SPD-Chef Schulz: Ich bin aus hartem Holz

Wenige Tage vor dem Parteitag sieht SPD-Chef Martin Schulz den innerparteilichen Streit um seinen Führungskurs als beendet an. „Ich bin aus hartem Holz“, sagte Schulz dem „Spiegel“. „Sie können davon ausgehen, dass wir nun alle Wallungen hinter uns haben und die Partei geschlossen steht.“

In Sticheleien seines Stellvertreters Olaf Scholz kann Schulz keine Illoyalität erkennen. „Ich habe selbst eine offene Debatte über das Wahlergebnis eingefordert. Und dann darf man sich auch nicht beschweren, wenn sie geführt wird.“ Es gehöre auch zur „Jobbeschreibung von Parteichefs, hin und wieder einen mitzubekommen“, so der Sozialdemokrat. Es sei aber auch seine Aufgabe, am Ende alle wieder zusammenzuführen: „Und ich glaube, dass es diese Form der Führung ist, die mir so großen Rückhalt an der Basis der Partei verschafft. Die Geschichte der SPD hat gezeigt: Basta ist nur eine kurzfristige Stärke.“

Schulz lässt mit Blick auf seinen Kurs nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen Selbstkritik erkennen: „Ich habe kein Problem damit, wenn man das als Fehler bezeichnet.“ Kurz nach dem Jamaika-Aus hatte die SPD-Führung ihr Nein zu einer Großen Koalition per Beschluss bekräftigt, diesen aber nur wenige Tage später zurückgenommen. „Politik ist ein dynamischer Prozess, und Parteien wie die SPD müssen sich dann auch auf neue Lagen einstellen. Auch wenn das nicht immer zwingend elegant aussieht.“

Foto: Martin Schulz, über dts Nachrichtenagentur

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