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Strom-Grundversorgung wird immer ungünstiger

Im Geschäft mit Strom geht die Preis-Schere zwischen den Tarifen in der Grundversorgung und den sogenannten Sonderverträgen immer weiter auseinander. Das geht aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion und einer Berechnung des Verbraucherportals Verivox hervor, über die die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" berichten. Laut Wirtschaftsministerium musste ein deutscher Musterhaushalt im April 2008 einen Grundversorgungstarif von 21,6 Euro-Cent pro Kilowattstunde zahlen. Bei einem Vertrag mit einem Billiganbieter waren es 20,86 Cent. Das macht einen Unterschied von 0,74 Cent. Im April 2019 lag der durchschnittliche Wert für einen Tarif des örtlichen Versorgers in der Grundversorgung nach Verivox-Berechnungen bei 32,06 Cent pro Kilowattstunde. Der von dem Verbraucherportal empfohlene preiswerteste Tarif der Billiganbieter lag bei 27,29 Cent. Der Durchschnitt der 50 günstigsten Tarife außerhalb der Grundversorgung lag bei 27,47 Cent. Das ergibt eine Differenz von mehr als 4,5 Cent pro Kilowattstunde. Dies kann bei einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden zusätzliche Ausgaben von mehr als 150 Euro pro Jahr ausmachen. Grundversorger sind die Energieunternehmen in einem lokalen Netzgebiet mit den meisten Haushaltskunden. In den meisten Fällen handelt es sich nach wie vor dabei um die örtlichen Stadtwerke. Es ist gesetzlich geregelt, dass alle Grundversorger die Pflicht, haben Haushaltskunden elektrische Energie zu liefern. Seit der Liberalisierung der Energiemärkte gibt es zudem viele konkurrierende Anbieter, die sogenannten Sonderverträge anbieten und damit auf Online-Vergleichsportalen um Kunden werben. Der überwiegende Teil der Angebote ist günstiger als der Grundversorgungstarif. Die höheren Preise werden häufig auch von älteren Menschen gezahlt, die Strom-Preisvergleiche mangels Internetanschluss gar nicht machen können oder mit einem Anbieterwechsel überfordert sind. Die Grünen im Bundestag fordern deshalb eine Regulierung durch die Politik. "Mit der Grundversorgung haben sich die Stadtwerke eine lukrative Einnahmequelle erschlossen", sagte Oliver Krischer, Fraktionsvize der Grünen, dem RND. Die Ärmsten in der Gesellschaft zahlten aktuell die höchsten Strompreise. Es gehe nicht, dass der Geringverdiener mit zwei Kindern rund 150 Euro mehr zahle als der Zahnarzt in der gleichen Stadt. "Die Lücke zwischen den unterschiedlichen Vertragsarten gilt es deutlich zu verkleinern", so Krischer. Ein Unterschied von einem Cent sei eine realistische Größenordnung. "Wenn der Stromversorger mehr will", sagte der Grünen-Politiker, "muss er entsprechende Kosten nachweisen." Der Verband VKU, in dem sich die Stadtwerke organisiert haben, räumte die Preis-Differenzen auf RND-Anfrage ein. Ein Sprecher machte aber darauf aufmerksam, dass die Grundversorgung das höchste Risiko und mit den höchsten Kosten für den Energieversorger birgt. Durch die kurze Kündigungsfrist von zwei Wochen könne der Verbraucher jederzeit wechseln, was eine andere Strategie bei der Beschaffung der elektrischen Energie verlange als bei Sonderverträgen, die in der Regel für ein oder zwei Jahre abgeschlossen werden. Foto: Stromzähler, über dts Nachrichtenagentur  

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