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Startup-Investor Sebastian Petrov über Unternehmenserfolg – Perfektionismus ist der Schlüssel

Der erfolgreiche Entrepreneur Sebastian Petrov hat mit seosupport und CatchMeIfYouCan zwei der renommiertesten Agenturen für SEO, Online Reputation Management und Employer Branding in Deutschland gegründet. Parallel dazu unterstützt er als Serieninvestor junge Startups bei der Verwirklichung ihrer innovativen Geschäftsideen.

Bei der Vielzahl der damit einhergehenden Aufgaben stellen sich viele Menschen zurecht die Frage, wie man es als Unternehmer schafft, jeden Tag aufs Neue Bestleistungen zu erbringen und immer komplexer werdenden Anforderungen gerecht zu werden. In unserem heutigen Interview erklärt Sebastian Petrov deshalb seine Erfolgsgeheimnisse und die Bedeutung eines konstruktiven Perfektionismus für seine tägliche Arbeit.

Herr Petrov, wir freuen uns, dass Sie Zeit für das Gespräch gefunden haben. Ehe wir etwas näher auf Ihre Arbeitsweise eingehen, geben Sie uns und unseren Lesern doch zunächst einen kurzen Überblick über die wichtigsten Stationen Ihrer Unternehmenshistorien.

Sebastian Petrov: Mein Geschäftspartner Vincent Sünderhauf und ich gründeten unsere erste Agentur seosupport vor über 15 Jahren. Damals absolvierten wir gerade unser Abitur am Gottfried-Keller-Gymnasium in Berlin, erkannten aber schon früh, die große Tragweite des damals noch jungen Themas Suchmaschinen­optimierung. So kam es noch während unserer Abschlussprüfungen zur Gründung. Im ersten Semester unseres Jura-Studiums betreuten wir bereits einen mittelgroßen Kundenstamm und beschäftigten zwei Jahre später acht fest angestellte Mitarbeiter.

 

In den darauffolgenden Jahren entwickelten Sie seosupport stetig weiter, engagierten sich stark für die Ausbildung und hielten zahlreiche Vorträge, unter anderem an Hochschulen. Gleichzeitig erkannten Sie, dass viele Ihrer Geschäftskunden Probleme damit hatten, geeignete Fachkräfte für ihr Unternehmen zu finden. Ist aus dieser Situation Ihre zweite Agentur CatchMeIfYouCan entstanden?

Sebastian Petrov: Ja. Wir alle spüren die Folgen des Fachkräftemangels und der steigenden Personalkosten. Typische Probleme sind langwierige und kostenintensive Onboarding-Prozesse, Besetzungen von Stellen mit ungeeigneten Personen, monatelang unbesetzte wichtige Positionen und geringes Mitarbeiter-Engagement.

Dabei bestehen auch bei der geringen Verfügbarkeit von exzellentem Personal solide Chancen für eine effektive HR-Planung. Viele Unternehmen scheitern allerdings daran, den konkreten Wert ihrer Arbeitgebermarke an ihre Zielgruppe zu kommunizieren und so die geeigneten Kandidaten anzuziehen. Im Ergebnis melden sich dann Bewerber, die weder fachlich noch ideell zu den eigenen Unternehmenswerten passen.

 

Seit 2022 nutzen Sie Ihr Know-how, Ihre Netzwerke und Ihre Finanzkraft, um junge innovative Startups bei der Verwirklichung Ihrer Ideen zu unterstützen. Bei dieser Vielfalt von Aufgaben fragen sich viele Menschen, wie man das alles bewältigt und dabei über Jahre so erfolgreich bleibt.

Sebastian Petrov: Der Kern meiner Arbeit lässt sich mit einem Wort beschreiben – Perfektionismus. Für mich steht dahinter ein tiefer Antrieb, sich selbst zu hinterfragen und zu verbessern und auch nach Jahren noch mit demselben Enthusiasmus wie am Anfang Optimierungspotenziale der eigenen Tätigkeit aufzudecken. Dabei handelt es sich nicht nur um ein Instrument der permanenten Qualitätssicherung, sondern auch um einen Weg zur Entfaltung von Innovationspotenzialen. Schließlich geht Verbesserung immer mit dem Überwinden von Grenzen und dem Einnehmen neuer Perspektiven einher.

 

Im alltäglichen Sprachgebrauch haftet dem Begriff Perfektionismus ja immer auch eine negative Komponente an. Wie stellen Sie sicher, dass der Wille zu permanenter Verbesserung nicht zu Prozessblockaden führt?

Sebastian Petrov: Das ist eine gute und wichtige Frage. Es ist tatsächlich sehr wichtig, zwischen einem funktionalen und einem destruktiven Perfektionismus zu unter­scheiden.

Zunächst einmal ist es eine grundsätzlich positive Eigenschaft, Aufgaben optimal lösen und Höchstleistungen erbringen zu wollen. Ein funktionaler Perfektionist strebt üblicherweise aus einer intrinsischen Motivation heraus nach Vollendung, weiß aber auch, dass seine hochgesteckten Ziele nicht immer erreichbar sind. Er verfügt über ein großes Selbstvertrauen, das nicht ausschließlich von seiner Leistung abhängt, und kann mit Fehlern umgehen. Etwas wertneutraler könnte man in diesem Zusammenhang auch von Gewissenhaftigkeit sprechen.

