Starker Dollar: Orientiert sich Trump an Reagans Wirtschaftspolitik?

Starker Dollar: Orientiert sich Trump an Reagans Wirtschaftspolitik?

Verfolgt Donald Trump tatsächlich dieselbe Wirtschaftsstrategie wie Ronald Reagan, müssen sich die Amerikaner wohl auf die größte Schuldenexplosion aller Zeiten vorbereiten. Doch Experten und Finanzinteressierte wissen, dass Trump unberechenbar ist – es wird wohl unmöglich werden, den 45. Präsidenten im Vorfeld einschätzen zu können.

Es ist kein Geheimnis, dass Donald Trump ein Fan des 40. Präsidenten der USA ist. Die Rede ist von Ronald Reagan. Schlussendlich hatte auch Reagan zahlreiche Kritiker, die – nach der ersten Wahl 1980 – der Meinung waren, es würde zum Dritten Weltkrieg kommen. Doch Reagan zettelte keinen Krieg an, sondern sorgte sogar für das Ende des Kalten Krieges. Über sein politisches Erbe kann durchaus gestritten werden, jedoch sind sich zahlreiche Experten bei einer Sache einig: Es gab bislang keinen anderen Präsidenten, der eine derartige Hypothek hinterließ.

Der US-Dollar ist wieder „great again“

Nachdem Trump die Mehrheit der Wahlmänner erzielte und somit der Überraschungssieg des republikanischen Kandidaten fixiert war, wurde der US-Dollar wieder „great again„. Experten gehen davon aus, dass der US-Dollar in den nächsten Wochen wieder stärker als der Euro werden könnte. Axel Weber, der frühere Bundesbank-Chef, ist überzeugt, dass der US-Dollar die einzige Weltwährung ist. Der Euro, so Weber, sei in der zweiten Liga – gemeinsam mit Yen, Pfund und Renminbi. Kein Wunder, dass der Devisenmarkt und die Börse dem 45. Präsidenten zujubeln. Schlussendlich hat Trump massive Steuersenkungen versprochen. Er will zudem auch das Steuergeld nutzen, damit neue Arbeitsplätze entstehen. Eine Strategie, mit der auch Reagan erfolgreich war. Der Unterschied? Reagan war für einen offenen Welthandel, während Trump für Abschottung und Protektionismus steht.

Starker Dollar: Orientiert sich Trump an Reagans Wirtschaftspolitik?

Die Entwicklung des US Dollar zum Euro, © Oanda

Reagan hinterließ den höchsten Schuldenberg

Nachdem Ronald Reagan zum Präsidenten gewählt wurde, hatten die USA 970 Milliarden US-Dollar Schulden. 1989, nachdem Reagan das Weiße Haus verließ, lag der Schuldenstand bei sagenhaften 2,7 Billionen US-Dollar – ein Plus von unglaublichen 184 Prozent. Reagan senkte die Steuern und kurbelte die Wirtschaft an, sodass das BIP um 3 Prozent gesteigert werden konnte, sorgte jedoch auch für einen Anstieg der Schulden um 14 Prozent – Jahr für Jahr. Natürlich – Reagan war kein Keynesianer. Schlussendlich ging die Schuldenpolitik zulasten der Armen und auch zulasten der Mittelschicht; die „oberen 5 Prozent“ profitierten hingegen. Der 40. Präsident förderte also genau die Elite, die Trump bekämpfen will. Es war auch Ronald Reagan, der den sozialen Aufstieg – den sogenannten „amerikanischen Traum“ – für immer mehr Menschen erschwerte.

Demokraten waren sparsamer

Derzeit haben die USA einen Schuldenberg in Höhe von 20 Billionen US-Dollar. Barack Obama, Trumps Vorgänger, häufte knapp 8 Billionen US-Dollar an Schulden an. Die Schulden wuchsen während der Obama-Amtszeit um 80 Prozent. Damit liegt Obama aber noch immer deutlich hinter Reagan und auch hinter seinem Vorgänger Georg Bush jun., der die Staatsschulden um 90 Prozent erhöhte. Die These, dass die Republikaner sparsamer als die Demokraten seien, kann daher seit Jahren widerlegt werden. Auch George Bush sen., der nur für eine Periode zur Verfügung stand, ließ die Schulden von 2,7 Billionen US-Dollar auf 4,2 Billionen US-Dollar wachsen.

Clinton bestritt andere Pfade

Ein anderes Bild wurde unter Bill Clinton gezeichnet: Clinton war sparsam und beendete die exzessive Schuldenpolitik seiner Vorgänger. Nach seiner Amtszeit gab es sogar Budgetüberschüsse. Der Schuldenstand stieg um moderate 36 Prozent. Doch Clinton setzte auf Reagans umstrittenste und schärfste ökonomische Waffe – er vertraute Alan Greenspan, dem Chef der US-Notenbank. Greenspan war 18 Jahre im Amt, diente vier Präsidenten und kurbelte die Notenpresse an. Es war zudem auch seine Initiative, die 2000 den Euro, der damals gerade einmal zwei Jahre alt war, stützte. Der Euro stürzte damals ab und lag bei unter 0,85 US-Dollar.

Heute ist der US-Dollar wieder „great again“. Doch wird der Schuldenberg größer werden? Wird Trump den Negativrekord von Reagan brechen oder kann er wieder einmal überraschen?

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