Start > Wirtschaft Österreich > Süßes Österreich: Selbstversorgungsgrad für Zucker liegt bei 89%
Zucker

Süßes Österreich: Selbstversorgungsgrad für Zucker liegt bei 89%

Zucker Süßes Österreich: Selbstversorgungsgrad für Zucker liegt bei 89%Wien – Die Agrana Beteiligungs AG ist Österreichs einziger Zuckerproduzent. Mit einer jährlich produzierten Zuckermenge von über 400.000 Tonnen Zucker liegt der Selbstversorgungsgrad für Österreich bei 88,9 Prozent. Produziert wird an den Standorten Leopoldsdorf und Tulln, wo auch die Agrana eigene Zucker Forschungs GmbH beheimatet ist. Die im Handel erhältliche Agrana Marke kommt unter dem Namen Wiener Zucker zum Konsumenten. Und der österreichische Konsument liebt Zucker, wie der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von 33 Kilogramm  zeigt.

Agrana ist mehr als Zucker

Agrana, gegründet 1988 als Dachverband für die österreichische Zucker- und Stärkeindustrie,  ist nicht nur Österreichs einziger Zuckerproduzent, sondern erzeugt auch Stärke, Fruchtzucker, Fruchtsaftkonzentrate und Bioethanol. Im Bereich Zucker hält Agrana Anteile an sechs süd- und osteuropäischen Tochtergesellschaften in Ungarn, Tschechien, Slowakei, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina und ist seit 1991 an der Wiener Börse notiert. Anfang des Jahrtausends erwarb das Unternehmen verschiedene Betriebe aus der Fruchtverarbeitung und Saftkonzentrat-Erzeugung. Ein neuer Geschäftsbereich sollte den Rückgang im Zuckergeschäft kompensieren, der durch die EU-Quotensenkung und ein gesundheitliches Umdenken der Konsumenten entstanden ist. Gegenwärtig betreibt Agrana 10 Zucker- und 5 Stärkefabriken in Mitteleuropa und 41 Standorte für Fruchtverwertung weltweit. Der im Geschäftsjahr 2012/2013 erwirtschaftete Umsatz lag bei 3,1 Milliarden Euro. Um neue Anwendungsfelder für die Rohstoffe Kartoffel, Mais, Weizen und Zuckerrübe zu entdecken, sind in der Zuckerforschung Tulln 56 Mitarbeiter, davon 17 Akademiker beschäftigt. Als staatlich akkreditiertes Labor werden Ertrags- und Qualitätsprüfungen von Zuckerrüben ebenso durchgeführt wie Analysen.

Wie der Zucker nach Österreich kam

Das Zuckerrohr und der Zucker kamen mit Christoph Kolumbus nach Europa, doch in unseren Breiten konnte sich das Zuckerrohr nicht durchsetzen. 1747 entdeckte der Berliner Naturwissenschaftler Andreas Sigismund Marggraf die Runkelrübe als Zuckerpflanze, doch es sollte sein Schüler Franz Carl Achard sein, der die Rübe erst technisch nutzte. In Österreich fand der erste staatlich geförderte Versuch zur Zuckergewinnung aus Rüben im Jahr 1810 unter dem Arzt und Chemieprofessor Johann Jassnüger an der k. u. k. Theresianischen Ritterakademie statt. Nachdem das Produktionsverfahren von Johannes Christian Waykarth noch weiter verfeinert wurde, gab es 1830 bereits 19 Zuckerfabriken mit einer Gesamtproduktion von 251.000 Zentnern in Österreich. Der Triumphzug des Zuckers in die einzelnen Haushalte hatte begonnen. 1843 erfand der Direktor einer Zuckerfabrik auf Anregung seiner Frau den ersten Wiener Würfelzucker. Der Siegeszug war nicht mehr zu stoppen und 1863 wurde in 136 Fabriken Zucker hergestellt, 10 Jahre später waren es bereits 200. Der Zuckerverbrauch in Österreich hat sich von 1830 bis 1997 auf das Zwanzigfache gesteigert. Ende des 20. Jahrhunderts lag der jährlich Pro-Kop-Verbrauch sogar bei 40,4 Kilogramm.

Hier nachlesen ...

Forscher finden Zusammenhang zwischen Sexualhormonen und Krebs

Eine Forschergruppe hat nach eigenen Angaben einen Zusammenhang zwischen Sexualhormonen und primärem Lungenkrebs entdeckt. Die …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.