um den umweltfreundlichen Strom, die beiden anderen, längst konkurrierenden Anbieter gehörig ins Schwitzen. 6,1 Cent netto kostet die Kilowattstunde Ökostrom bei Naturkraft, die die Energie aus Biomasse, Sonne, Windkraft und Kleinkraftwerken zur Verfügung stellt. Bisher lag Naturkraft bei 7,9 Cent pro Kilowattstunde. Mit dem neuen Preisangebot liegt sie unter den Angeboten von der Oekostrom AG und AAE Naturstrom. Bei der Oekostrom AG kostet die Kilowattstunde 6,21Cent und bei AAE Naturstrom 6,95 Cent. Alle drei Anbieter zeigen sich jedoch noch kostengünstiger als die herkömmlichen Versorger. Eine Kilowattstunde kostet, etwa bei der Wien Energie, 7,3 Cent. Mit Oekostrom können Verträge über die Lebensmittelkette Hofer abgeschlossen werden, AAE Naturstrom kooperiert mit Eduscho-Tchibo.

Ökostrom billiger als herkömmlicher Strom

Ökostrom ist im Grunde teurer als der Strom herkömmlicher Anbieter, dennoch kann er dem Konsumenten billiger angeboten werden. Die Ökostromanbieter kaufen den Strom größtenteils aus Kleinwasserkraftwerken, die wesentlich billiger arbeiten als Wind- und Solaranlagen. Wenn die Förderung abgelaufen ist, müssen sich Stromerzeuger aus Wind- und Sonnenenergie am Markt behaupten, sie bieten billiger an. Den Strom derartiger Anlagen kaufen die Ökostromanbieter ebenfalls. Sie sind attraktive Abnehmer, das sie mehr für die Abnahme bezahlen als die herkömmlichen Stromanbieter. Auf diese Weise erklärt sich der niedere Preis für Ökostrom für den Endverbraucher. Walter Boltz, Chef der E-Controll, freut sich über den neuen Wettbewerb: „Ich hoffe, dass die Wechselraten der Stromkunden heuer um einiges steigen.“ Österreich kann auf vier Millionen Stromkunden verweisen, auf Ökostrom sind in den vergangenen Jahren jedoch nur 1,2 Prozent umgestiegen. Boltz sieht auch große Chancen für Kleinanbieter, das sie keine Verluste im Osteuropa- oder im Gasgeschäft hätten, die sie über höhere Strompreise wettmachen müssten.  Ein Vorteil gegenüber den großen Stromanbietern, der sie krisenfest macht.

Foto: © belinda197

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