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Radio 105 – Rettung oder endgültiges Aus?

Zürich – Die schwierige Marktsituation und Marktwiderstände, wie es hieß, waren der Grund für das Aus des Radiosenders 105 in der Vorwoche. Die Trauer um den Jugendsender war groß, doch verschiedene Umstände trafen zusammen und besiegelten das Schicksal des Senders. So lief etwa der Vertrag mit Ringier-Radio aus, das sich für den Verkauf von Werbung für Radio 105 verantwortlich zeigte. Die Werbeeinnahmen brachen ein. Zudem zog sich die italienische Gruppe Finelco, jahrelanger Finanzier, von Radio 105 zurück. Zunächst wurden Gerüchte laut, Roger Schawinski würde Marke, Konzession und Mitarbeiter übernehmen, die sich inzwischen auch bestätigten. Ebenfalls soll Egon Blatter, Betreiber von DJ Radio, sein Interesse bekundet haben. Jetzt erscheint ein weiterer Lichtstreif am dunklen Radiohimmel: Eine Initiative der Hörer.

Radio seit 1998

Radio 105, das erste Schweizerische Jugendradio, sendete seit 1998 im Kabelnetz. Zunächst wurde nur in der Deutschschweiz gesendet, der Bereich durch eine UKW-Konzession für das Gebiet Zürich jedoch erweitert. Radio 105 erhielt vom Bundesamt für Kommunikation zudem einen Leistungsauftrag für Zürich. Fortan wurde aus in modernstem Design gehaltenen Studios im Züricher World Trade Centers gesendet. Die optische Ausstattung des Studios war ein wesentlicher Faktor, da die 105 Morning Show und die News-Sendungen auf der Webseite des Senders ausgestrahlt wurden. Betrieben wurde Radio 105 von der Music First Network AG, gegründet von Giuseppe Scaglione. Die Music First Network AG betreibt auch das Radio Monte Carlo Swiss. Nun liegt der Insolvenzantrag von Radio 105 am Konkursamt Zürich-Oerlikon. Doch die Fans des Senders wollen nicht aufgeben und riefen zu einer Rettungsaktion auf.

Mit 50 Franken dabei

Facebook und www.save105.ch sind die Plattformen, über die zur Rettung des Senders aufgerufen wird. Und sie stellen eine Forderung: Sie wollen das unabhängige Radio in der bisher bestandenen Form zurück. Um das Radio 105, nicht die Music First Network AG, zu retten, planen die Fans die Gründung einer Aktiengesellschaft. Der Preis für die Aktie solle 50 Franken betragen. Ein entsprechender Vorstoß wurde bereits beim Konkursamt abgegeben. Für die Übernahme hat jedoch auch Schawinski ein Angebot abgegeben, ebenfalls Egon Blatter. Die Fans stehen den Angeboten skeptisch gegenüber. Hieß es zunächst, das Schweizer Bundesamt für Kommunikation werde nach Konkurseröffnung die Konzession einziehen, wird nun der Antrag gestellt, diese auf einen neuen Besitzer zu übertragen, wer immer es auch letztendlich sein wird. Das Bundesamt ließ jedenfalls verlauten, dass es Ziel sei, ein auf die Jugend ausgerichtetes Radioprogramm zu erhalten.

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