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Prüfungstagsatzung Dayli

Linz – Am Freitag, 27. September 2013, findet am Landesgericht Linz die erste Gläubigerversammlung und Prüfungstagsatzung im Rahmen des Konkursverfahrens von Dayli statt. Insgesamt liegen 4.662 Insolvenzforderungen in der Höhe von 69,5 Millionen Euro vor. Für Gerhard Weinhofer, Chef vom Kreditforum, sind jedoch noch nicht alle Forderungen gestellt: „Es wird noch mit nachträglichen Anmeldungen in Höhe von 41 Millionen Euro gerechnet, sodass die Gesamtverbindlichkeiten von rund 110 Millionen Euro ergeben könnten.“ Den Forderungen stehen die liquiden Mittel von Dayli gegenüber: 6,1 Millionen Euro und ein Warenstand von 9,8 Millionen Euro sowie die Ausstattung der Geschäfte und Grundstücke.

Gläubiger warten auf Quote

In den gestellten Forderungen sind 7,1 Millionen Euro an Arbeitnehmerforderungen enthalten. Die Hauptgläubiger sind Lieferanten und öffentliche Körperschaften. Die Gläubiger wissen nicht, welche Quote sie erwarten können. Eine 25 Prozent- Regelung scheint jedoch unrealistisch. „Eine seriöse Quotenprognose ist zur Zeit aufgrund der Komplexität des Verfahrens, der noch zu prüfenden Forderungen und Anfechtungen sowie nachträglich zu erwartender Anmeldungen noch nicht möglich. Sollte es beim Sanierungsplan weiterhin bleiben – dieser wurde offiziell noch nicht von der Schuldnerin zurückgezogen – könnte mit einer Verfahrensaufhebung Anfang 2014 zu rechnen sein“, erklärt Weinhofer. Von den 355 Filialen konnten erst 76 geräumt und neuen Mietern übergeben werden. Die Auflassung und Räumung der Filialen gestalte sich schwierig, meint Weinhofer. Von den 3.343 Arbeitnehmern sind noch 30 beschäftigt. Sie arbeiten an der Auflösung des Unternehmens.

Dayli-Gründer Rudolf Haberleitner

Eine Million Euro könnte noch an liquiden Mitteln gefunden werden, sollte der Haberleitner in Italien entwendete Geldkoffer sichergestellt werden. Laut Haberleitner ist ihm der Koffer in Udine abhanden gekommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Unbekannt und in alle Richtungen, wie es heißt. Haberleitner, der nach einer Lehre die HTL für Hochfrequenz und Nachrichtentechnik absolvierte, war zunächst im EDV-Bereich bei der Voest Alpine tätig, dann bei NCR Corporation im Marketing. Schließlich wurde er als Unternehmensberater selbständig. Haberleitner erklärte, er hätte 250 Transaktionen mit Erfolg abgewickelt. 1997 musste er dennoch Konkurs anmelden. Ende Juli 2012 übernahm er die Drogeriekette Schlecker zu 100 Prozent. Laut eigenen Angaben erwartete er bereits für 2013 einen Gewinn in der Höhe von 10 Millionen Euro. Doch es kam anders, denn im Mai 2013 wurden erste Zahlungsschwierigkeiten bekannt. Konkurs wurde am 4. Juli 2013 angemeldet. Haberleitner übertrug kurz zuvor seine Firmenanteile für einen Euro an die ICU Unternehmensberatung GmbH von Martin Ziegler. Am 19. Juli 2013 teilte Ziegler mit, er hätte mit sofortiger Wirkung Haberleitner als Geschäftsführer abberufen.

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