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Sicherheitsbedenken bei Lärmschutzwänden der Bahn

Experten und Prüfinstanzen haben laut eines Zeitungsberichts erhebliche Sicherheitsbedenken gegenüber Lärmschutzwänden, die von der Deutschen Bahn (DB) an den Schienenwegen errichtet werden. In mehreren Gutachten, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet, seien nach Belastungstests von Elementen, wie sie die Bahn verwendet, Ermüdungserscheinungen wie Abrisse von Nieten oder Risse in Blechen festgestellt worden. Davon könnten Gefahren für den Schienenverkehr und Personen, die sich nahe an den Gleisen und damit den Lärmschutzwänden aufhalten, ausgehen.

„Beschädigte und nicht mehr fest verankerte Elemente können durch die Luft gewirbelt werden“, warnte Heinz Pfefferkorn, Geschäftsführer des Planungsbüros GBD nahe Bregenz. Es bestehe die Gefahr, dass ein ganzes Stück über die Trassen hinaus auf anliegende Häuser oder Menschen in Gleisnähe fliege. „Oder auf die Züge selbst, wenn sie in deren Sog geraten“, sagte der Experte für Schallschutzanlagen. Ingenieure des österreichischen Planungsbüros Convex, der Technischen Universität Graz sowie weitere Prüfinstanzen hätten bei getesteten Elementen Brüche oder Nachlassen der Steifigkeit festgestellt. Das Fazit eines Gutachtens laute: „Das überprüfte Element kann die Nachweise zur Gebrauchstauglichkeit, zur Tragfähigkeit und zur Ermüdungssicherheit (…) nicht erfüllen.“ Die Deutsche Bahn und das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hätten auf Nachfrage Kritik an den verwendeten Bauteilen und Zulassungsprozessen zurückgewiesen, berichtet die Zeitung. Die Lärmschutzwände des in den Fokus geratenen Herstellers Forster seien seit 2010 zugelassen, Überprüfungen im Auftrag des EBA 2015 ohne Befund geblieben, sagte ein Sprecher des EBA. Die Gutachten von Convex oder der TU Graz, die im Auftrag der Bahntochter DB-Bahnbau erstellt wurden, seien bewertet worden: „Im Ergebnis ergibt sich kein Handlungsbedarf, das bewährte Zulassungsverfahren anzupassen“, so der Sprecher weiter. Aus der Praxis seien dem EBA bislang keine Mängel der genannten Wandelemente bekannt geworden. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Bahn. „Seit Einführung des Zulassungsverfahrens im Jahr 2010 weisen keine dieser zugelassenen Elemente Schäden auf“, sagte ein Sprecher der „Welt am Sonntag“. Davor eingebaute Lärmschutzwände würden „besonders intensiv beobachtet“. Der Bahn lägen „keine Hinweise auf Sicherheitsrisiken vor.“ Allerdings wurden bei früheren Problemen mit Lärmschutzwänden die Schäden auch zum Teil erst Jahre nach dem Einbau entdeckt.

Foto: Deutsche Bahn, über dts Nachrichtenagentur

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