Start > News > Überschuldung – Budget in Schieflage
Ueberschuldung 660x330 - Überschuldung – Budget in Schieflage

Überschuldung – Budget in Schieflage

Fast sieben Millionen Menschen sind in Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt, überschuldet. Eine alte Weisheit ist heute so aktuell wie schon lange nicht mehr: „Wenn man 50.000 Euro Schulden hat, hat man ein Problem. Hat man eine Million Euro Schulden, dann hat die Bank eins.“ Allerdings haben die wenigsten Menschen eine Million Euro Schulden und müssen daher das Problem selbst bewältigen und das ohne Hilfe der Bank.

28 Monatseinkommen, um aus den Schulden herauszukommen

Um aus den roten Zahlen herauszukommen, benötigen die deutschen Schuldner durchschnittlich das Einkommen von über zwei Jahren. Die Überschuldungsintensität ist laut den Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Rheinland-Pfalz am höchsten. Bis zur schwarzen Null benötigen die Schuldner in Rheinland-Pflanz bei einem durchschnittlichen Schuldenberg von 37.815 Euro und einem monatlichen Nettoeinkommen von lediglich 1.073 Euro die Einnahmen von 35 Monaten. Privatverschuldung - Überschuldung – Budget in Schieflage Aktuell ist es rund jedem zehnten Erwachsenen nicht mehr möglich auf die Dauer seine Rechnungen zu bezahlen. Für Deutschland wurde zum Stichtag 01. Oktober 2018 eine Überschuldungsquote von circa 10,04% gemessen. Das bedeutet, dass über 6,9 Millionen Bundesbürger über 18 Jahre überschuldet sind oder eine nachhaltige Zahlungsstörung aufweisen. Dabei sind die Gründe für die Überschuldung vielfältig. Das reicht von Arbeitslosigkeit bis hin zu einer gescheiterten Selbstständigkeit, einer Trennung vom Partner bis hin zur unwirtschaftlichen Haushaltsführung. Aber auch die steigenden Wohnkosten können als Ursache angegeben werden. So gaben die Haushalte bereits 2017 rund ein Viertel für Mietzahlungen, Energiekosten und Ähnliches aus.

„Alarmstufe gelb“ - jetzt heißt es kühl rechnen

Sobald es finanziell eng wird, dann gilt es zu prüfen, ob tatsächlich alle staatlichen oder anderen Leistungen genutzt werden, die einem zustehen, wie bspw. Wohngeld, ergänzende Sozialleistungen, Kindergeld-Zuschlag oder eine staatliche Überbrückungshilfe für alleinerziehende, wenn der Partner nicht zahlt. Ein Haushaltsplan ist dabei behilflich, die Ausgaben einzugrenzen. Tipps dafür gibt es im Internet zu genüge. Einige möchten wir nochmal kurz zusammentragen: Vor jeder (weiteren) Kreditaufnahme gilt es, zuerst einmal die Einnahmen und Ausgaben gegenüber zu stellen, um festzustellen, ob es überhaupt möglich ist, den Kredit zurückzuzahlen. Zudem ist es wichtig zu vergleich. Die unseriösen Anbieter, die mit Angeboten locken wie „in 24 Stunden Bargeld ohne Schufa-Auskunft“ sollten gemieden werden wie der Teufel das Weihwasser. Kommt es zu ersten Zahlungsschwierigkeiten, dann ist es hilfreich, frühzeitig mit dem Gläubiger Kontakt aufzunehmen. Denn dann ist oft noch eine Vereinbarung von (niedrigeren) Raten möglich. Keinesfalls sollte niemand auf Vereinbarungen eingehen, die noch nicht einmal die laufenden Zinsen und Kosten abdecken. Auch ansonsten gilt: Niemals eine Vereinbarung unterschreiben, ohne den Vertrag vorab von der Schuldnerberatung prüfen zu lassen!

Raus aus dem finanziellen Keller – Schritt für Schritt heraus aus der Zahlungsunfähigkeit

Kommt es dann doch zu dem Punkt, an dem die Rechnungen nicht mehr bedient werden können, die grundlegenden Alltagsaufgaben zu einem Problem werden, bei der Bank eine Auszahlungssperre vorliegt und der Dispo-Kredit gekündigt wurde oder gar eine Zwangsvollstreckung oder Lohnpfändung drohen, dann heißt es keine Zeit mehr verlieren. Wird passiv abgewartet, dann führt das nur noch tiefer in den Schuldensog mit der Folge, dass man seelisch regelrecht gelähmt ist. Am ehesten verschwindet die Hoffnungslosigkeit, wenn man aktiv wird. Dabei handelt es sich um einzelne Schritte, mit denen man Schritt für Schritt aus den Geldsorgen und damit der Zahlungsunfähigkeit herauskommt. • Schritt 1: einen Termin bei der Schuldnerberatung vereinbaren • Schritt 2: eine Liste mit den Schulden erstellen • Schritt 3: die Unterlagen mit zum Gespräch nehmen • Schritt 4: der Versuch einer außergerichtlichen Einigung • Schritt 5: Schuldenfrei durch eine Privatinsolvenz

Die Privatinsolvenz – für Selbstständige bei weniger als 20 Gläubigern

Sollte die außergerichtliche Einigung nicht klappen, dann wird der Berater prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Privatinsolvenz (Verbraucherinsolvenz) erfüllt sind. Diese Möglichkeit der Insolvenz steht sowohl überschuldeten Verbrauchern als auch ehemaligen Selbstständigen sowie Kleingewerbetreibenden zur Verfügung. Doch diese beiden Gruppen können nur dann in die Privatinsolvenz gehen, wenn die Anzahl der Schuldner unter 20 liegt und keine Schulden aus Beschäftigungsverhältnissen mit Arbeitnehmern vorliegen. Die Idee dahinter: Diejenigen die ab sofort „Wohlverhalten“ zeigen, also bereit sind, sich einzuschränken und nicht mehr über ihre Verhältnisse leben und versuchen wenigstens zum Teil die Schulden zu tilgen, die werden vom Gesetzgeber „belohnt“ und zwar durch den Erlass der Restschulden. Dafür wird zuerst geprüft, ob der Schuldner über pfändbares Vermögen verfügt. Diese Vermögenswerte werden komplett an die Gläubiger verteilt. Jedoch werde zuerst die Gerichtskosten abgezogen, die der Schuldner selbst tragen muss. Nach rund sechs Jahren ist der Schuldner frei von seinen Schulden. Allerdings darf dieser in dieser Zeit keinen weiteren Kredit aufnehmen, seine Einkünfte nicht verschweigen und er muss jede zumutbare Arbeit annehmen. Der Antrag für die Privatinsolvenz wird beim zuständigen Gericht eingereicht. Die Formulare, die dafür notwendig sind, kann jeder selbst downloaden oder erhält diese direkt beim Insolvenzgericht.

Hier nachlesen ...

Impeachment-Ermittlungen gegen Trump: Erste öffentliche Anhörung

Im US-Kongress hat die erste öffentliche Anhörung im Zuge der Ermittlungen der Demokraten für ein …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.