Ohrfeige für frühere Schlecker-Mitarbeiter – Kommentar von Frank Meßing

Wie eine nachträgliche Ohrfeige muss auf die 25.000 ehemaligen Schlecker-Mitarbeiter wirken, was der Insolvenzverwalter aus dem tiefen Sumpf nach der Pleite im Jahr 2012 ans Tageslicht befördert. Sie ärgert nicht nur, dass Anton Schlecker vor dem Gang zum Insolvenzrichter viel Geld an die Seite geschafft hatte. Inzwischen ist auch bekannt, dass offenbar auch Lieferanten des einstigen Drogerieimperiums die Hände aufhielten.

Das Kartellamt wirft ihnen illegale Preisabsprachen zulasten von Schlecker vor. Allmählich wird klar, dass die Eigentümerfamilie den Konzern nicht nur durch krasse Managementfehler gegen die Wand fuhr. Sie hat sich auch noch über den Tisch ziehen lassen. Den Kunden von damals wird nun klar, warum sie bei Schlecker oft mehr für das gleiche Produkt zahlen mussten als in Drogeriemärkten der Wettbewerber.

Es ist gut, dass der Insolvenzverwalter diesen Schlecker-Morast Stück für Stück trocken legt. Die vielen Tausend Arbeitsplätze bringt die Aufklärung jedoch nicht zurück. Und auch die fortschreitende Konzentration in der Drogeriebranche wird dadurch nicht aufgehalten.

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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