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Stadler versus Siemens

Tramlinie in ZürichZürich – Die Stadt Zürich wird ihre Trams aufstocken. 70 Stück sollen hinzukommen. Doch wer wird liefern? Siemens oder Stadler Rail? Die Entscheidung, ob der Stadler Tango durch die Stadt Zürich fahren wird, fällt längstens bis Mai 2014. Der Stadler Tango ist ein modularer Straßenbahn- und Stadtbahn-Fahrzeug, das in der Schweiz bereits in Genf und Basel verkehrt. Der Nachteil des Tangos, der eine Eigenentwicklung darstellt, ist,  dass er nicht hundertprozentig niederflurig sei, wie es seitens der Verkehrsbetriebe Zürich hieß. Vollkommene Niederflur wird beim Tango verhindert, weil er auf Drehgestellen basiert, die wiederum jedoch einen verbesserten Federungskomfort zeigen.

Ringen um Großauftrag

Im Finale um den Großauftrag über mehrere Millionen Franken sind, wie Insider wissen ließen,  nur mehr Stadler Rail und Siemens verblieben. Stadler-Sprecher Tim Büchele verweist darauf, dass im Falle eines Zuschlags die Trams zur Gänze im St. Galler Werk Altenrhein gebaut würden. Der heimische Wertschöpfungsanteil der Trams läge bei rund 80 Prozent. Ein Argument, das Siemens nicht ins Rennen schicken kann. Die Verkehrsbetriebe haben eine Empfehlung an den Verkehrsrat bereits abgegeben, der nun entscheiden muss. Die nächste offizielle Sitzung ist jedoch erst für Mai 2014 anberaumt. Außer in der Schweiz fährt der Tango auch in Bochum, Stuttgart und Lyon. Vielleicht bleibt es bei den Schweizer Städten doch nicht nur bei Basel und Genf.

Die Stadler Rail, ein Traditionsunternehmen

Die Stadler Rail Ag, mit Sitz in Bussnang, wurde 1942 von Ernst Stadler als Ingenieurbüro in Zürich gegründet. Mit dem Bau von Elektrofahrzeugen wurde 1945 in Wädenswil begonnen. Stadler musste jedoch im Jahr 1951 Konkurs anmelden. In unterschiedlichen Orten und für verschiedene Auftraggeber startete er kurz darauf neu durch. 1962 wurde die Werkstatt in Bussnang errichtet und wandelte den Betrieb 1974 in eine Aktiengesellschaft um, fortan Stadler Fahrzeuge AG genannt. 1989, 4 Jahre nach Tod Ernst Stadlers, wurde der erste Gelenktriebwagen entwickelt. Seither ist die Stadler Rail AG offiziell Hersteller von Schienenfahrzeugen, Regionalbahntriebwagen, Straßenbahnen und Schienensonderanfertigungen. Stadler Rail ist auch einer der letzten Hersteller von Fahrzeugen mit Zahnradantrieb in Europa, als der er die Schweizer Privatbahnen beliefert. Im Jahr 2012 beschäftigte das Unternehmen bereits 5.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von 2,2 Milliarden Schweizer Franken. Sechs Tochterunternehmen in der Schweiz, in Deutschland, Polen, Ungarn, Tschechien, Italien und Algerien fügen sich zur Stadler Rail Group zusammen. Ein Schweizer Traditionsunternehmen, dessen Trams und Zahnradbahnen in der ganzen Welt verkauft wurden, vielleicht demnächst auch nach Zürich.

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