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Streit um Grass geht weiter

Berlin – Die Äußerungen von Literaturnobelpreisträger und SPD-Wahlkampfhelfer Günter Grass zur DDR-Vergangenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sind auch in der SPD auf heftige Kritik gestoßen. Mecklenburg-Vorpommerns sozialdemokratischer Ministerpräsident Erwin Sellering sagte der „Bild-Zeitung“ (Freitagsausgabe): „Bei allem Respekt vor Grass als Schriftsteller: Solche Schmähungen des Lebens in der DDR sind unerträglich. Erst recht 23 Jahre nach der Deutschen Einheit.“

Grass hatte am Mittwochabend bei einer Diskussion mit SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gesagt, Merkel habe eine „doppelte, gesamtdeutsche Ausbildung“ erfahren: als FDJ-Funktionärin in der DDR und dann unter Kanzler Helmut Kohl. „In der FDJ-Zeit hat sie Anpassung und Opportunität gelernt, bei Kohl natürlich den Umgang mit Macht.“ CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt wies die Kritik von Grass unter Verweis auf dessen Mitgliedschaft in der Waffen-SS als junger Mann zurück. „Herr Grass sollte lieber seine eigene Vergangenheit in den Blick nehmen als die der Bundeskanzlerin“, sagte sie der „Bild-Zeitung“. Ähnlich äußerte sich die CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach: „Ausgerechnet Grass, der seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS jahrzehntelang verschwiegen hat, erhebt sich jetzt über Angela Merkels Lebenslauf in der DDR – das ist nur noch peinlich.“ Der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Meyer sprach von einer „Unverschämtheit“ gegenüber der Kanzlerin. Die Kritik des Schriftstellers an Merkels Vita zeuge von „einer perfiden Unverfrorenheit, zumal sich Grass als ehemaliges Mitglied der Waffen-SS so ein moralisches Urteil nicht anmaßen darf.“(dts Nachrichtenagentur)

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