Trumps Kabinett: Milliardenschwerer Hedge-Fonds-Manager wird US-Finanzminister

Trumps Kabinett: Milliardenschwerer Hedge-Fonds-Manager wird US-Finanzminister


Trumps Wahl zum US-Präsidenten 2016 war eine Überraschung für viele. Seine unkonventionelle Art und Rhetorik während des Wahlkampfs polarisierte die amerikanische Öffentlichkeit. Nun, nach seinem Wahlsieg, konzentriert er sich darauf, sein Regierungsteam zusammenzustellen. Die Besetzung des Finanzministers ist dabei eine der wichtigsten Entscheidungen.

Hedge-Fonds-Manager als Schatzmeister der USA

Der künftige US-Finanzminister unter Donald Trump wird Scott Bessent sein, ein erfahrener Hedge-Fonds-Manager. Dieses Personalie ist insofern bemerkenswert, als Trump im Wahlkampf immer wieder die Finanzelite kritisiert und sich als Anwalt des „kleinen Mannes“ präsentiert hatte. Mit Bessent holt er nun aber einen ausgewiesenen Experten aus der Finanzbranche in sein Kabinett.

Bessent bringt jahrzehntelange Erfahrung in der Vermögensverwaltung mit. Er war zuvor Chef-Anlagestratege beim Milliardär George Soros und leitete dessen Hedge-Fonds. Später gründete er seinen eigenen Hedgefonds „Key Square Group“, den er 2015 für 400 Millionen Dollar wieder verkaufte. Sein Vermögen wird auf rund 700 Millionen Dollar geschätzt – er gehört also selbst zur finanziellen Elite, die Trump im Wahlkampf angegriffen hatte.

Kritiker sehen in der Berufung Bessents einen Widerspruch zu Trumps Wahlversprechen, das Establishment in Washington zu bekämpfen und sich für die Interessen der einfachen Bürger einzusetzen. Andererseits argumentieren Befürworter, dass Trumps unkonventionelle Herangehensweise auch ungewöhnliche Personalentscheidungen erfordere. Bessent bringe aufgrund seiner Expertise die nötigen Qualifikationen mit, um die komplexen Herausforderungen im Finanzministerium zu meistern.

Rückzug des möglichen Justizministers

Während die Ernennung Bessents zum Finanzminister relativ unstrittig erscheint, gab es bei einer anderen wichtigen Personalie im Trump-Kabinett Turbulenzen. Der Kongressabgeordnete Matt Gaetz, der als möglicher Justizminister gehandelt wurde, zog seine Kandidatur überraschend zurück.

Gaetz, ein Vertrauter Trumps und Mitglied des rechten Parteiflügels, hatte sich im Wahlkampf als treuer Unterstützer des künftigen Präsidenten profiliert. Umso überraschender kam daher sein Rückzug aus dem Rennen um den Posten des Justizministers.

Als Grund nannte Gaetz „persönliche Gründe“ – ohne jedoch näher darauf einzugehen. US-Medien berichteten jedoch, dass mehrere Skandale rund um den Politiker dessen Chancen auf eine Ernennung zunichtegemacht hätten. Gaetz soll unter anderem in eine Affäre mit einer Minderjährigen verwickelt gewesen sein und wird verdächtigt, Drogen konsumiert zu haben.

Trumps Umfeld versuchte zunächst, die Vorwürfe gegen Gaetz herunterzuspielen. Letztlich wurde der Druck aber wohl zu groß, sodass der Kongressabgeordnete selbst die Reißleine zog und seine Kandidatur zurückzog. Dies zeigt, dass auch im Trump-Lager Skandale und Kontroversen nicht toleriert werden – zumindest dann nicht, wenn sie die Regierungsarbeit zu behindern drohen.

Die Personalie Bessent und das Aus für Gaetz verdeutlichen, dass Trump bei der Zusammenstellung seines Kabinetts einen pragmatischen Ansatz verfolgt. Statt ideologische Treue ist ihm offenbar fachliche Kompetenz wichtiger. Mit Bessent holt er sich einen ausgewiesenen Finanzexperten ins Boot, auch wenn dieser nicht unbedingt dem Trump’schen Populismus entspricht. Und im Fall Gaetz zeigte er, dass persönliche Skandale für ihn ein K.o.-Kriterium sind – selbst wenn es sich um einen treuen Unterstützer handelt.

Insgesamt zeichnet sich ab, dass Trump bei der Regierungsbildung einen Spagat versucht: Einerseits will er mit unkonventionellen Personalentscheidungen für Aufsehen sorgen und das etablierte System in Washington aufmischen. Andererseits setzt er offenbar auf erfahrene Fachleute, um die drängenden Herausforderungen seiner Präsidentschaft effektiv angehen zu können. Ob ihm dieser Balanceakt gelingt, werden die kommenden Monate zeigen.

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