Bern – Harte oder Weiche Bonbons, Dragees oder Pastillen, aber auch Gummizucker und Lakritzen, die Schweizer greifen wieder öfter zum Bonbon. Dieser Umstand freut die Eidgenössischen Bonbonhersteller. 3,4 Kilogramm an Bonbons sind es, die jeder Schweizer jährlich genießt. In Summe wurden 7782 Tonnen allein im Jahr 2013 verspeist, 9,5 Prozent mehr als im Jahr davor.
Biscosuisse und ihre Mitglieder
Von 1895 bis 1905 produzierten die Zuckerwarenhersteller in der Schweiz mehr Süßwaren, als der Markt vertrug. Es kam zu einem harten Konkurrenzkampf und Preisverfall. Schließlich begann auch die Qualität zu leiden und die Zuckerwarenindustrie verlor an Image. Verbände sollten die Situation verbessern, so entstanden der Verband schweizerischer Zuckerwarenverband und der Verband schweizerischer Biscuit- und Waffelfabrikanten, die 1914 zum Verband schweizerischer Biscuit- und Zuckerwarenhersteller fusionierten. Ziel waren die Festsetzung verbindlicher Minimalpreise und die Bekämpfung von unrationellen Verkaufspreisen. 1999 entstand nach verschiedenen Entwicklungsstufen die Biscosuisse, der Schweizerische Verband der Backwaren- und Zuckerwarenindustrie. Biscosuisse versteht sich heute als unternehmensübergreifende Plattform mit 14 Mitgliedsbetrieben. In dieser Woche wurden vom Verband die Ergebnisse aus dem Geschäftsjahr 2013 präsentiert. Obwohl der Absatz im Inland um 9,5 Prozent gesteigert werden konnte, ergab sich ein Umsatzplus von lediglich 1,3 Prozent. Der Gesamtumsatz in der Schweiz betrug 102 Millionen Franken.
Vier Fünftel gehen ins Ausland
Der Gesamtabsatz betrug im Vorjahr 34.155 Tonnen an süßer Zuckerware, davon wurden mehr als 26.000 Tonnen ins Ausland exportiert. Mehr als zwei Drittel der Exportware bestand aus Hartbonbons. Im Ausland konnte auch ein höheres Umsatzplus erzielt werden. Die Umsätze stiegen beim Exportgeschäft um 6,5 Prozent auf 238 Millionen Franken. Aufgrund des starken Frankens zeigt sich das Auslandsergebnis besonders erfreulich, erklärte Biscosuisse. Mit 22,9 Prozent Exportanteil stellt Deutschland den wichtigsten Absatzmarkt dar, gefolgt von den USA mit 19,9 Prozent und Frankreich mit 11,2 Prozent. Werden die inländischen und ausländischen Zahlen gemeinsam betrachtet, ergibt sich ein Umsatzanstieg um 4,9 Prozent auf insgesamt rund 340 Millionen Franken. Und die Wünsche an das Jahr 2014? Die 14 Mitglieder von Biscosuisse wünschen sich, den Inlandsanteil zu halten, aber im Exportgeschäft hoffen sie auf Zuwächse. Wichtig, um die Ziele zu erreichen, sei jedoch eine vernünftige Umsetzung, der im Vorjahr beschlossenen Swissness-Vorlage, erklärt der Verband. Aber auch das Einfuhrregime für Zucker müsse die Preissituation in der EU besser reflektieren. Aber vielleicht gibt es 2014 auch im Inland eine unerwartete Überraschung und der Schweizer lutscht noch mehr süße Bonbons. Von 2012 auf 2013 ist der Pro-Kopf-Verbrauch schließlich auch um 56 Gramm gestiegen.
