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Präsidentengattin: Frauen tragen in der Krise Hauptlast in Familien

Frauen haben in der Corona-Zeit nach Ansicht von Elke Büdenbender, Frau des Bundespräsidenten, bei der Vereinbarung von Beruf und Familie stärker zurückgesteckt als Männer. „Ganz offensichtlich haben die Frauen in den Familien die Hauptlast getragen“, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). „Und was mir auffällt, ist, dass Frauen in der Corona-Zeit stärker in tradierte Rollenbilder zurückgefallen sind als dass sich Männer bereit erklärt hätten, sich im Beruf zurückzunehmen.“

In Deutschland scheine es selbstverständlich zu sein, dass Frauen zurücksteckten. Die These der Soziologin Jutta Allmendinger, die Emanzipation sei durch Corona um 30 Jahre zurückgeworfen worden, teilt sie aber nicht. „Denn wir Frauen haben einen Mund, und den machen wir auch auf.“ Büdenbender machte sich für eine bessere Bezahlung von Frauen in Einzelhandel und sozialen Diensten stark. „Es sind vor allem Frauen gewesen, die den Laden am Laufen gehalten haben – zuhause, in Kliniken, Pflegeheimen, Schulen, Kitas und Geschäften. Und sie müssen auch endlich angemessen bezahlt werden.“ Die 58 Jahre alte Richterin beklagte, dass es noch immer viel zu wenig Frauen in Spitzenpositionen gebe. „Ich bin für mehr Quoten. Bestes Beispiel: Jene Parteien im Bundestag, die sich eine Quote gegeben haben, stellen den Großteil der Frauen im Parlament. Quote wirkt.“ Mit Blick auf die Digitalisierung warnte Büdenbender davor, dass Mädchen und Frauen zu großen Verliererinnen werden könnten. „Die digitale Welt ist eine Männerwelt. Wenn Sie sich anschauen, wer die Algorithmen macht, wer die Bedingungen bestimmt, unter denen die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert, dann sind das in der ganz großen Mehrzahl Männer.“

Foto: Mutter mit Kinderwagen, über dts Nachrichtenagentur

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