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Österreich: Rekord an Arbeitslosen

AMS JobterminalWien – Es ist ein schwacher Trost, dass innerhalb der EU Griechenland mit 26,7 Prozent an Arbeitslosen im November 2013 das Länderranking anführte und Österreich mit 4,8 Prozent das Schlusslicht darstellte. Es ist ebenso ein schwacher Trost, dass zu diesem Zeitpunkt die Arbeitslosenrate in der Euro-Zone bei 12,1 Prozent lag. Für Österreich zeigte sich die durchschnittliche Arbeitslosenrate 2013 mit der Rekordzahl von 7,6 Prozent. In der Geschichte der Zweiten Republik waren lediglich in einem einzigen Jahr, 1953, mehr Menschen arbeitslos. Doch die Rekordzahl von 2013 ließ sich im Jänner 2014 noch toppen, sie stieg auf 9,5 Prozent.

Österreich sei Musterland

Angesichts der vom AMS präsentierten Zahlen erklärte Sozialminister Rudolf Hundstorfer, Österreich sei ein Musterland innerhalb der EU. Im Musterland waren dennoch im Jänner 449.668 Menschen arbeitslos. 79.831 davon befanden sich in Schulungen. Im Dezember 2013 waren es noch um 21.525 weniger. Bemerkbar macht sich bei der Rekordzahl im Jänner die Saisonarbeitslosigkeit, die alljährlich zu diesem Zeitpunkt den Höchststand erreicht. Hundstorfer zeigt sich aus diesem Grund zuversichtlich. Er ist überzeugt, dass sich die Zahl der Beschäftigungslosen bis Sommer um rund 120.000 reduzieren wird. Doch auch die Zahl der Lehrstellensuchenden bringt Grund zur Sorge. Im Jänner suchten 7,2 Prozent mehr eine Lehrstelle, das sind 5.544 Jugendliche. Dabei ist die Zahl der freien Lehrstellen um 15,5 Prozent gesunken, eine Entwicklung, die für viele Jugendliche zum Problem wird. Insgesamt ist die Arbeitslosigkeit innerhalb der Altersgruppe um 3,5 Prozent gestiegen. Selbst wenn 2013 in Spanien der Prozentsatz der arbeitslosen Jugendlichen über 57 lag und Österreich im Ländervergleich an vorletzter Stelle mit 8,6 Prozent lag, bringt das ebenso wenig Trost. Deutschland zeigte sich im Vorjahr betreffend Jugendarbeitslosigkeit als das Musterland mit 7,5 Prozent.

Mittlere Arbeitslosenzeit 95 Tage

Im Jahresvergleich stieg auch die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit um zwei Tage, wobei Frauen inzwischen länger ohne Beschäftigung sind als Männer. Bei ihnen stieg die Verweildauer um 12,1 Prozent, bei den Männern um 7,8 Prozent. Einen neuen Job zu finden, zeigt ist besonders für Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen und der 50+ Generation schwierig. Die Zahl der Arbeitssuchenden über 50 ist um 20,4 Prozent gestiegen, jener mit gesundheitlichen Einschränkungen sogar um 29,7 Prozent. Aber auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen legte kräftig zu, um ganze 39,5 Prozent. Betroffen sind vor allem die Branchen Gesundheitswesen, Handel und Tourismus. Im Jänner herrscht in Tirol Hochsaison, dennoch stieg in der Tourismusbranche die Arbeitslosenrate um 13,9 Prozent. Dabei zeichnet sich ein West-Ost-Gefälle ab, denn im Burgenland betrug der Zuwachs lediglich 3,6 Prozent.

Foto: © AMS / Petra Spiola

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