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Schinengüterverkehr

Studie: Bahn bewältigt Güterverkehr über die Alpen

Schinengueterverkehr Studie: Bahn bewältigt Güterverkehr über die Alpen
Im Sommer wird der Gotthard-Basistunnel eröffnet. Die Bahn kann dann jährlich 50 Millionen Tonnen Güter durch die Alpen befördern. Das heisst konkret: Mit der NEAT können mehr Güter durch die Alpen transportiert werden als man heute insgesamt auf Strasse und Schiene verfrachtet. Auf Jahrzehnte hinaus sind genügend Kapazitäten für den Güterverkehr vorhanden. Für die Alpen-Initiative ist klar, dass nun endlich das Verlagerungsziel konsequent anzustreben ist. Der Bau einer 2. Strassenröhre am Gotthard liegt da völlig quer.

Jährlich fahren über eine Million Lastwagen durch die Alpen. Laut Gesetz müsste deren Zahl auf maximal 650’000 gesenkt werden. So will es seit 1994 der Volkswille. Er wird nicht respektiert, obwohl die Schienenkapazitäten im alpenquerenden Güterverkehr heute nur zu 59 Prozent ausgelastet sind.

Bahn-Gueterverkehr Studie: Bahn bewältigt Güterverkehr über die Alpen

Mit dem Bau der NEAT und dem 4-Meter-Korridor zwischen Basel-Chiasso steigt die Trassenkapazität für Güterzüge um weitere 30 Prozent (von heute 300 Trassen pro Tag auf 390). «Mit den Basistunnels können ausserdem längere und schwerere Züge verkehren», erklärte Heinz Pulfer, Experte für internationale Bahnplanung, an der Medienkonferenz in Bern. Er kommt in einer Studie zum Schluss, dass mit der NEAT rund 50 Millionen Tonnen Güter pro Jahr auf der Schiene durch die Alpen transportiert werden können. Heute bewältigen Strasse und Schiene zusammen 38,5 Millionen Tonnen.

Weiter zeigt die Studie klar, dass auf der Schiene genügend Kapazitäten zur Verfügung stehen, um das Verlagerungsziel von jährlich 650’000 Lastwagen zu erreichen und langfristig zu halten. Zudem reicht die Kapazität im Gotthard-Basistunnel aus, um während der Sanierung des Gotthard-Strassentunnels eine temporäre Kurz-RoLa einzurichten. «Die Schiene hat im alpenquerenden Verkehr also auf Jahrzehnte hinaus riesige freie Kapazitäten», sagte Jon Pult, Präsident der Alpen-Initiative. «Theoretisch müsste kein einziger Lastwagen mehr von Grenze zu Grenze fahren, die Bahn kann die ganze Menge an Gütern transportieren.»

Angesichts der bevorstehenden Eröffnung des Basistunnels am Gotthard forderte Mathias Reynard, Nationalrat aus dem Wallis und Vorstandsmitglied der Alpen-Initiative: «Nutzen wir die Chance zur Verlagerung jetzt.» Von diesem Jahrhundertbauwerk soll die ganze Schweiz profitieren. Deshalb brauche es ein konsequentes Vorgehen. «Es ist absurd, zu einem jetzigen Zeitpunkt eine 2. Strassenröhre zu bauen, wenn dieses Jahr die NEAT aufgeht», sagte Mathias Reynard: «Mit der NEAT wird in die Zukunft investiert. Die 2. Röhre wäre ein Schritt zurück in die Vergangenheit.»

Auch der Wirtschaftsverband swisscleantech empfiehlt ein NEIN zur 2. Röhre. Präsident Nick Beglinger hob an der Medienkonferenz der Alpen-Initiative die Argumente seine Verbands hervor: «Der technologische Wandel und der Mittelbedarf für dringlichere Verkehrsprobleme sprechen dafür, auf Intelligenz statt auf Beton zu setzen.» Er fügte hinzu, dass der Verkehr mit Blick auf die technologische Entwicklung im Bereich Sicherheit und Kapazität im Jahr 2035 ein komplett anderer sein werde als heute. Eine konsequente Verlagerung der Güter auf die Schiene macht zudem aus Sicht der modernen Wirtschaft Sinn, auch in Bezug auf Klimaschutz. Da auch laut Bundesamt für Strassen ASTRA ein Entscheid zur Sanierung erst in 10 Jahren getroffen muss, gilt es, die jetzige Vorlage klar abzulehnen, sagte Nick Beglinger.

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