Studie: Videospiele sind unabhängig vom Alter ein verbreitetes Hobby

Ob während einer langen Fahrt mit der U-Bahn, in der Mittagspause oder nach einem stressigen Arbeitstag daheim – halb Deutschland ist im Gaming-Fieber. Einer aktuellen repräsentativen Umfrage von Bitkom Research zufolge entwickelt sich das Spielen am Computer oder mit dem Smartphone zu einem beliebten Hobby – sowohl bei Jung als auch bei Alt. Während früher vermehrt von den Nachteilen oder gar Gefahren dieser Freizeitbeschäftigung gesprochen wurde, rücken heute auch die positiven Auswirkungen in den Vordergrund.

Videogames: 30 Millionen Bundesbürger spielen sie

Mittlerweile sieht man auf den Straßen nicht mehr so viele Smartphone-Nutzer, die – in der Hoffnung ein außergewöhnliches Pokémon einzufangen – gedankenversunken auf ihr Gerät starren. Der Trend, der im Bereich des Mobile-Gaming völlig neue Maßstäbe setzte, ist zwar inzwischen abgeflaut, gezockt wird aber trotzdem. Denn egal, ob Vater, Mutter, Opa, Kind, das Gaming hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Hobby entwickelt. Neben kostenlosen Browsergames, die man bequem online spielen kann, erfreuen sich Videospiele aller Art großer Beliebtheit.

Einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research zufolge werden Videospiele von rund 30 Millionen Bundesbürgern gespielt. Insbesondere bei den 14-bis 29-Jährigen gehören sie mittlerweile zum Alltag. In dieser Altersgruppe gehen rund 73 Prozent dieser Freizeitbeschäftigung nach. Dass Computerspiele nur etwas für Kinder und Jugendliche sind, stimmt so schon lange nicht mehr. Laut Umfrage spielt rund ein Fünftel der Bundesbürger zwischen 50 und 65 Jahren auch gerne mal das eine oder andere Spiel.

E-Sports – mehr als ein netter Zeitvertreib

Dabei sind es, entgegen aller Vorurteile, nicht nur die Männer, die gerne in die virtuelle Welt eintauchen. In der Bitkom-Umfrage gaben ganze 40 Prozent der Frauen an, ebenso gern zu spielen – bei den männlichen Befragten waren es knapp 43 Prozent. Genutzt werden dazu sowohl Computer als auch Laptops, Tablets und Spielekonsolen. Besonders beliebt ist bei den Zockern (85 Prozent der Befragten) aber vor allem das Spielen auf dem eigenen Smartphone. So lassen sich ewige U-Bahn-Fahrten oder lästiges Warten beim Arzt deutlich leichter überstehen. Mittlerweile spielen aber auch immer mehr Menschen, um gezielt Stress abzubauen.

Gaming in Deutschland

Laut der aktuellen Stress-Studie der Techniker Krankenkasse (TK) sind immer mehr Menschen in Deutschland gestresst. Die einen versuchen, mit Bier und Wein (rund ein Drittel der Befragten) gegen den Stress anzukämpfen, die anderen wiederum (rund jeder Zweite) treiben zum Ausgleich Sport. Ganze 30 Prozent der in der Studie Befragten aber gaben an, den Stress nach Feierabend mit Computerspielen und sozialen Netzwerken zu bekämpfen. Dem britischen Neurowissenschaftler Dr. Daniel Glaser vom King’s College in London zufolge kann das Gaming aber noch viel mehr als „nur“ das. Und zwar sollen besonders schwierige Spiele Demenz vorbeugen bzw. lindern können, indem sie bestimmte Reaktionen im Gehirn auslösen. Das würde in etwa dem Training von Muskeln ähneln und könne die Symptome der organischen Demenz-Erkrankung zwar nicht beseitigen, aber zumindest abmildern.

Gaming – ein soziales Ereignis

Das Bild von Computerspielen hat sich in den letzten Jahren also stark gewandelt. Dank E-Sports – dem Wettkampf unter Computerspielern im Form von Sport-Games – ist Gaming nun endgültig zu einem sozialen Ereignis geworden. Bei Gaming-Turnieren und Meisterschaften sind nicht selten Tausende von Zuschauern vor Ort. Alleine im Zimmer sitzen und stundenlang PS2 zocken gehört mittlerweile mehr und mehr der Vergangenheit an.

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