In seiner alljährlichen Weihnachtsansprache wandte sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands. Wie in den vergangenen Jahren nutzte er die Gelegenheit, um ein besinnliches und nachdenkliches Plädoyer für Frieden, Zusammenhalt und Menschlichkeit zu halten. Doch in diesem Jahr stand ein trauriges Ereignis im Mittelpunkt seiner Rede – der Anschlag von Magdeburg.
Der Magdeburger Anschlag: Eine Tat, die alle erschütterte
Steinmeier erinnerte in seiner Ansprache an den brutalen Terroranschlag, der sich nur wenige Wochen vor Weihnachten in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt ereignet hatte. An jenem 21. Dezember hatte ein Attentäter mit einem Messer wahllos auf Passanten eingestochen und dabei zwei Menschen getötet und mehrere weitere schwer verletzt.
„Dieser feige Anschlag hat uns alle zutiefst erschüttert“, sagte Steinmeier. „In der Vorweihnachtszeit, wenn die Menschen besinnlich und friedlich zusammenkommen, wurde mitten unter uns eine abscheuliche Tat verübt. Wir trauern um die Opfer und sind in Gedanken bei ihren Angehörigen.“
Der Bundespräsident betonte, dass dieser Anschlag nicht nur eine Tragödie für die direkt Betroffenen gewesen sei, sondern dass er die gesamte Gesellschaft zutiefst getroffen habe. „Wir alle empfinden Entsetzen und Wut angesichts solcher Gewaltverbrechen. Sie zielen darauf ab, unser friedliches Zusammenleben zu zerstören und uns Angst einzujagen. Aber wir lassen uns nicht spalten.“
Zusammenhalt und Mitgefühl als Antwort auf den Terror
In seiner Rede bekräftigte Steinmeier, dass die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands in Zeiten des Terrors und der Bedrohung zusammenstehen müssen. „In Stunden der Trauer und des Schmerzes zeigt sich, was uns wirklich wichtig ist: Füreinander da zu sein, einander beizustehen und gemeinsam Halt zu finden.“
Der Bundespräsident lobte das Mitgefühl und die Hilfsbereitschaft, die unmittelbar nach dem Anschlag in Magdeburg zum Ausdruck gekommen seien. „Die Menschen in der Stadt haben einander aufgefangen, Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet. Sie haben deutlich gemacht: Wir lassen uns vom Terror nicht einschüchtern. Wir stehen zusammen und zeigen, dass Mitgefühl, Nächstenliebe und der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft stärker sind als Hass und Gewalt.“
Steinmeier betonte, dass es gerade in Zeiten von Verunsicherung und Angst wichtig sei, die gemeinsamen Werte hochzuhalten und füreinander einzustehen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Terroristen uns auseinandertreiben und gegeneinander aufbringen. Stattdessen müssen wir Solidarität und Mitgefühl zeigen – sowohl gegenüber den Opfern als auch gegenüber allen, die von Anschlägen betroffen sind.“
Weihnachten als Zeit der Besinnung und Hoffnung
In diesem Zusammenhang erinnerte der Bundespräsident an die besondere Bedeutung von Weihnachten. „In diesen Tagen besinnen wir uns darauf, was wirklich zählt im Leben: Füreinander da zu sein, Mitgefühl zu zeigen und Hoffnung zu verbreiten. Gerade jetzt, in Zeiten von Krise und Bedrohung, brauchen wir diese besinnliche und friedliche Botschaft von Weihnachten mehr denn je.“
Steinmeier rief dazu auf, diese Werte auch über die Feiertage hinaus im Alltag zu leben. „Lasst uns das Licht der Kerzen, die Wärme der Gemeinschaft und die Zuversicht, die von Weihnachten ausgeht, mit in das neue Jahr nehmen. Zeigen wir Mitgefühl und Solidarität – nicht nur an Weihnachten, sondern das ganze Jahr über.“
Gemeinsam für ein friedliches Miteinander
Zum Schluss seiner Ansprache betonte der Bundespräsident, dass er fest daran glaube, dass die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands auch in Zukunft zusammenstehen und gemeinsam für ein friedliches Miteinander einstehen werden. „Lassen Sie uns diese Werte, für die unser Land steht, auch im neuen Jahr entschlossen verteidigen. Gemeinsam können wir Hass und Gewalt die Stirn bieten und unsere offene, freie und tolerante Gesellschaft bewahren.“
In diesem Sinne wünschte Steinmeier allen Deutschen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest sowie ein friedliches und hoffnungsvolles neues Jahr.
