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Übersetzungen – wann ist der Profi gefragt?

Ist es notwendig, ein Wort zu übersetzen, einen langen Text oder eine Webseite, dann ist bei vielen die Versuchung groß, dies gerade von zu Hause aus mit ein paar Klicks via ein Online-Übersetzungsprogramm ausführen zu lassen. Schon das Smartphone ist bei Übersetzungen hilfreich, sofern die entsprechende App installiert ist, um schnell und kostenlos eine Übersetzung anzufertigen. Also warum sollte ein professionelles Übersetzungsbüro engagiert werden?

Warum Übersetzungen die Profis übernehmen sollten!

Sicherlich fragt sich ein jeder, warum für eine Übersetzung ein Übersetzungsbüro benötigt wird. Denn schließlich hat man einen internetfähigen PC und mit diesem kann schnell und oftmals kostenlos auf die Übersetzungsportale zugegriffen werden. Sicherlich mag das für private Zwecke ausreichen, doch nicht wenn es um berufliche oder amtliche Texte geht.

Denn es ist nicht ausreichend Wort für Wort zu übersetzen. Um es auf den Punkt zu bringen: Das Prinzip „Google-Übersetzer“ eignet sich höchstens dafür, einen ersten inhaltlichen Eindruck vom Text zu erhalten. Doch geht es um eine Übersetzung, dann ist es wichtig, dass die kommunikativen Gepflogenheiten der Sprache bekannt sind, die übersetzt wird. So gilt es bspw. in China als unhöflich, wenn man gleich mit der Tür ins Haus fällt. Wird von einem Übersetzer eben diese Feinheit beherzigt, und es werden nicht nur stur die einzelnen Worte in eine andere Sprache übertragen, dann kommt die Übersetzung sicherlich gut an.

Bei einer Fachübersetzung sollte keinesfalls auf das gute alte Wörterbuch zurückgegriffen werden. Sicherlich gibt es Nachschlagewerke zu bestimmten Themen, aber es ist ratsamer, sich einen Übersetzer zu suchen, der sich eben genau auf eine solche Übersetzung spezialisiert hat. Dabei handelt es sich im besten Fall um Sprachmittler, die sich in diesem Zweig bereits eingearbeitet haben. Diese Übersetzer sind nicht nur vertraut mit dem Fachjargon und den kommunikativen Gepflogenheiten der Branche, sondern sie kennen den beruflichen Alltag. Eben das ist ein unschlagbarer Vorteil für eine gute Übersetzung.

Juristische Übersetzungen: Hier zählt jedes Wort

Ein gutes Beispiel dafür sind juristische Texte, die in eine andere Sprache übersetzt werden müssen. Im rechtlichen sowie im kaufmännischen Arbeitsbereich geht es vor allem darum, Verträge, Angebote und Verhandlungsprotokolle einwandfrei zu übersetzen. Doch wird aufgrund der Sprache nicht alles verstanden oder einige Details falsch interpretiert oder übersetzt, dann kann das schlimme Folgen haben. Besonders in Lieferbedingungen und auch Angebotstexten sind oftmals Fallstricke bei internationalen Geschäften versteckt.

Oder ein anderes Beispiel: Aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse wird ein Angebot unterbreitet, dessen Details so gar nicht geliefert werden sollen oder man dazu in der Lage ist. Ein Beispiel: „Silicon“ das englische Wort bedeutet nicht Silikon, sondern Silizium – die korrekte Übersetzung lautet „silocone“… Was also war gemeint, als das Angebot an den Kunden mit „Silocon“ herausging?

Auch die AGB sollten keinesfalls selbst übersetzt werden, denn besonders rechtliche Dokumente haben es in sich. Denn ein Wort zu viel oder zu wenig kann immense Konsequenzen mit sich bringen. Für Unternehmen, die international tätig sind, ist es praktisch ein Muss, die AGBs professionell übersetzen zu lassen.

Online Übersetzungsprogramme: Es schleichen sich immer wieder Fehler ein

Selbst wenn nun die Behauptung aufgegriffen wird, dass die Online Übersetzungsprogramm doch immer besser werden und sich stets technisch weiterentwickeln – sie sind nicht frei von Fehlern! Immer wieder kommt es bei einer Übersetzung zu vielen kleinen Fehlern, wodurch sich die Qualität der Übersetzung mindert und beim Empfänger sicherlich keinen guten Eindruck hinterlässt. Das Problem ist, dass diese automatischen Programme Wort für Wort übersetzen und den Sinn dahinter nicht verstehen, um die Übersetzung entsprechend anzupassen. Zudem versagen die Programme auch bei grammatikalischen Feinheiten. Des Weiteren können sie nicht wissen, ob mit der „Bank“ das Sitzmöbel gemeint ist oder das Geldinstitut. Eben durch solche Dinge kann es nicht nur zu lustigen, sondern auch sehr peinlichen Situationen kommen.

Zu all dem haben die professionellen Übersetzungsbüros noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: Sie können beglaubigen. Es gibt viele Dokumente, Verträge oder Vorgänge, für die ein vereidigter Übersetzer benötigt wird, der die Richtigkeit und die Vollständigkeit der Übersetzung von der Vorlage mit einem entsprechenden Stempel und seiner Unterschrift bestätigt. Oft sind solche Dokumente ohne einen offiziellen Beglaubigungsvermerk nicht gültig und werden so nicht anerkannt.

Fazit ist, dass es sich einfach lohnt ein Übersetzungsbüro zu beauftragen, damit die Übersetzung den gültigen Standards entspricht und überall anerkannt wird. Unternehmen und auch private Personen die juristischen Schreiben übersetzen lassen müssen, ersparen sich viel Zeit und Ärger mit einem professionellen Übersetzer. Denn nur so kann ein jeder sicher sein, dass die fertige Übersetzung am Ende auch verstanden wird und keine negativen Folgen mit sich bringt.

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ommentare

  1. Danke für die Hinweise, wann man eine Übersetzung von einem Profi anfertigen lassen sollte. Ich habe in Kanada geheiratet und musste sie dann auch von einem Übersetzungsbüro übersetzen lassen für die deutschen Ämter , als wir zurück nach Deutschland zogen. Gut zu wissen, dass Online Übersetzer immer noch fehlerhaft sind.
    https://www.puretrans.com/de/v%C3%B6cklabruck/

  2. Das ist auch meine Erfahrung. Ich arbeite seit Jahren in einem Kölner Übersetzungsbüro und muss sagen, dass man einfach nicht am falschen Ende sparen sollte.
    Alexander P.

  3. Absolut richtig. Gerade bei Rechtstexten spielen Feinheiten oft eine ausschlagebende Rolle.
    Ich habe selbst „Recht“ als Fachgebiet gewählt im Studium (Fachübersetzen, M.A.) und konnte so tief eintauchen in die unterschiedlichen Systeme.
    Man sollte stets beachten, dass das Rechtssystem in Deutschland seine Wurzeln im germanischen Recht hat, wesentlich jedoch nach römischem und napoleonischem Vorbild aufgebaut ist. Dies ist fundamental unterschiedlich zum auf angelsächsischem „Common Law“ begründetem Rechtswesen in z.B. den USA.
    Wir kriegen oft Texte, die „schon mal jemand vorübersetzt hat“ zur Prüfung und zum Glattschleifen… Ich kann nur raten: lasst den Fachmann das machen!

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