Wien – Der Tee- und Kräuterspezialist aus dem Waldviertel, Sonnentor, feierte heuer sein 25jähriges Firmenjubiläum. In den zweieinhalb Jahrzehnten schrieb das Unternehmen nicht nur Erfolgsgeschichte, sondern bewies auch, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein Modewort ist. Sonnentor erstellte 2011 die erste Gemeinwohlbilanz Österreichs und sparte 286 Tonnen CO2 ein. Ein Verpackungsrelaunch trug dazu bei, die ohnehin hohe Recyclingquote noch weiter zu steigern. Auf den Packungen wird auch mit den Kunden kommuniziert. Der Kontakt zum Endkunden ist dem Unternehmen trotz hoher Exportraten wichtig. So besuchen jährlich rund 30.000 Besucher den Schaubetrieb im kleinen Dörfchen Sprögnitz im Waldviertel.
Neue Franchise Standorte in Deutschland
Wurde jüngst ein neuer Standort in Kitzbühel eröffnet, sollen weitere in Deutschland folgen. Gegenwärtig betreibt Sonnentor drei Standorte in Wien, fünf in Niederösterreich, zwei in Oberösterreich, zwei in Tschechien und je einen in Salzburg, Graz und München. Sonnentor, 1988 von Johannes Gutmann gegründet, expandiert seit Jahren. Im Geschäftsjahr 2012/2013, das im März endete, konnte der Umsatz von 24,9 Millionen Euro auf 27,4 Millionen Euro gesteigert werden. Laut Unternehmenssprecherin Manuela Seebacher kommt es im aktuellen Geschäftsjahr 2013/2014 zu einem neuerlichen Zuwachs. Das Plus soll sich im zweistelligen Bereich zeigen. In Zukunft ist die Eröffnung von ein bis drei Standorten jährlich geplant, sowohl in Österreich als auch in Deutschland. „Wir wollen gesund wachsen“, erklärt Manuela Seebacher. 170 Mitarbeiter beschäftigt Sonnentor in Österreich, 80 in Tschechien. Fünf der Standorte werden in Eigenregie geführt, der Rest als Franchise-Unternehmen. Für die Abwanderungsregion Waldviertel stellt Sonnentor eine Chance dar, zumal vor allem kleinstrukturierte, landwirtschaftliche Unternehmen gefördert werden. 150 Bio-Kräuterbauern produzieren in der Region auf rund 500 Hektar Anbaufläche. Beliefert wird das Unternehmen jedoch von Biobauern aus der ganzen Welt.
Stärke liegt im Export
War Sonnentor bereits im Jahr 2010 Marktführer im Biofachhandel in Österreich und an dritter Stelle in Deutschland, liegt die Umsatzstärke jedoch im Exportgeschäft. Die Produkte des Unternehmens werden in 51 Länder exportiert, die Exportquote liegt bei 75 Prozent. Wichtigstes Exportland ist Deutschland, mit einem 50prozentigen Umsatzanteil. Weitere wichtige Exportländer sind die Schweiz und Italien. Zunehmend wächst auch der Markt in Osteuropa und Japan, mit Zuwachsraten von bis zu 40 Prozent. Die Etiketten für die Produkte werden im Unternehmen selbst hergestellt und in 22 Sprachen bedruckt. „Das verleiht uns eine hohe Flexibilität, wir stellen uns ganz auf die Bedürfnisse unserer Exportpartner ein“, sagt die Unternehmens-Sprecherin. Sonnentor verfügt in jedem Land über einen Exklusivimporteur und Ansprechpartner, der die Unternehmensphilosophie an die Einzelhändler weiterträgt. Teil der Firmenphilosophie ist die ethisch korrekte und so weit wie möglich regionale Beschaffung der Grundprodukte sowie die Handabfüllung der Produkte. „Getrocknete ganze Blüten und Blätter können zum Beispiel nur manuell in die Tüten gefüllt werden. Weiterer positiver Effekt der Handarbeit ist die niedrige CO2 Bilanz unserer Produkte“, erklärt Seebacher.
