Stellenabbau bei Scintilla

Sägeblatt
Bis 2016 soll die Produktion von Elektrowerkzeugen für die Holz- und Oberflächenbearbeitung eingestellt und nach Ungarn verlagert werden. Für den Standort in Zuchwil bedeutet die Verlegung einen Verlust von mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze. Gegenwärtig sind im Werk in Zuchwil 625 Mitarbeiter beschäftigt, 330 von ihnen droht die Kündigung.

Bosch und Scintilla

Die Geschichte der Scintilla AG ist geprägt von vielen Erfindungen und Entwicklungen. 1917 wurde sie durch BBC für die Herstellung von Magneto Zündanlagen für Verbrennungsmotoren gegründet. 10 Jahre nach der Gründung überquert Charles Lindbergh mit der Magneto den Atlantik. Verstärkt wurden schließlich im Werk Elektrowerkzeuge entwickelt und produziert. So ist auch die Stichsäge ein Kind von Scintilla, entwickelt von Albert Kaufmann. Ein Jahr später wird die erste elektrische Stichsäge der Welt gebaut, serienmäßig und bereit zum Vertrieb.  Gleichzeitig entsteht ein zweiter Standort, St. Nikolaus „Grand Hotel“. 1954 hält die Robert Bosch GmbH in Stuttgart die Aktienmehrheit, und Scintilla wird 1964 schließlich in den Geschäftsbereich Elektrowerkzeuge von Bosch integriert. Seit 2005 ist das Unternehmen im 100 Prozent Eigentum von Bosch. 2012 waren auf beiden Standorten rund 3.200 Mitarbeiter beschäftigt.

Produktionsverlegung nach Ungarn

Wie die Geschäftsleitung von Bosch mitteilte, sei eine Produktionsverlegung notwendig, damit die Wettbewerbsfähigkeit bei Elektrowerkzeugen wieder gegeben sei. In Ungarn können Fertigungskapazitäten gebündelt werden. Henning von Boxberg, Vorsitzender des Bereichsvorstands der Bosch Power Tools erklärte, dass eine wirtschaftliche Produktion in der Schweiz nicht mehr möglich sei. Der Wettbewerbsdruck sei in den vergangenen Jahren extrem gestiegen. Um weiterhin mithalten zu können, sei die Maßnahme unumgänglich. Am Markt fänden sich verstärkt preisgünstigere Elektrowerkzeuge von Mitbewerbern. Derzeit  kann Bosch, bedingt durch die Produktionskosten, nicht mithalten. Aber auch der Wechselkurs des Schweizer Franken wirke sich ungünstig auf die Wettbewerbsfähigkeit aus. 2012 betrug der Umsatz von Bosch in der Schweiz 1,4 Milliarden Schweizer Franken, der Gesamtumsatz der Bosch GmbH 52,46 Milliarden Euro. Seit 2013 ist die Bosch GmbH in vier Unternehmensbereiche gegliedert, Kraftfahrzeugtechnik, Industrietechnik, Gebrauchsgüter sowie Energie- und Gebäudetechnik. Die Bosch-Gruppe umfasst 360 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 50 Ländern. Werden Vertriebspartner berücksichtigt, ist Bosch in über 150 Ländern auf der Welt vertreten. Forschung und Entwicklung besitzt bei dem Unternehmen einen hohen Stellenwert, so wurden 2012 4,8 Milliarden Euro in diesen Bereich investiert. Weltweit verfügt Bosch über 4.800 Patente.

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