NewsÖsterreichRessourcen - Nachrichten zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Österreichische Landwirtschaft vorne dabei

Wien – 87 Prozent der Fläche Österreichs werden landwirtschaftlich genutzt, das entspricht einer Kulturfläche von 6,2 Millionen Hektar. Bewirtschaftet wird die Fläche von 173.000 Landwirten, wobei die Landwirtschaften kleinstrukturiert sind. Ein österreichischer Milchbauer hält im Durchschnitt 11,3 Kühe, im Vergleich, ein dänischer 134. Nur 46 Prozent der österreichischen Bauern arbeiten im Vollerwerb und weisen ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 19.000 Euro auf. Sie liegen innerhalb der EU damit an elfter Stelle. Kein anderes Land hat jedoch einen derart hohen Anteil an unter 35jährigen Landwirten wie Österreich. Und sie, wie ihre älteren Agrarkollegen, haben besondere Herausforderungen angenommen, wie der neue Nachhaltigkeitsbericht zeigt, und sich bewährt. Zahlen und Fakten zeichnen ein beispielhaftes Bild Österreichs in Europa .

Thema Klima

Die Treibhausgasemissionen steigen weiter, doch nicht so bei den österreichischen Landwirtschaften, wo sie Rückläufigkeit zeigen. Die Treibhausgasemissionen pro Liter Kuhmilch, in Kilogramm CO2 Äquivalenten je Kilogramm Kuhmilch angegeben, liegen in Österreich bei 0,98, um 0,30 weniger als in Deutschland . Die Niederlande und Ungarn liegen mit 1,42 und 1,76 noch weiter hinten. Auch bei der Biodiversität ist Österreich nach Großbritannien und Irland Spitzenreiter. Biologische Vielfalt stabilisiert die Ökosysteme. Mit 50 Prozent Dauergrünland liegt die heimische Landwirtschaft auch weit vor seinen deutschen Nachbarn, bei denen das Dauergrünland lediglich 27,9 Prozent ausmacht. Ähnliche Zahlen zeigen sich bei den Waldwirtschaftsflächen. Innerhalb der EU liegt Österreich mit 39,9 Prozent  lediglich hinter Finnland. Und eine weitere Rekordzahl bestätigt die ökologische Arbeit der Landwirte. Mit 18,9  % ökologisch landwirtschaftlich genutzter Fläche liegt Österreich weltweit an dritter Stelle. In Europa nimmt das Land den Spitzenplatz ein, gefolgt von Deutschland mit 6,1 Prozent. Die ökologische Bewirtschaftung bringt in Bezug auf die Produktmengen keine Vorteile, sondern wirkt sich in erster Linie umweltrelevant aus.

Hohe Eigenkapitalausstattung und weibliche Betriebsführer

Bezeichnend für die österreichischen Landwirtschaften ist eine hohe Eigenkapitalausstattung, ein Zeichen für wirtschaftliche Stabilität. Starke Schwankungen aufgrund unsicherer Märkte und Produkterlöse können somit leichter ausgeglichen werden. Der Eigenkapitalanteil am Gesamtkapital weist eine Höhe von 89,7 Prozent auf. Im Vergleich:  Bei französischen Bauern liegt der Eigenkapitalanteil bei 61,3 Prozent, bei dänischen Landwirten bei 48 Prozent. Lediglich Griechenland mit 99,3 Prozent und Großbritannien mit 90,2 Prozent sind noch vor Österreich gereiht. Auch beim Anteil an weiblichen Betriebsführern ist Österreich mit über 30 Prozent rekordverdächtig. Der Frauenanteil in der Bundesrepublik zeigt sich mit 8,9 Prozent dagegen gering. In den Niederlanden haben lediglich 5,5 Prozent Frauen als Betriebsführer das Sagen in der Landwirtschaft. Bildung nimmt bei den österreichischen Bauern einen wichtigen Stellenwert ein, so wird jeder zehnte Hof von einem Akademiker bewirtschaftet. Die Versorgung mit agrarischen Rohstoffen scheint in Österreich auch in der Zukunft gesichert zu sein. Der Selbstversorgungsgrad ist mit 96 Prozent für einen industrialisierten Staat besonders hoch.

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"