Der dysfunktionale Perfektionist auf der anderen Seite neigt dazu, seinen Selbstwert von seiner Leistung und der Anerkennung durch andere abhängig zu machen. Seine Motivation ist meistens extrinsisch, weshalb er auch versucht, Fehler gänzlich zu vermeiden. Das ist natürlich ein unmögliches Unterfangen und auch nicht konstruktiv. Schließlich stellen Fehler eine zentrale Voraussetzung für Wachstum, Verbesserung und damit eine Annäherung an einen abstrakten Perfektionszustand dar. Hinzu kommt, dass mit dem ungesunden Perfektionismus eine ständige Anspannung einhergeht, die Fehler eher begünstigt, anstatt ihnen entgegenzuwirken.

 

Also kann Perfektionismus nicht nur für den Einzelnen, sondern in letzter Konsequenz auch für das Unternehmen schädlich sein.

Sebastian Petrov: Bei einem toxischen Perfektionismus ist das der Fall, ja. Wie Sie mit Ihrer letzten Frage schon kurz angedeutet haben, kann ein übertriebener Perfektionismus dazu führen, dass Projekte und Prozesse zu keinem Ende kommen, weil immer wieder über kleinen unwichtigen Details gebrütet und dabei die für das Wesentliche vorgesehene Zeit und Energie vergeudet wird. Ein weiteres typisches Problem sind lange Entscheidungsprozesse, die doppelte oder dreifache Sicherheit versprechen, letztlich aber den Wettbewerb außer Acht zu lassen. Ein solches Konzept von Perfektionismus ist in Zeiten der immer schneller voranschreitenden Digitalisierung kontraproduktiv. Es verhindert Innovationen und führt letztlich zu Stagnation.

Für Unternehmen ist es deshalb von höchster Bedeutung, den eigenen Anspruch an Qualitätsoptimierung regelmäßig kritisch zu hinterfragen und an interne wie externe Gegebenheiten anzupassen.

 

Wie setzen Sie Ihre Konzepte der stetigen Verbesserung in Ihrem Unternehmen um?

Sebastian Petrov: Eine unserer Leitlinien ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess, wie er im Lean Management als Kaizen bekannt ist. Er zielt darauf ab, sich auf die Optimierung derjenigen Aktivitäten zu konzentrieren, die den größten Nutzen für die Kunden generieren, und gleichzeitig so viel Verschwendung zu beseitigen wie möglich. Besonders im Blick haben wir dabei Aspekte wie Flaschenhälse, Defekte, Überbeanspruchungen, Bestände und Informationstransfers. Ungleichmäßigkeiten in Prozessen finden wir über ein permanentes Qualitätsmanagement, regelmäßige Team-Meetings und die Ermunterung unserer Mitarbeiter zu Verbesserungsvorschlägen.

Dabei agieren wir auf Grundlage eines Plan-Do-Check-Act-Zyklus‘. Das heißt, wir reagieren auf Feedback, passen unsere Prozesse entsprechend an, evaluieren die Änderungen und beginnen wieder von vorn. Ein wichtiger Faktor ist hierbei Konsequenz. Vor allem in arbeitsintensiven Zeiten werden Feedback-Zirkel in vielen Unternehmen hintangestellt.

 

Wie sind Sie zu Ihrer Einstellung zu stetiger Verbesserung gekommen?

Sebastian Petrov: Ich bin seit vielen Jahren im Segelsport aktiv – früher auch für die Nationalmannschaft und im Rahmen einer Olympia-Nominierung. In dieser Zeit habe ich gelernt, wie wichtig das perfekte Zusammenwirken eines Teams und die stetige Verbesserung für Erfolg sind. Im Unternehmensalltag ist die zeitliche Korrelation zwischen Verbesserung und Ergebnis etwas lockerer, dennoch wirken hier die gleichen Grundprinzipien.

Darüber hinaus ist es vor allem die persönliche Unternehmenserfahrung, die einen maßgeblichen Einfluss auf meine Einstellung zu Perfektion hatte. In Bereichen wie SEO und dem Online Reputation Management werden die nötigen Problemlösungen immer komplexer und holistischer. Es gibt kaum noch Bereiche, die nicht miteinander in Wechselwirkung stehen. Deshalb ist es für Unternehmen jetzt und in Zukunft zwingend erforderlich, sich permanent weiterzuentwickeln und eigene Schwachstellen zu beheben. Wir entwickeln unser Team mit diesem Qualitätsanspruch auch in den kommenden Jahren weiter, um die deutschlandweit führende Position unserer Agentur weiter auszubauen und zu konsolidieren.

Über Sebastian Petrov

Als Gründer und Geschäftsführer der Employer-Branding-Agentur CatchMeIfYouCan und des SEO- und Online-PR-Dienstleisters seosupport ist Sebastian Petrov europaweit als Experte in den Bereichen Online Marketing, eCommerce, Online Reputation Management und Digital Branding bekannt. Neben den Kerntätigkeiten seiner Agenturen, die er gemeinsam mit Vincent Sünderhauf gründete, hält er Vorträge für eine Vielzahl unterschiedlichster Organisationen und Unternehmen. Daneben unterstützt er mit der Petrov Holding GmbH als Startup-Investor weltweit Early Stage Ventures mit Kapital und Know-how.

Seine jüngste Buchveröffentlichung „Smart David vs. Digital Goliath – Wie Sie mit intelligenter Suchmaschinenoptimierung die Großen schlagen.“ wurde am 11. Juni 2018 im Redline-Verlag veröffentlicht.

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