Der Morgen in Berlin beginnt für viele Pendler und Reisende mit großer Frustration. Die Busse und U-Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) stehen still, da die Gewerkschaft Verdi einen ganztägigen Warnstreik ausgerufen hat. Zehntausende Menschen, die normalerweise den öffentlichen Nahverkehr nutzen, müssen auf andere Fortbewegungsmittel ausweichen oder sogar zu Fuß gehen. Die Straßen in Berlin sind überlastet, es kommt zu langen Staus. Auch der Berufsverkehr ist massiv beeinträchtigt, viele Arbeitnehmer kommen zu spät oder gar nicht an ihren Arbeitsplatz.
Forderungen der Gewerkschaft Verdi
Hintergrund des Ausstands sind die laufenden Tarifverhandlungen zwischen Verdi und den Arbeitgebern der Branche. Die Gewerkschaft fordert für die rund 14.000 Beschäftigten der BVG und der S-Bahn Berlin unter anderem eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6,5 Prozent sowie eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen. Zudem soll es eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie geben. Die Arbeitgeber haben die Forderungen bislang als zu hoch zurückgewiesen.
Auswirkungen des Streiks
Der ganztägige Warnstreik legt einen Großteil des Berliner Nahverkehrs komplett lahm. Betroffen sind neben Bussen und U-Bahnen auch die S-Bahnen der Deutschen Bahn. Nur vereinzelte Regionalzüge und einige wenige Fernverkehrsverbindungen sind weiterhin in Betrieb. Viele Berlinerinnen und Berliner müssen auf Taxis, Mietwagen oder private Pkw ausweichen. Das führt zu massiven Staus auf den Straßen. Auch der Verkehr an den Flughäfen Tegel und Schönefeld ist beeinträchtigt, da viele Beschäftigte dort ebenfalls dem Streikaufruf gefolgt sind.
Solidarität mit den Streikenden
Trotz der großen Beeinträchtigungen zeigen viele Bürger Verständnis für den Ausstand. Auf Twitter und in Onlinekommentaren wird die Gewerkschaft Verdi für ihren Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen gelobt. Einige Pendler appellieren an die Arbeitgeber, die Forderungen der Beschäftigten zu erfüllen. Andere wiederum kritisieren den Streik und fordern ein schnelles Verhandlungsergebnis, um den Nahverkehr wieder in Gang zu bringen.
Weitere Streiks geplant
Verdi hat bereits angekündigt, dass dies erst der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Warnstreiks sein könnte. Sollten die Tarifverhandlungen weiterhin keine Einigung bringen, will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber weiter erhöhen. Das könnte bedeuten, dass in den kommenden Wochen und Monaten immer wieder Teilbereiche des Berliner Nahverkehrs bestreikt werden. Für die Fahrgäste wäre das eine enorme Belastung und würde das Verkehrschaos in der Hauptstadt weiter verschärfen.
Politische Reaktionen
Die Berliner Verkehrssenatorin Regine Günther zeigte zwar Verständnis für die Forderungen der Beschäftigten, appellierte aber an beide Seiten, die Verhandlungen zügig voranzubringen. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller kritisierte den Ausstand als „überzogen“ und rief dazu auf, die Situation „mit Augenmaß“ zu betrachten. Auch der Arbeitgeberverband der Branche äußerte sich enttäuscht über den Streik und warnte vor weiteren negativen Folgen für die Berliner Wirtschaft.
Suche nach Kompromissen
Letztlich liegt es nun an beiden Seiten, eine Lösung zu finden, mit der alle Beteiligten leben können. Die Gewerkschaft Verdi wird weiterhin Druck ausüben, um ihre Forderungen durchzusetzen. Die Arbeitgeber wiederum müssen erkennen, dass Verbesserungen für die Beschäftigten unerlässlich sind, um den öffentlichen Nahverkehr langfristig attraktiv und funktionsfähig zu halten. Ein Kompromiss, der die Interessen aller berücksichtigt, wäre der beste Weg, um den Streik zu beenden und die Hauptstadt wieder in Bewegung zu bringen.
